11.11. Bürgeranwalt ORF 2

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Reinhard
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11.11. Bürgeranwalt ORF 2

THEMA: IST EIN OBSTBAUER SCHULD AM BIENENSTERBEN?
Anrainer eines Obstbauern in Kärnten vermuten, dass der Landwirt in unerlaubter Weise Insektizide „gespritzt“ und damit nicht nur viele Bienen getötet hat sondern auch ihre Gesundheit gefährdet. Gerichte und Verwaltungsbehörden ermitteln. Mit dem betroffenen Obstbauern diskutieren Anrainer, deren Anwalt und ein Vertreter des Imkerverbandes.

http://tv.orf.at/program/orf2/20171111/798269201/story

Pfiati, Reinhard

 

Reinhard
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

Eine interessante Sendung mit einer gut geführten Diskussion. Der Apfelbauer kommt meines Erachtens nicht gut weg.

Hier noch bis Sonntag zu sehen:

http://tvthek.orf.at/profile/Buergeranwalt/1339

Pfiati, Reinhard

 

Sommerbiene
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

 

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist er nur deswegen unter Anklage, weil er angeblich ein falsches, nicht zugelsssenes Mittel verwendet hat. Im "passenden" Mittel ist der gleiche Wirkstoff enthalten, dies wäre "in Ordnung".

Grüße von der Sommerbiene.

claudia1
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

das ist wohl nur ein  Punkt, dazu kommt noch

ab 12:25 ( Rechtsanwalt)

-Verstoß gegen das Kärntner Pflanzenschutzrecht

-unsachgemäße Anwendung, dadurch vorsätzliche Gefährdung der Umwelt( egal ob es zugelassen ist oder nicht)

-eventuell sogar Gemeingefährdung ( der unmittelbaten Nachbar)

 

- das Mittel ist nicht während der Blüte anzuwenden, er hat am 2.Mai in die Blüte gespritz

- er hat lt. eigenen Angaben ( Polizeibericht ) bei Bienenflug gespritzt

- er hat nur Rechnungen über das Dursban E 2 ( Schuld hat seine Frau)

 

aber: Er als Obstbauer braucht ja keine Bienen !!!!!!  die Bestäubung übernimmt der Wind.

Bei dem Herren ist wirklich Hopfen und Malz verloren, ich glaube da nützt kein Reden mehr, nur mehr eine hohe Strafe......

Leider scheint sein Sohn auch nicht besser zu sein....

 

 

LG Claudia

claudia1
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

Vielleicht sollte man dem Bauern Unterlagen zum Nachlesen schicken...zb das Bestäubungshandbuch von Herrn Mandl, vielleicht hätte er dann mehr Äpfel mit weniger Gift...

 

LG Claudia

Sommerbiene
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

 

Angesichts der Verwechslung der Mittel und der Beteiligung seiner Frau scheint nicht gesichert zu sein, dass er lesen kann.

Grüße von der Sommerbiene.

claudia1
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

Sommerbiene schrieb:

 

Angesichts der Verwechslung der Mittel und der Beteiligung seiner Frau scheint nicht gesichert zu sein, dass er lesen kann.

[/quote]

[quote=Sommerbiene]

Angesichts der Verwechslung der Mittel und der Beteiligung seiner Frau scheint nicht gesichert zu sein, dass er lesen kann.

 

das vermute ich auch, aber das soll vor Strafe nicht schützen.

Bin gespannt auf das Urteil. Erst dann kann man hoffentlich zum Schluß kommen, dass solche Vorfälle wirklich nicht mehr als " Kavaliersdelikte" abgetan werden.

LG Claudia

Bienen Sepp
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

Wenn ich's richt verstehe hat der Landwirt entgegen der Zulassung blühende Kulturen mit Chlorpyrifos behandelt und behauptet eine gute landwirtschaftliche Praxis zu pflegen.

Sieht die gute landwirtschaftliche Praxis so aus, dass:
- der in der Zulassung definierte Bienenschutz nicht eingehalten wird?
- Sicherheitshinweise nicht beachtet werden?

http://pmg.ages.at/export/PMG/PMG/web/reg/1797_1.html

 

Gibt es Vorschriften oder Gerichtsurteile, welche Abstände beim Ausbringen der Pflanzenschutzmittel einzuhalten sind?

 

Schöne Grüße Sepp

 

 

 

Sommerbiene
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

 

Ich krieg immer wieder einen Grant, wenn ich dieses verharmlosende Wort PFLANZENSCHUTZ höre.

 

 

Grüße von der Sommerbiene.

Reinhard
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

Sommerbiene schrieb:

 

Ich krieg immer wieder einen Grant, wenn ich dieses verharmlosende Wort PFLANZENSCHUTZ höre.

 

 

Slogan "unsere Landwirtschaffts"... vergiftete Böden etc. inklusive

Pfiati, Reinhard

 

claudia1
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

Bienen Sepp schrieb:

Wenn ich's richt verstehe hat der Landwirt entgegen der Zulassung blühende Kulturen mit Chlorpyrifos behandelt und behauptet eine gute landwirtschaftliche Praxis zu pflegen.

Sieht die gute landwirtschaftliche Praxis so aus, dass:
- der in der Zulassung definierte Bienenschutz nicht eingehalten wird?
- Sicherheitshinweise nicht beachtet werden?

http://pmg.ages.at/export/PMG/PMG/web/reg/1797_1.html

 

Gibt es Vorschriften oder Gerichtsurteile, welche Abstände beim Ausbringen der Pflanzenschutzmittel einzuhalten sind?

 

Schöne Grüße Sepp

 

 

 

[/quote]

Bienen Sepp schrieb:

 

 

Gibt es Vorschriften oder Gerichtsurteile, welche Abstände beim Ausbringen der Pflanzenschutzmittel einzuhalten sind?

 

Schöne Grüße Sepp

 

 

 

[

 

 

Schöne Grüße Sepp

 

 

 

 

 

Bei den Bienen gilt in Kärnten 10 m,verkürzbar auf 6 m, wenn es eine 2,5 m hohe Hecke oder Zaun gibt.....( wie fast in ganz Österreich)

Wenn man sich den Film anschaut, dann hat er die Bäume, die er spritzt, unmittelbar vor das Haus gepflanzt, aber er sagt ja, dass es "vorsichtig beim Spritzen" ist, damit es nicht zur Abdrift kommt...er macht das alles ja erst seit 27 Jahren ....unterrichten darf er das ganze auch noch ...

 

Es gibt auch in Kärnten sicher ein Immissionsschutzgesetz.........Aber es stellt sich schon die Frage, warum diese Anwohner nicht schon lange dagegen etwas unternommen haben. Die Spritzerei direkt neben dem Schlafzimmerfenster, neben den Kindern......da muss erst ein Massensterben bei den Bienen auftreten, bis die in die Gänge kommen.....und vielleicht nachdenken anfangen, ob sie wirklich im gesunden Grünen wohnen.....

LG Claudia

claudia1
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

Die betroffen unmittelbaren Nachbarn haben in dem Film auch gesagt, dass sie glaubten, hier enstehen weitere Wohnhäuser...dh. es müsste eigentlich Bauland gewesen sein. Wurde das umgewidmet, kommt den Anreiner laut Kärntner Kulturflächenschutzgesetz eine Parteienstellung zu ( §8).

Spätestens bei dieser Umwidmung hätten sie mitreden sollen.

§5  "Dieser Abstand darf von der Bezirksverwaltungsbehörde unter Bedachtnahme auf die Gelände-, Feuchtigkeits- und Windverhältnisse sowie auf die Lage der betroffenen Grundflächen je nach der Reichweite der zu erwartenden Einwirkung der Holzgewächse auf die angrenzenden landwirtschaftlichen Kulturflächen bis auf 3 m herabgesetzt oder bis auf dreißig Meter erhöht werden.

Aber wie so oft, wenn dann der Bürgermeister als Bauinstanz vor der Türe steht, und einem erzählt, dass ja nur Apfelbäume hinkommen, dass das ganz  toll ist.( ...ans Spritzen denkt man gar nicht zu diesem Zeitpunkt)......dann kann man natürlich den Abstand auf 3m herabsetzen....und schon hat man unterschrieben......

 

LG Claudia

Schweizerische ...
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

Ich habe mir die Sendung heute angeschaut (ja, wir können ORF schauen in der SchweizCool).
Was ich nicht verstehe: Es hätte ursprünglich Bauland sein sollen und wurde umgewidmet. Von wem? Dem Besitzer oder der Gemeinde? Der Besitzer hätte ja wohl mehr verdient mit Bauland – aus Schweizer sicht. Sei es drum, der Bauer kommt wirklich nicht gut weg. Und sein Sohn, der doch eine Generation jünger ist, ist anscheinend auch schon so verbohrt wie der Papa ...

Was mir positiv auffällt: Der Anwalt des Imkers zeigt Mut zu deutlichen Worten gegenüber dem Bauern!
Und der Herr Mandl mit seiner ruhigen Art hat sehr gut argumentiert. Ich wünschte mir so jemanden wie ihn in den Schweizer Führungsgremien.

Wird man hier informiert wie die leidige Geschichte dannzumal ausgegangen ist?

 

claudia1
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

 Ich hoffe doch, daß das Ergebniss irgendwo publik gemacht wird, aber das kann noch dauern.....

 

LG Claudia

Matthias 86
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Re: 11.11. Bürgeranwalt ORF 2

Hallo,

bei dem betroffenen Bauern und auch seinem Nachfolger(n) sollte angesichts so großer Ignoranz und ich nenn's mal Unwissenheit, ein Berufsverbot erlassen werden!....könnte man jetzt sagen, so einfach ist es aber leider nicht.

Ich weis auch nicht ob es hier so eine Art Nachschulung etc. gibt?...Wenn ich beim Autofahren verantwortungslos handle, kann ich jedefalls eine bekommen und auch ein Arzt kann seine Zulassung verlieren wenn er sich grobe Schnitzer leistet.

Pflanzenschutzmittel (infolge kurz PSM) haben jedoch fast Alle ihre Berechtigung und nicht ohne Grund gibts ja eine Gebrauchsanweisung inkl. Umwelt- u. Selbstschutzmaßnahmen die befolgt werden müssen.

Dann könnte man auch noch seinen Hausverstand einschalten bzgl. Art und Zeitpunkt der Ausbringung!

Es gäbe sicher einige Zwischenfälle weniger wenn betroffene Landwirte hier mehr Sorgfalt an den Tag legen würden....nicht nur beim PSM-ausbringen sonder z.B auch beim Mähen, machne mähn die Wiese ab 25cm Aufwuchs...da blüht fast nix mehr!

Ich hoffe die werden in den landwirtschaftlichen Fachschulen noch etwas nachschärfen...bzgl. Umweltbewusstsein, bis jetzt fällt mir jedenfalls auf dass mit jeder neuen Generation nur die Traktoren und Audis größer geworden sind.

Die Landwirtschaft hat gegenüber der Umwelt einfach eine zu Große Verantwortung, als dass man ihre Aufgaben  ungeeigneten Personen überlassen sollte!

 

MfG Matthias