Bayvarol - was kommt auf uns zu??

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Reinhard
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Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Aus einem anderen österreichischen Bienenforum habe ich dieses Schreiben entnommen. Da es einerseits in einem Forum bereits veröffentlicht wurde (12.10.2011 um 18.10 Uhr) und andrerseits das Thema sehr brisant ist, möchte ich es hier auch zur Kenntnis bringen und zur Diskussion stellen.

 

Es geht um dieses Behandlungsmittel:

http://www.tiergesundheit.bayervital.de/servlet/DirectPdfServlet?type=gi...

Mit diesen (Neben-)wirkungen:

http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?wir/00006977/0452_02.htm?wir/000...

http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/05000000/00051604.01?inhalt_...

Ein Block daraus, was unter Vorsichtsmaßnahmen steht:

Varroamilben können gegen Pyrethroide (hierzu gehört auch der Wirkstoff in den Bayvarol-Strips) resistent werden. In einem solchen Fall ist der Behandlungserfolg in Frage gestellt. Es wird empfohlen, die im Sommer mit Bayvarol-Strips behandelten Bienenvölker im Herbst (November) stichprobenweise mit einer einmaligen Anwendung von Perizin oder Oxalsäure nachzubehandeln. Fallen dabei in einzelnen Völkern mehr als 50 Milben ab, ist bei allen Völkern des Betriebes eine einmalige Behandlung mit Perizin oder mit Oxalsäure angezeigt.
Die unsachgemässe Anwendung von Bayvarol-Strips (z.B. über längere Zeit) kann zu erhöhten Flumethrin-Rückständen im Bienenwachs, im Kitt­harz und im Pollen führen. Auch der Honig kann durch belastete Wachsresten kontaminiert werden.
Während der Behandlungszeit und der folgenden 2 Monate ist das Sammeln von Pollen wegen möglicher Kontamination zu unterlassen.
Die mehrmalige Verwendung der Bayvarol-Strips ist nicht angezeigt.

 

Da brennen mir Fragen unter den Nägeln:

Wollen wir wieder die Chemie in unserem Bienenstock??!! Im Wachs, im Honig,....?

Wie wird die Biene resistent auf AS - gibt es dazu Untersuchungen?

 

Und hier das Schreiben:

Liebe Freunde des Vorstandes und Hauptausschusses!

Ich brauche dringend Eure Meinung zum Thema alternative Varroabekämpfungsmittel zu den organischen Säuren.
Wie Ihr wisst, ist nach dem Absetzen von Apistan und Perizin (Resistenz- und Rückstandsproblematik in Bienenwachs)
fast in ganz Österreich bei der Varroabekämpfungsstrategie auf organische Säuren (vorwiegend AS und Oxals.) gesetzt worden.
Der Erfolg war aus den verschiedensten Gründen weit weg von einem zufriedenstellenden Erfolg angesiedelt.
Die Imkerei verlor jedes Jahr tausende von Völkern (trotz intensivster Schulungen).
Nun gibt es einige Hinweise, dass wider Erwarten mit einer zunehmenden Widerstandskraft der Varroa gegen AS zu rechnen sein wird.
In Deutschland wurde deshalb eine neue Varroabekämpfungstrategie von der Fa. Bayer entwickelt, die wieder synthetische Mittel, wie Perizin und
Bayvarol (in Streifenform) abwechselnd mit AS und Oxals. (oder in Verbindung), vorsieht.
Wir könnten in Österreich dazu positiv Stellung nehmen um eine kurzfristige Bewilligung dafür zu erreichen.
In Gesprächen mit Vorständen aus anderen Bundesländern konnte ich durchaus positive Signale diesbezüglich wahrnehmen.
Sollten wir den Imkern nicht auch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung übertragen, dass sie im Ernstfall selber entscheiden können, wie sie Ihre
Bienen vor der Varroa schützen?
Anmerkungen dazu:
1. Ein hoher Prozentsatz unseres in Österreich gewonnener Honig durchläuft jetzt schon in seiner Produktion begleitend eine Varroastrategie, die nicht auf organische Säuren aufgebaut ist. (Legal ??)
2. Wir können uns auf Zeit nicht noch mehr Völkerverluste leisten, ohne dadurch den Standort unserer Imkerei in Österreich zu gefährden. Dies würde eine Kürzung der momentanen Fördermittel bedeuten (Weniger Völker = weniger Förderung). Geschweige den die Auswirkungen auf unser Ökosystem.
3. Ein verantwortungsvoller gezielter Einsatz von synthetischen Mitteln bedeutet auch minimale Rückstände.

Ich als Präsident des Steirischen Landesverbandes stehe positiv für eine alternative Varroabekämpfungsmethode.

Mit freundlichen Grüßen
Maximilian Marek
Präsident

Steir. Landesverband f. Bienenzucht
mit Steir. Imkerschule
8046 Graz - An der Kanzel 41
Tel. 0316/69 58 49
Fax: 0316/69 58 49-4
www.honig.at

Pfiati, Reinhard

 

Mindelsee
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

hallo

 

Da finde ich das Schreiben des Präsidenten viel interessanter. Was ist denn diese "zunehmende Widerstandskraft der Varroa gegen AS" und wieso nur gegen Ameisensäure aber nicht Milchsäure oder Oxalsäure? Wo kann man darüber nachlesen?

Übrigens gibt es in Deutschland reichlich öffentlich empfohlene, praktisch erprobte und sicher unktionierende "Varroakonzepte", siehe auch "Varroa unter Kontrolle".

Dass die Fa. Bayer immer wieder versucht Imker mit Giften von den Schäden durch ihre sonstigen Gifte (Stichworte sublethale Effekte, Neonicotinoide, Pyrethroide) abzulenken ist nichts neues und bedarf nicht weiterer Werbung durch Funktionäre. Sowas macht die Marketing-/PR-abteilung des Chemiegiganten schon selbst (Stichwort Endostat).

Ein Pyrethroid (Perizin) durch ein anderes Ersetzen ist dumm, zumal gegen Flumethrin europaweit Resistenzen bekannt sind.

 

Gruß vom regnerischen Mindelsee

 

Michael

Sommerbiene
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Ein DANKE an Euch, sehr interessant.

Grüße von der Sommerbiene.

Bienen-kurt
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Hallo Michael,

Ich muss sagen, das ich froh bin das es die Giganten gibt. Selber habe ich Asthma hätte ich mein Spray oder Cortison nicht wäre ich vielleicht schon oben ,vielleicht auch unten.Die Bienenwelt hätte einen Imker weniger.StirnrunzelndMan würde übereall das Geschrei der Menschen die Schmerzen haben hören, gäbe es nicht die Chemie.

Ich sollte ja so was nicht sagen, aber es gäbe auch viel weniger Menschen auf unseren schönen Erde.

Gruss bienen-kurt.

 

 

bienenkraft
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Bienen-kurt schrieb:

Ich sollte ja so was nicht sagen, aber es gäbe auch viel weniger Menschen auf unseren schönen Erde.

Hallo Kurt!

Die traditionelle Medizin mit ihren Chemiebomben hat sicher auch ihr Berechtigung und kann gutes bewirken!

Dein Schlußsatz gibt mir aber zu denken...

Liebe Grüße

Kathi

Mindelsee
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Hallo Kurt,

 

ganz richtig, aber Humanarznei ist nicht Agrochemie.

In der Humanarzneiproduktion mag Bayer groß sein, sicher aber kein Gigant, da gibt es zu viele Alternativen. Den Nutzen der Arzneimittelforschung werde ich sicher nicht bestreiten Cool, da bin ich der letzte.

 

Im Agrochemie-/Veterinärbereich sieht das leider etwas anders aus.

 

Gruß vom verregneten Mindelsee

 

Michael

Bienen-kurt
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Hallo Kathi,

Ich kann blos hoffen, das Du mich da nicht, falsch/missverstanden hast,,hmm,

Den kann man so rum, und anders rum lesen.Zwinkernd

Gruss bienen-kurt.

Bienensepp
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Hi, na ja

das mit der Resistenz gegen AS kann ich mir nicht so recht vorstellen.

Schliesslich gewöhnt man sich an ein Medikament schneller (Apistan und Co.)

als an den Holzhammer auf den Kopf (AS und Co.)

Sepp

Betreue die "Grauen" & Bee-happy

Konrad
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Wenn ich das richtig verstehe ist Bayvarol apothekenpflichtig gleich wie Perizin und Apistan. Heißt dann auch, dass ein Imker nicht wirklich an diese Gifte ran kommt,außer ein Tierarzt verschreibt es. Bitte korrigiert mich wenn ich das falsch verstanden habe.

Viel mehr überrascht mich das Schreibn vom steirischen Landespräsidenten. Ich habe da fastz den Eindruck, dass dies seine persönliche Meinung ist und er hierbei nicht unbedingt die Meinung der steirischen Imker vertritt. Wenn dem so ist, dann dürfte er eigentlich auch nicht mit seiner Präsidentschafts-Signatur unterzeichnen.

Marek schrieb:
Die Imkerei verlor jedes Jahr tausende von Völkern (trotz intensivster Schulungen).
Fakten wären da schon gut angebracht als pauschale Behauptungen. Ein paar echte Zahlen und vorallem wieviele Völker haben überlebt?

Marek schrieb:
In Gesprächen mit Vorständen aus anderen Bundesländern konnte ich durchaus positive Signale diesbezüglich wahrnehmen.
subjektes empfinden. Defintive Zusagen könnte das wohl besser untermauern. So bleibt es wohl sein persönliches Interesse.

Marek schrieb:
Sollten wir den Imkern nicht auch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung übertragen, dass sie im Ernstfall selber entscheiden können, wie sie Ihre Bienen vor der Varroa schützen?
Den Ernstfall haben wir doch laufend und die Imker entscheiden ja auch selbst wie sie es angehen. Die Argumentation müsste hier wohl eher nach einer weiteren Alternative verlangen und nicht den Imker als zur Zeit unmündig hinstellen.

Marek schrieb:
1. Ein hoher Prozentsatz unseres in Österreich gewonnener Honig durchläuft jetzt schon in seiner Produktion begleitend eine Varroastrategie, die nicht auf organische Säuren aufgebaut ist. (Legal ??)
Drohnenbrut entfernen, ApiLiveVar, ThymoVar, Hyperthermie - was soll das anhängsel (Legal??) Was will er damit ausdrücken? Wie hoch ist der Prozentsatz von dem er spricht? Wo sind die Fakten?
So bleibt es wiederum ein persönlicher Eindruck, sowie auch noch die massive Unterstellung, dass seine Untertanen zu einem hohen Prozentsatz vielleicht soagr illegale Sachen machen. Weckt wohl den Eindruck, dass er mehr die Interessen von Bayer als der Imker vertritt.

Marke schrieb:
2. Wir können uns auf Zeit nicht noch mehr Völkerverluste leisten, ohne dadurch den Standort unserer Imkerei in Österreich zu gefährden. Dies würde eine Kürzung der momentanen Fördermittel bedeuten (Weniger Völker = weniger Förderung). Geschweige den die Auswirkungen auf unser Ökosystem.
Der Klassiker schlecht hin. Zuerst das geld und dann die Biene. Die ist wieder nu ein Anhängsel. Die Prioritäten gehen hier klar hervor. Da bin ich ganz bei Albert, der in einem anderen Thread schreibt, dass sich die Interessensvertreter und Imker sich mehr um die Bienen kümmern sollten. Der Rest ergibt sich dann automatisch.

Marek schrieb:
3. Ein verantwortungsvoller gezielter Einsatz von synthetischen Mitteln bedeutet auch minimale Rückstände.
Miniale Rückstände sind aber schon extrem viel mehr als Rückstandsfrei. Es genügen ja auch minmale Dosen von Neonicotinoiden (Fa. Bayer) um unsere Bienen zu töten.

Die imkerlichen Interessenvertreter überraschen immer wieder. Zum Glück gibt es auch andere. Nur habe ich den Eindruck, dass diese immer weniger werden. PR Maschinerir und Medien sei Dank.

lg
Konrad


Hobbyimker
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Hallo!

Mich haut´s vom Hocker! Solch ein Ansinnen eines Landespräsidenten. Diese Idee muss wohl mal bei Vollmond entstanden sein. Anders kann ich mir das nicht vorstellen.

Das ist auch Wasser auf die Mühlen des "Bienenkönigs" Herrn Rindberger!

tschüss

Pepi

guenther
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Ich habe mal nach diesem Dreck gegoogelt.

Meine Erkenntnis daraus:

In Deutschland ist dieses Mittel nicht nur, aber hauptsächlich, wegen Resistenzproblemen mehr als umstritten.
Es soll sogar eine Empfehlung von Hohenheim aus dem 2005er Jahr geben, dieses Mittel eben wegen Resistenzproblemen nicht zu verwenden.
Nach dieser Empfehlung suche ich leider noch.

Über den Brief den Reinhard reingestellt hat, bin ich insofern erstaunt das erst vor kurzem aus Deutschland über die Medien zu hören war das die deutschen Kollegen erste Resistenzprobleme bei 60 prozentiger Ameisensäure festgestellt hätten.

Sollte das nur Zufall sein das Marek ausgerechnet jetzt mit seinem Anliegen vorprescht?

Weiters wäre ein wichtiger Punkt, wenn ich es richtig mitbekommen habe, ist aber in Deutschland im Gegensatz zu uns die 85 prozentige nicht zugelassen.

Den deutschen Kollegen wäre sicher besser geholfen, wenn dem wirklich so ist, die 85 prozentige Säure zuzulassen.

Denn es kommt bei ausschliesslicher Bayvarolbehandlung noch ein anderes Hoppala hinzu, nämlich das es im Gegensatz zur Ameisensäure nicht gegen die Tracheenmilbe wirkt.

Obiges mal ganz abgesehen von meiner persönlichen Ansicht solch chemischen Dreck nur als allerletzen Ausweg anzusehen.
Und dies erst dann wenn Alle dieser Ansicht sind das es uns wohl oder Übel nichts anderes übrigbleibt als das Zeugs zu verwenden.
Was ich mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen kann.

Und kommt mir jetzt bitte nicht wieder mit diesem Varroacontroller.

Sommerbiene
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

guenther schrieb:
Und kommt mir jetzt bitte nicht wieder mit diesem Varroacontroller.

Was meinst Du damit?

Grüße von der Sommerbiene.

guenther
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Weil ich ich nicht in einem Forum über diese "Kiste" diskutieren will.
Daher habe ich mich aus dem VarroaController Faden tunlichst rausgehalten.
Da wirst du keinen einzigen Eintrag von mir finden (soweit ich mich erinnern kann).

newbee
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

 

 Resistenzen, aber wo. Sind "verdrängt" worden.

 

http://www.gesundebienen.de/scripts/pages/de/service/behoerdenbereich/index.php

guenther
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

newbee schrieb:

 

 Resistenzen, aber wo. Sind "verdrängt" worden.

 

http://www.gesundebienen.de/scripts/pages/de/service/behoerdenbereich/index.php

 

 

Auch wenn es so ist, was ich nicht glaube werden die "Sparefrohs" unter den Imkern sehr schnell wieder dafür sorgen das sich neue Resistenzen bilden.

So wie sie es schon einmal getan haben.

 

 

guenther
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

 

 

Übrigens im "Pepiforum" (wie ihr sagt) wird das Thema gerade buchstäblich in der Luft zerissen.

DIe Abtimmung für den Einsatz steht derzeit bei 3 Ja-Stimmen und 33 Nein-STimmen!!!!!

Reinhard
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Ja, Günther, dort geht es um die Abstimmung über die Zulassung, die wir nicht beeinflussen können - nicht über den Einsatz. Beeinflussen können wir den aber sehr wohl durch unsere eigene Kaufsentscheidung.

Es liegt dann an jedem Imker, ob er das, was möglicherweise zugelassen wird, dann verwenden WILL oder nicht.

Pfiati, Reinhard

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newbee
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

 

Zur Resistenzbildung:

 

http://www.diebiene.de/sro.php?redid=47007

 

Erstaunlich finde ich, dass Bayer schon weiß, dass die Institute diese Mittel wieder empfehlen werden.

 

Noch erstaunlicher, dass Bayer angibt, dass diese Mittel im Frühling verwendet werden. Lesen die ihre eigenen Anwendungsbestimmungen nicht? 

guenther
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

 

 

Ja ist richtig, es geht um die Zulassung.

Aber ich denke  wir können das schon in gewissem Maße beeinflussen.

Es ist ja wohl im Gegensatz zur zb.: Maisbeize die Imkerschaft Österreichs als Ganzes die nach diesem Mittelchen verlangt oder nicht verlangt.

Und es liegt gegenüber Ministerien und Firmen letztendlich an unseren Repräsentanten ob wir eine Position für oder gegen dieses Mittel beziehen.

Ich glaube kaum wenn die Imkerschaft und damit unsere Repräsententen zb. geschlossen gegen eine Zulassung dieses Mittels auftreten, daß es dann auch gute Chancen hat tatsächlich zugelassen zu werden.

Denn ob der Brief von Marek ein Alleingang oder die Entscheidung einer kleinen Gruppe um ihn, über die Köpfe seiner Basis hinweg ist, oder nicht kann ich nicht beurteilen.

Mein Gefühl sagt mir jedenfalls, ja.

Denn auch ich habe diesbezüglich mit "massgeblichen Leuten" telefoniert und es ist durchaus nicht so das Marek da von Allen bereits "positive Signale" erhalten hat.

Wie ich erfahren habe ist diesbezüglich "noch lange nicht das letzte Wort gesprochen".

Und von anderen Bereichen wird diesbezüglich sehr wohl darauf gehört was die  breite Basis dazu signalisiert.

Und daher finde ich die Abstimmung im Pepiforum sehr gut.

 

 

 

 

Reinhard
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

guenther schrieb:

Und daher finde ich die Abstimmung im Pepiforum sehr gut.

Ich habe auch nicht gesagt, dass sie schlecht ist. Die Idee ist schon gut. Nur, was ist das Ergebnis der Abstimmung, besser die Erkenntnis? Was, wenn 100 dagegen und 2 dafür sind? Was machen wir Imker damit - mit dieser Erkenntnis?

Wer leitet sie an wen weiter? Wird auf ihn gehört?

Pfiati, Reinhard

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guenther
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

 

 

Ich denke das eine Forumsabstimmung, sofern sie nicht gefaket werden konnte, zumindest eine Tendenz erkennen lässt.

Und in umso mehr einschlägigen Foren diese stattfindet und die Ergebnisse annähernd gleich sind, dies auch repräsentativ ist.

Und ich bin der Hoffnung, das man sich nicht so ohne weiteres darüber hinweg setzen kann/wird.

 

Denn (meine ganz eigene Meinung zu dem Thema):

 

Wir können uns auch nicht gegen die Maisbeize stark machen, wenn wir selber bereit wären wenn es um unseren Erlös (Honig-Ernte) geht, zur Chemie-Keule zu greifen.

Damit stellen wir uns genau auf dieselbe Stufe wie ein Bauer der gebeizten Mais anbaut.

 

 

 

 

 

lalibela
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Hab den Link verfolgt, den Honig will i nicht einmal im Badewasser haben. Pfui teifl nochammol, wie kann man dem Honig sowas antun.

dietmar

bio und regional ist optimal
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albert
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Re: Bayvarol - was kommt auf uns zu??

Wie aussagekräftig ist eine Abstimmung in einem Forum mit 2430 Mitgliedern, wenn aktuell 52 abgestimmt haben? Was ist mit den anderen 2378? Es wird sicher unterstellt, dass es den anderen wurscht ist, also besteht kein Bedarf, die Marschrute zu ändern. So weit zur Interprätation von Statistiken. Leider!

Interessant ist folgende Feststellung der Firma Bayer auf der eigenen Homepage: Häufig geäußerte Vorbehalte gegenüber Perizin® gründen in erster Linie auf der Sorge vor Coumafos-Rückständen im Bienenwachs. Obwohl es keine Hinweise auf eine Überschreitung der zulässigen Rückstandsgrenzwerte gibt, können besorgte Imker ab sofort coumafosfreie Mittelwände aus deutschem Bienenwachs beziehen. Das ist das typische Florianiprinzip. Ich trag' mein belastetes Wachs zum Umarbeiten. Die Mittelwände, die ich dafür bekomme stammen ja eh aus dem unbelasteten Wachs der anderen.

LG Albert

http://ibas.at