Bienen und allergischer Nachbar

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Gusti77
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Bienen und allergischer Nachbar

Hallo liebe Imkerkollegen,

wie würdet ihr euch verghalten.

Hab meine Bienen gleich beim Haus. Abflugrichtung zu meinem Haus, jedoch von meinem Haus ca 60 m weg. Die Bienen stehen hier seit vielen Jahren; schon mein Vater hat sie hier betreut.

Vor ca 3 Jahren hat sich bei meinem Nachbar eine Allergie gegen Bienengift entwickelt. Diese ist so stark, dass er schon 3. Mal mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus musste.

Die Abflugrichtung der Bienen ist nicht auf sein Grundstück gerichtet. Er hat eine Hecke. Von seiner Grundgrenze sind sie ca 10 m weg.

Der Platz ist von der Lage her optimal. Auch der Honigertrag ist super.

Ich habe berufsbedingt keine Zeit die Bienen an einem anderen Standort zu betreiben unbd habe auch kein Ersatzgrundstück. Was soll ich machen....die Imkerei aufgeben?

Obwohl ich nichts dafür kann, ist mir das ganze natürlich sehr unangenehm!

LG  

Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Lieber Gerald!

Du hast uns hier nicht geschrieben, wie das Verhältnis zu Deinem Nachbarn ist und ob er von Dir tatsächlich die Entfernung der Bienen verlangt. Selbst wenn dem so wäre, ist es ja auch nicht so, dass dann alles "in Ordnung" und seine kleine Welt bienenfrei ist. Ich habe auf meinem Grundstück 20 Meter vom Haus 55 Bienenstöcke stehen. Wir hatten schon viele Leute eingeladen und es ist noch nie etwas geschehen, außer dass ein lieber Freund einmal gestochen wurde. Ich glaube nicht, dass Dein Stand das Problem für Deinen Nachbarn verstärkt, es könnte aber sein, dass er seine Angst vor Bienen verstärkt. Ich würde ganz einfach mit ihm offen sprechen, aber wie gesagt, über Dein Verhältnis zu ihm wissen wir zu wenig.

Grüße von der Sommerbiene.

Gusti77
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Hallo,

das Verhältnis zu ihm ist sehr gut. Wir sind Jugendfreunde und waren auch zusammen öfters auf Urlaub.

Nur sein Vater (der Nachbar ist selbst schon 40 J) verlangt vehement, dass die Bienen weg müssen. Es war auch schon der Amtstierarzt da (weil entsprechende Meldung vom Vater gemacht wurde). Dieser hat aber alles in Ordnung befunden.

Trotz alledem bilde ich mir aber ein, dass die Lebensgefährtin des Nachbarn nun schon auf Distanz zu mir geht.......das Verhältnis scheint sich also zu trüben.....zumindest mit den Angehörigen des Nachbarn.

Danke fürs feedback u lG

Reinhard
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Gerald, da ist jeder Ratschlag schwer, denn es werden 2 Dinge zusammengeschweißt, die nicht zusammen passen:

Deine Freundschaft zu den Nachbarn einerseits und dein Hobby andrerseits. Eines wird gegen das andere aufgewogen, wobei DU egal, welche Entscheidung fällt, nur verlierst. Das ist schade.

Letzten Endes liegt die Entscheidung bei dir, welches für dich das kleinere Übel ist. Aber so, wie es aussieht bleibt dir der Freundschaft wegen nur ein anderer Bienenstandort.

Wäre es ein Nachbar, der dir egal oder sogar etwas unangenehm ist, dann würde ich mich auf den rechtlichen Standpunkt zurückziehen. Wenn die Bestimmungen eingehalten werden, dann bist du auf der (rechtlich) richtigen Seite, aber so.... 

Pfiati, Reinhard

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Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Lieber Gerald,

ich kann nachvollziehen, was es für Dich bedeuten würde, die Bienen zu entfernen. Wer seine Bienen neben seinem Haus hat, weiß, wie schön es ist, mal rauszugehen und sich ein wenig vor das Flugloch zu setzen und die Bienen zu beobachten. NVielleicht ist das Bienenaufkommen in Deinem Umkreis etwas größer als normal. Meine Nachbarn zB. haben überhaupt kein Problem damit, obwohl etwa 30 Meter von Ihnen entfernt 2,5 Mio. Bienen Ihrer Arbeit nachgehen. Aber das Entscheidende scheint mir das Verhalten Deines Freundes und Nachbarn zu sein. Bevor ich Bienen hatte, erinnere ich mich nicht daran, jemals von einer Biene belästigt oder gar gestochen worden zu sein. Wenn man nun allergisch ist und vor den Tieren Angst hat, ändert sich mitunter das Verhalten und so mancher schlägt panisch um sich oder wird zumindest nervös, wenn sich etwas nähert, was wie eine Biene aussieht. Durchaus aufdringlicher verhielten sich letztes Jahr bei mir die Wespen, es war eine Herausforderung, zu bestimmten Zeiten im Garten zu sitzen und vielleicht noch was zu essen. Ich glaube, ein intensives und ausführliches Gespräch mit Deinem Nachbarn und seinem Vater wäre sehr gut. Ihm aber die Angst vor den Tieren zu nehmen, wird schwierig angesichts seiner Situation. Und aus dieser Angst heraus entstehen erst Verhaltensweisen, die gefährlich werden könnten.

Oft geschieht es im Leben, dass Menschen auf Distanz gehen oder man jemanden (aus den Augen) verliert. Du musst die Entscheidung treffen, was Dir wichtiger ist. Wenn Dir Deine Bienen sehr wichtig sind, sollst Du sie dort behalten, wo sie sind, es ist Dein Recht. 

Grüße von der Sommerbiene.

bienenkraft
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Hallo Gerald!

Also ich (selber allergisch auf Bienengift) muß auch sagen - ich würd an Deiner Stelle glaub ich doch auf den gemütlichen Stand zuhause verzichten und mir eine andere Lösung suchen. Weinend

Meiner Meinung ist eine gute Nachbarschaft sehr wichtig - und Du riskierst vielleicht sogar ein bißchen Deine Freude an den Bienen wenn Du so weiterarbeitest....

Und nicht vergessen: vielleicht hat es auch seine Vorteile - die Du jetzt nur noch nicht erkennst!

Alles Gute!

Liebe Grüße!

Kathi

Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Wer sagt denn, dass der Nachbar immer von Bienen gestochen wurde? Kathi, Du bist allergisch auf Bienengift und hast selbst Bienen. Und von Gerald würdest Du verlangen, dass er sie weggibt? Ja glaubt denn dann der Nachbar, dass alles in Ordnung ist und keine Bienen mehr in seinem Garten sind?

Ja, eine gute Nachbarschaft ist sehr wichtig, aber nicht um jeden Preis. Hier ist meiner Ansicht nach Aufklärung wichtig. Wenn jemand in drei Jahren drei mal mit dem Hubschrauber eingeliefert wird, dann ist das schon etwas merkwürdig. Ich bin in 30 Jahren einmal von einer Wespe gestochen worden und ich war viel in der Natur. Wie gesagt, das verhaltne ist entscheidend und es ist nicht gewährleistet, dass eine Ortsveränderung der Bienen sein problem lösen.

Wieviel Stöcke hast Du, Gerald?

Grüße von der Sommerbiene.

albert
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Ich denke, dass der Hannes mit seinem klärenden Gespräch eine ganz gute Richtung vorgibt. Bis jetzt wissen wir noch nicht, wie der betroffene Nachbar selbst darüber denkt. Auch er könnte mit seiner Familie sprechen und so vielleicht die Situation entschärfen.

Wenn sich alle Beteiligten inkl. der Nebenbeteiligten (Angehörige) an einen Tisch setzen, kommt man oft auf Möglichkeiten, die man vorher nie in Erwägung gezogen hätte. Der Rechtsstandpunkt ist klar, das stärkt dir ein bisserl deine Position. Du musst also nicht unbedingt alles akzeptieren, was die Nachbarn von dir wollen. Menschlich ist aber eine Wiederannäherung notwendig. Vielleicht helfen auch die Nachbarn aktiv mit, eine für alle akzeptable Lösung zu finden. Ein Grundstück z.B., das nicht dir gehören muss, wo der Besitzer aber nichts dagegen hat, wenn dort Bienen stehen. Wenn das dann noch in der Nähe ist... Eine Völkerreduzierung wäre vielleicht auch eine Überlegung.

Auch wenn die Bienen von deinem Grundstück verschwinden, heißt das noch lange nicht, dass sein Garten dann bienenfrei ist.

LG Albert

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Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

albert schrieb:

Auch wenn die Bienen von deinem Grundstück verschwinden, heißt das noch lange nicht, dass sein Garten dann bienenfrei ist.

Außer er lässt seinen Garten zur Gänze verfliesen Zwinkernd

Grüße von der Sommerbiene.

Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Was könnte der Nachbar gegen seine Allergie tun? Kathi, kannst Du uns da nicht einiges berichten?

Grüße von der Sommerbiene.

bienenkraft
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Hallo Hannes!

Naja, er könnte natürlich eine Desensibilisierung machen.

Ich werde (ein Blutwert ist noch ausständig) voraussichtlich in den nächsten Wochen mit dem Programm beginnen - also regelmäßige (monatlich glaub ich?) Injektionen von Bienengift in geringen Dosen über etwa 5 Jahre wurde mir gesagt.

Der Nachbar ist natürlich nicht damit gleichzusetzen - aber wenn mein Mann oder meine Tochter eine Allergie hätten würde ich ohne zu zögern meine Stöcke außer Reichweite bringen.

Liebe Grüße

Kathi

Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

bienenkraft schrieb:

Naja, er könnte natürlich eine Desensibilisierung machen.

Ich werde (ein Blutwert ist noch ausständig) voraussichtlich in den nächsten Wochen mit dem Programm beginnen - also regelmäßige (monatlich glaub ich?) Injektionen von Bienengift in geringen Dosen über etwa 5 Jahre wurde mir gesagt.

Lieber Gerald, vielleicht erkundigst Du Dich bei Ärzten in der Umgebung darüber ( ob das immer hilft, was das kostet, Erfolgschancen, Risken usw.) und schlägst das mal Deinem Freund bei einem Glaserl Wein vor? Was ist, wenn Du ihm vorschlägst, Dich mit einem Drittel an den Kosten zu beteiligen? Dann ist beiden geholfen, denn schließlich gibt es ja außer Deinen auch noch andere Bienen und auf Urlaub fahren wird er ja auch und auch dort gibt es Bienen.

Grüße von der Sommerbiene.

Norbee
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Hallo!

Die Hyposensibilisierung kostet den Patienten im Regelfall fast gar nix. Sogar die Fahrtkosten ins Spital können rückerstattet werden.

Das Einzige wäre, man braucht ca. 4 - 6 Tage Zeit für die Behandlung Im Spital, dann erfolgen die Injektionen einmal pro Woche und später einmal im Monat für 5 Jahre. Dabei verliert man schnell jegliche Angst vor Spritzen, eine angenehme NebenwirkungCool

Ich kann das jedem Insektengiftallergiker nur empfehlen. Ich selbst bin jetzt mit der Wespe fertig, Biene würde ich bei eindeutigen Symptomen noch machen. Die Blutuntersuchung hat bei mir auch eine Bienengiftallergie ergeben, allergische Symptome hatte ich bisher aber noch keine.

Gruß

Norbert

Gusti77
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

soweit ich informiert bin, macht der nachbar diese sensibilisierung seit ca 2 jahren. bei jedem allergischen schock muss er aber angeblich wieder nei 0 starten.

ich habe dort 14 stöcke. noch weiter reduzieren????

 

lg gerald

Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Lieber Gerald,

die Verantwortung für die Situation Deines Nachbarn liegt aus meiner Sicht nicht bei Dir. Es wäre sicherlich eine tolle Geste von Dir, die Bienen zu verstellen, ich glaube jedoch nicht, dass sich das Problem Deines Nachbar damit nachhaltig lösen lässt. Er arbeitet seit 2 Jahren daran, das finde ich gut. Erkundige Dich wie groß die Chancen sind, dass diese Allergie beseitigt werden kann und sprich mit ihm über sein Verhalten und erkläre ihm die Bienen. Ich würde ihn und seine Partnerin zum essen einladen und ihm sagen, dass Du lange überlegt hast, aber keine Alternativen findest und man Dir auch gesagt hat, dass damit die Bienen von seinem Grundstück auch nicht weg sind. Du wirst insbesondere in Zukunft bei der Selektion Deiner Königinnen auf Sanftmut Wert legen. Sag ihm, wie sehr die die Freundschaft am herzen liegt und dass Du Dich ausführlich erkundigt und nach Alternativen gesucht hast.

Also: Ich würde die Bienen nicht verstellen und die Stockanzahl auch nicht reduzieren. Und eins noch: Wenn ihm an dieser Freundschaft etwas liegt, dann wird er auch für Dich Verständnis haben. Wenn diese Freundschaft durch dieses "Problem", dessen Ursache NICHT du bist, draufgeht, dann war es keine Freundschaft. Es erscheint mir wichtig, dass Du ihm Deine Sorge und Deine Bereitschaft bekundest, ihm zu helfen. Du hältst aber keine Giftschlangen oder Giftspinnen, sondern trägst mit Deiner Bienenhaltung zum Naturschutz bei. Und Bienen greifen im allgemeinen nicht an, außer, wenn sie sich bedroht fühlen. 

Grüße von der Sommerbiene.

Paul
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Hallo meiner Meinung wäre ein Informierendes Gespräch das die Angst reduzird

und gleichzeitig das Interesse für das (Phänomen der Honigbiene)wachruft ,in

Buchform ,eine Möglichkeit.

Viel ErfolgLächelnd Paul

Norbee
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Hallo!

Wenn schon eine Behandlung gegen die allergische Reaktion gemacht wird, und die nicht hilft, ist es schon eine schwierige Situation. Eine solche Allergie kann schnell lebensbedrohlich sein, die Rettungseinsätze zeigen es ja. Zum Glück ist die Allergie bekannt und es kann danach gehandelt werden.

Müsste ich in diesem Fall entscheiden, wäre für mich klar, dass der Bienenstand verlegt wird. Es würde schon reichen den Stand im Spätherbst um nur 1km zu verlegen. Immerhin wäre dann die Bienenkonzentration etwas reduziert.... Das sollte zeitlich möglich sein, man muß ja nicht unbedingt jeden Tag zu den Völkern schauen, 1 Mal pro Woche reicht.

Oder vorübergehend könnte die Völkerzahl reduziert werden, denn die Hyposensibilisierung ist eine der wirksamsten Behandlungen bei Allergien. Selbst wenn die Behandlung die Allergie nicht heilt, ist zumindest eine Linderung der Symptome da. Es macht ja schon einen Unterschied ob jemand nach einem Insektenstich ein Kreislaufversagen hat, oder nur juckenden Ausschlag bekommt.

Schönen Gruß

Norbert 

 

 

Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Norbee schrieb:

 Das sollte zeitlich möglich sein, man muß ja nicht unbedingt jeden Tag zu den Völkern schauen, 1 Mal pro Woche reicht.

 

...sagt jemand, der seine Völker vermutlich nicht bei sich zu Hause stehen hat.

Grüße von der Sommerbiene.

Bernhard
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Also ich bin da auch der Meinung dass das Leben des Nachbarn doch vorgeht. Und wie Norbee richtig sagt, der ein oder andere Kilometer sollte da doch nicht das Problem sein.

Solang die Situation immer gut ausgeht ist es ja nicht gar so schlimm, aber sollte der Nachbar dann tatsächlich mal an einem Bienenstich sterben wüsste ich dann nicht wie ich damit umgehn sollt.

Mfg Bernhard

Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Bernhard, das Leben des Nachbarn geht vor, das ist keine Frage. Aber glaubst Du, es ändert etwas, wenn die Bienen woanders stehen? Drei mal in drei Jahren mit dem Hubschrauber ins Spital, da stimmt doch was nicht. Es kann doch nicht sein, dass das an den Bienen vor Ort liegt. 

Grüße von der Sommerbiene.

Bernhard
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Ja dass das gleich drei Mal in drei Jahren passiert ist schon ein bisschen eigenartig. Aber von der Anzahl der Bienen im Garten würd sich wahrscheinlich doch was ändern wenn sie ein bisschen entfernt stehen. Aber wahrscheinlich wär ein einfaches Gespräch mit ihm wohl einfach das Beste.

Mfg Bernhard

albert
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Sommerbiene schrieb:
Es kann doch nicht sein, dass das an den Bienen vor Ort liegt.
700.000 Bienen in einem Abstand von ein paar Metern zum Nachbar aufgestellt machen keinen Unterschied dazu, als wenn diese nicht dort stünden?!?

LG Albert

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Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

albert schrieb:

Sommerbiene schrieb:
Es kann doch nicht sein, dass das an den Bienen vor Ort liegt.
700.000 Bienen in einem Abstand von ein paar Metern zum Nachbar aufgestellt machen keinen Unterschied dazu, als wenn diese nicht dort stünden?!?

 

Lieber Albert,

ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten. Bei mir stehen 2,5 Mio. Bienen ein paar Meter neben meinem Wohnhaus. Meine Gäste und Nachbarn haben keine Probleme mit den Bienen. Ich denke, es liegt durchaus auch am Verhalten eines Menschen, der eine gefährliche Allergie hat. Dieser Mensch gerät in Panik, wenn er etwas Wespen-oder Bienenähnliches sieht. Und Bienen und Wespen werden auf seinem Grundstück immer sein.

Grüße von der Sommerbiene.

Reinhard
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Hannes, bei allem Verständnis dafür, dass du, so wie wir alle hier im Forum, Bienen gern haben und uns dafür interessieren...

Aber wenn jemand allergisch reagiert und eventuell Todesängste durch die Reaktion nach einem Stich bekommt, dann kann man das nicht so einfach abtuen mit dem Argument, dass es Bienen überall gibt. Deine Bienen stehen direkt am Rand einer großen Walsfläche mit Flugrichtung dorthin.

Wenn jemand seine Bienen in einem dichten Siedlungsgebiet hat, dann ist das eine andere Situation. Ich habe einen Imker gekannt, der hat auch ständig Probleme gehabt mit den Nachbarn durch (unvermeidliche) Stiche bei Mäharbeiten z.B. und durch Schwärme, die auf den Bäumen der Nachbarn gehängt sind. Viel Freude und Freunde hat er sich nicht gemacht gehabt.

Auch bei mir war ein früher Nachbar, der mir ziemlich eindeutig gesagt hat, was er von meinen Bienen hält. Ich habe extra noch einen 2m hohen Zaun zwischen seinem Grund und meinem errichtet. Gott sei Dank ist er weggezogen, seither macht mir das Imkern wieder viel mehr Spaß und ist stressfreier.

Wenn dann noch lebensbedrohliche Situationen dazukommen, dann ist ein klärendes Gespräch das erste, was nötig ist und anschließend eventuell doch die Suche nach einem geeigneteren Standplatz.

Stell dir vor, dein Nachbar, mit dem dich auch noch eine Freundschaft verbindet, stirbt durch einen allergischen Schock nach einem Bienenstich. Würdest du dann dein Gewissen damit beruhigen, dass es ja gar nicht bewiesen ist, dass es deine Biene war? ICH hätte damit ein Problem!

Pfiati, Reinhard

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albert
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Lieber Hannes,

Würdest du ruhig und besonnen reagieren, wenn jemand eine Waffe auf dich richtet und dich so in Lebensgefahr bringt? Genausowenig ist das vom Nachbarn zu verlangen, der berechtigter Weise jedes Mal, wenn er eine Biene in seiner Nähe sieht, mit dem Schlimmsten rechnen muss.

Also bitte nicht Rechtfertigungen suchen, warum eigentlich der Nachbar Schuld an dem Schlamassl ist.

LG Albert

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Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Lieber Reinhard,

ich habe hier meine Meinung bzw. meine Empfehlung kundgetan, tut mir leid, wenn sie Dir nicht gefällt. Natürlich ist diese Meinung subjektiv und immer zu hinterfragen. Wäre ich vor Ort und würde mit beiden Beteiligten sprechen, käme ich (vielleicht?) zu einem anderen Schluss. Ich denke nach wie vor, dass es auch am Verhalten des Nachbarn liegen muss, wenn dieser dreimal im Jahr ins Spital eingeliefert wird. Meine Nachbarn wurden im letzten Jahr 0x von Bienen gestochen, jedoch massiv von Wespen belästigt. Auch die hier besprochenen Bienen haben die Abflugrichtung weg vom Nachbarn, das ist also wie bei mir. Selbst wenn dieser Bienenstand weg ist, werden im Nachbargarten weiterhin Bienen und Wespen fliegen. 

Wenn ich diese Allergie hätte, würde ich natürlich auch darum bitten, die Bienen weg zu stellen. Aber auch ich müsste gewisse Gegebenheiten oder anders lautende Wünsche zur Kenntnis nehmen und hätte mich darauf einzustellen. Wäre es so einfach, einen anderen Stand zu finden, hätte es unser Freund hier sicher schon getan. Auch der Nachbar könnte in seinem Interesse mithelfen, einen solchen Stand zu finden.

Ich habe übrigens für solche Fälle vorgesorgt und im Haus liegt eine für diese extremen allergischen Fälle erforderliche Spritze auf, die mittels Cortison diesem Schock vorbeugt und bis zum Eintreffen eines Arztes oder im Spital einem Allergiker Sicherheit gibt. Weder ich noch meine Gäste wissen zu 100%, ob nicht vielleicht eine Allergie vorliegt. Und Verantwortung habe ich als Besitzer von 50 Stöcken, das ist klar. Aber es muss auch klar sein, dass jeder Mensch eine Eigenverantwortung hat. 

 

Grüße von der Sommerbiene.

Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

albert schrieb:

Also bitte nicht Rechtfertigungen suchen, warum eigentlich der Nachbar Schuld an dem Schlamassl ist.

Lieber Albert, ich habe nicht Rechtfertigungen gesucht und auch nicht dem Nachbarn Schuld an einem "Schlamassl" gegeben. Es gibt hier keine "Schuld". Es gibt hier eine Situation, wo alle Beteiligten an einem Tisch sitzen sollten, um die bestmögliche Lösung suchen. Die volle Verantwortung und ein Handlungsbedarf liegt weder beim Bienenbesitzer noch beim Nachbarn alleine. 

Grüße von der Sommerbiene.

Sommerbiene
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Re: Bienen und allergischer Nachbar

Lieber Gerald,

Du, der du letztendlich eine Entscheidung treffen wirst, solltest vorher intensiv das Gespräch suchen und alle möglichen Informationen sammeln, sei das, dass Du Dich noch genauer über diese Allergie erkundigst und auch vielleicht - mit Erlaubnis Deines Freundes und Nachbarn - mit dem Arzt sprichst, der ihn behandelt. Ein Gespräch über Bienen und ihr grundsätzliches Desinteresse an Angriffen wäre auch nicht schlecht, wenngleich es zu verstehen ist, dass man in seiner Situation panisch reagiert und damit "quasi" etwas hervorrufen könnte, was sonst aller Voraussicht nach nicht geschieht. Du vermittelst Deinem Freund damit auch das Gefühl, dass Du an dieser Sache und natürlich an seinem Wohlergehen großes Interesse hast. Wenn es vielleicht nur darum geht, die nächsten 2 Jahre zu überbrücken, ist eine zeitbegrenzte Übersiedlung vielleicht für Dich - und mithilfe Deines Nachbarn - einfacher zu bewerkstelligen als eine endgültige. Für mich klar ist und das habe ich ja auch schon oben geschrieben, dass diese Angelegenheit nicht Deine alleine ist und Du sehr wohl auch um Unterstützung Deines Nachbarn ersuchen kannst. Also auch dein Nachbar wird in seinem Interesse dafür zu sorgen haben, einen geeigneten Platz zu finden, zu dem Du vielleicht 4 Minuten mit dem Auto fährst. 

Diese Angelegenheit ist nicht Deine, sondern Eure. Wenn Du etwas für Ihn tun willst, dann ist das nicht Deine Sache, sondern Eure Sache. Und das wird ihn auch etwas kosten, und damit meine ich nicht in erster Linie Geld, sondern seinen Einsatzbereitschaft und den Willen, Dich hier zu unterstützen.

Grüße von der Sommerbiene.