Wiener Biene

Wiener Biene

Anfangs nur eine eher liebevolle Bezeichnung im engeren Kreis, hat sich diese Bezeichnung besonders heuer 2014 ausgeweitet. Die Frage nach der >Wiener Biene< und was das denn nun wirklich wäre - ist heuer einigemale gestellt worden.

Nun - sie ist einfach ein Wiener Ökotyp, basierend auf einigen der bekannten Sklenar Linien. Die Grundfrage war ja seinerzeit ob z.B. eine Sklenar G10 die immer wieder in Wien ausgelesen und auf der Belegstelle Hirschgrund angepaart wurde gleichbedeutend wäre mit einer G10 vom int. Sklenarbund teilw. aus Deutschland oder auch der Schweiz. Natürlich ist das nach wie vor ein Diskussionsthema für gemütliche Zusammenkünfte und Grillabende - und ein Endergebnis dürfte wohl nicht so schnell zu erwarten sein.

Generell glaube ich dass wir in Zukunft mit wachsenden Wetterkapriolen rechnen müssen, insbesonders mit steigenden Temperaturen. Gerade in Städten staut sich die Hitze besonders. Aber nicht nur das, jene steigenden Völkerzahlen die auf Dächern stehen, sehen sich einem Spagat gegenüber von extremen, manchmal sehr kalten Stürmen und brütender Hitze, welche die Robustheit der Bienen auf eine neue Probe stellen.

Völker die mit solchen Extremen zurecht kommen, sich gut entwickeln und auch brauchbare Ernten zustande bringen sind es wohl wert ausgelesen und weitergezüchtet zu werden. So wurde ganz zwanglos der Begriff
>Wiener Biene< geboren.

Das wäre natürlich noch nicht ausreichend, da man Wien ja nicht gerade als Reinzuchtgebiet bezeichnen kann, aber zusammen mit der Sklenar Urbelegstelle - die von Wien aus über die neue Autobahn in einer knappen Stunde erreichbar ist hatte man alles was man braucht. Die Belegstelle erfreut sich auch zusehends steigener Frequenz und fungiert manchmal als spontaner Treffpunkt, zumal sie auch freundlich bewirtschaftet wird und mit ihrer alten Hütte mit Veranda ein Ambiente mitbringt welches nicht alltäglich ist.

Auch die einem Wiener Verein gehörende Belegstelle Sulzwiese, über die schon ziemlich gelästert wurde, wird mit Sklenar Vatervölkern gleicher Qualität versorgt und stellt einen Pool im Westen von Wien dar welcher von den Wienern selbst sehr geschätzt wird.

Zweifellos wächst der Freundeskreis >Wiener Biene< stetig weiter, gegründet auf Freude mit den Bienen, da es sich ja um Freizeitimker mit zumeist nur geringen Völkerzahlen handelt. Allerdings werden diese Völker naturgemäß auch sehr genau beobachtet und beurteilt.

Ein unbedingtes Muss für Bienen im urbanen Bereich ist natürlich Sanftmut.

Aber Wien besteht ja nicht nur aus Dächern. In den Aussenbezirken und Randbereichen stehen viele etwas größere Imker mit zweistelligen Völkerzahlen. Auch sie zeigen sich zunehmend an diesem Ökotyp interessiert. Robustheit und Sanftmut, verbunden mit gutem Ertrag interessiert auch sie.

Noch immer ist die >Wiener Biene< auf dem freundlichen Umgang miteinander gegründet, aber durch die steigende Aufmerksamkeit die ihr entgegen gebracht wird, steigt auch das Auslesematerial und wie es aussieht besteht keinerlei Risiko einer genetischen Verarmung. Im Gegenteil. Mit dem Anwachsen des Freundeskreises steigt auch unaufhaltsam der Genpool, ein Umstand dem auch der Landesverband und seine Wiener Vereine zunehmend Rechnung zu tragen sich bemühen.

Gut Ding - braucht Weile, wie ein Sprichwort sagt und die kleine Zuchtgruppe die heuer vom Landesverband gefördert wurde, mag zwar noch klein sein, aber ihre Aktivität steckt voll Begeisterung. Bee Coop z.B. ist eine solche weitere neue Entwicklung für Wiener Freizeitimker, mit dem Ziel interessierten Kleinstimkern, Arbeitsgerät und Lagerraum zur Verfügung zu stellen. Dazu noch eine Betreuung über die ersten 3 Jahre anzubieten um sie fachkundig in die Bienenkunde einzuführen. Dieses Projekt steckt natürlich noch in seinen Anfängen, zeigt aber den Enthusiasmus und die Liebe zum Thema.

Auch der größte Imker Österreichs, mit vielen Ständen in und rund um Wien ist mit im Boot und macht mit. Natürlich gibt es noch viele Detailfragen zu lösen, aber wenn der Enthusiasmus so weitergeht wird sich das alles wie von selbst weiter entwickeln. Wien ist mit seinen vielen heißen Betonterrassen und glühenden Blechdächern, jedem Wetter ausgesetzt eine wirklich Herausforderung und vielleicht auch eine Chance sich auf eine sehr ungewisse Klimaentwicklung einstellen zu können.

LG Heinz