Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Keine Antworten
Reinhard
Moderator
Bild von Reinhard
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 6904
Wohnort: Hagenbrunn/NÖ und Garsten/OÖ
Ich imkere seit: 2004
Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Aus einem anderen österreichischen Bienenforum habe ich dieses Schreiben entnommen. Da es einerseits in einem Forum bereits veröffentlicht wurde (12.10.2011 um 18.10 Uhr) und andrerseits das Thema sehr brisant ist, möchte ich es hier auch zur Kenntnis bringen und zur Diskussion stellen.

 

Es geht um dieses Behandlungsmittel:

http://www.tiergesundheit.bayervital.de/servlet/DirectPdfServlet?type=gi...

Mit diesen (Neben-)wirkungen:

http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?wir/00006977/0452_02.htm?wir/000...

http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/05000000/00051604.01?inhalt_...

Ein Block daraus, was unter Vorsichtsmaßnahmen steht:

Varroamilben können gegen Pyrethroide (hierzu gehört auch der Wirkstoff in den Bayvarol-Strips) resistent werden. In einem solchen Fall ist der Behandlungserfolg in Frage gestellt. Es wird empfohlen, die im Sommer mit Bayvarol-Strips behandelten Bienenvölker im Herbst (November) stichprobenweise mit einer einmaligen Anwendung von Perizin oder Oxalsäure nachzubehandeln. Fallen dabei in einzelnen Völkern mehr als 50 Milben ab, ist bei allen Völkern des Betriebes eine einmalige Behandlung mit Perizin oder mit Oxalsäure angezeigt.
Die unsachgemässe Anwendung von Bayvarol-Strips (z.B. über längere Zeit) kann zu erhöhten Flumethrin-Rückständen im Bienenwachs, im Kitt­harz und im Pollen führen. Auch der Honig kann durch belastete Wachsresten kontaminiert werden.
Während der Behandlungszeit und der folgenden 2 Monate ist das Sammeln von Pollen wegen möglicher Kontamination zu unterlassen.
Die mehrmalige Verwendung der Bayvarol-Strips ist nicht angezeigt.

 

Da brennen mir Fragen unter den Nägeln:

Wollen wir wieder die Chemie in unserem Bienenstock??!! Im Wachs, im Honig,....?

Wie wird die Biene resistent auf AS - gibt es dazu Untersuchungen?

 

Und hier das Schreiben:

Liebe Freunde des Vorstandes und Hauptausschusses!

Ich brauche dringend Eure Meinung zum Thema alternative Varroabekämpfungsmittel zu den organischen Säuren.
Wie Ihr wisst, ist nach dem Absetzen von Apistan und Perizin (Resistenz- und Rückstandsproblematik in Bienenwachs)
fast in ganz Österreich bei der Varroabekämpfungsstrategie auf organische Säuren (vorwiegend AS und Oxals.) gesetzt worden.
Der Erfolg war aus den verschiedensten Gründen weit weg von einem zufriedenstellenden Erfolg angesiedelt.
Die Imkerei verlor jedes Jahr tausende von Völkern (trotz intensivster Schulungen).
Nun gibt es einige Hinweise, dass wider Erwarten mit einer zunehmenden Widerstandskraft der Varroa gegen AS zu rechnen sein wird.
In Deutschland wurde deshalb eine neue Varroabekämpfungstrategie von der Fa. Bayer entwickelt, die wieder synthetische Mittel, wie Perizin und
Bayvarol (in Streifenform) abwechselnd mit AS und Oxals. (oder in Verbindung), vorsieht.
Wir könnten in Österreich dazu positiv Stellung nehmen um eine kurzfristige Bewilligung dafür zu erreichen.
In Gesprächen mit Vorständen aus anderen Bundesländern konnte ich durchaus positive Signale diesbezüglich wahrnehmen.
Sollten wir den Imkern nicht auch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung übertragen, dass sie im Ernstfall selber entscheiden können, wie sie Ihre
Bienen vor der Varroa schützen?
Anmerkungen dazu:
1. Ein hoher Prozentsatz unseres in Österreich gewonnener Honig durchläuft jetzt schon in seiner Produktion begleitend eine Varroastrategie, die nicht auf organische Säuren aufgebaut ist. (Legal ??)
2. Wir können uns auf Zeit nicht noch mehr Völkerverluste leisten, ohne dadurch den Standort unserer Imkerei in Österreich zu gefährden. Dies würde eine Kürzung der momentanen Fördermittel bedeuten (Weniger Völker = weniger Förderung). Geschweige den die Auswirkungen auf unser Ökosystem.
3. Ein verantwortungsvoller gezielter Einsatz von synthetischen Mitteln bedeutet auch minimale Rückstände.

Ich als Präsident des Steirischen Landesverbandes stehe positiv für eine alternative Varroabekämpfungsmethode.

Mit freundlichen Grüßen
Maximilian Marek
Präsident

Steir. Landesverband f. Bienenzucht
mit Steir. Imkerschule
8046 Graz - An der Kanzel 41
Tel. 0316/69 58 49
Fax: 0316/69 58 49-4
www.honig.at

Pfiati, Reinhard