BIENENVÖLKER ZU VERKAUFEN !?

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Sommerbiene
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BIENENVÖLKER ZU VERKAUFEN !?

 

Liebe Imker,

 

Viele von uns suchen Bienenvölker und reagieren daher sofort auf diese Überschrift. Doch Vorsicht! Die meisten von uns wissen, dass damit auch erhebliche Risken verbunden sind. Paketbienen z.B., die einigen von uns als die "letzte Rettung" für den heurigen Honigertrag erscheinen, sind geeignet, auch Schädlinge wie den Beutenkäfer sehr rasch zu uns zu transportieren. Abgesehen davon behaupte ich, dass der Transport dieser Tiere über tausende Kilometer reine Tierquälerei ist. 

 

Überlegen wir, wie wir unsere Bienenvölker ersetzen, ohne möglicherweise Risken einzugehen und möglicherweise dafür verantwortlich zu sein, dass der Käfer um Jahre früher in unseren Breiten auftaucht. 

 

1.

Wir erhalten ab Ende Mai/Anfang Juni eine ausreichende Anzahl an Kunstschwärmen von heimischen Imkern, mit denen wir unsere verlorenen Völker rasch wieder ersetzen können. Der Preis ist günstiger und das Risiko geringer. Verzichten wir doch hinsichtlich einer gesunden und risikoarmen Völkervermehrung auf den Ankauf von Bienen, die tausende Kilometer lang gequält werden und in Temperaturzonen heimisch sind, die mit unserem Klima wenig gemein haben. Versuchen wir daher schon jetzt, Kunstschwärme bei Imkern zu reservieren.

 

2.

Erweitern wir nachhaltig unsere bisher übliche Völkerzahl, damit wir etwaigen Folgeproblemen wie verminderter Honigertrag nicht so stark ausgesetzt sind. Haben wir unsere Völker gut über den Winter gebracht, können wir einige davon im Frühjahr verkaufen. Sicher werden uns andere Imker dankbar dafür sein.  

 

3.

Erweitern wir unsere Völkerzahl auch deshalb, um zumindest nächstes Jahr einen Jahresvorrat an Reservehonig aufzubauen. Mit Völkerverlusten müssen wir immer rechnen, es wird darüberhinaus auch Jahre geben, wo wir null Honigertrag haben. Haben wir genug Honig auf Lager, sind wir nicht zu Schritten gezwungen, die wir unter normalen Umständen nicht wagen würden.

 

4.

Vielen von uns ist der Honigertrag nebensächlich bis egal. In diesem Fall haben wir die Möglichkeit, unsere Völker im Sommer mittels Ableger zu vermehren. Wir stehen daher nicht - wie einige Erwerbsimker - mit dem Rücken zur Wand und müssen Risiken eingehen.

 

Noch was: Bestellt jemand Paketbienen, trägt er ein hohes Risiko und hat meines Erachtens kaum Gewährleistung. Was machen wir denn, wenn die Hälfte der Bienen beim Transport umgekommen sind? Es werden alleine aus diesem Grund schon mehr Bienen eingefüllt, als bestellt wurden. Glauben wir denn wirklich, der Absender wird den Schaden ersetzen? Welches Wetter werden wir denn Anfang April haben, wenn der Paketdienst/Expressdienst die Pakete mit den Bienen bringt? Strahlenden Sonnenschein, um die Bienen auf Mittelwände einzuschlagen? Oder Schneefall, wie letztes Jahr zB. im Wiener Raum? Es gibt darüber hinaus keine Liefertermingarantie. Und geht ein Paket verloren, gehen tausende Bienen zugrunde.

 

Ich wünsche Euch alles Gute.

 

Grüße von der Sommerbiene.