Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Da führt sich der "Bio"-Gedanke selbst schon lange ad absurdum. Warum muss ich Brasilianische Orangen, Paradeiser aus Italien und Erdbeeren aus Spanien kaufen, die dann noch von sich behaupten, Bioprodukte zu sein. Bio schließt in erster Linie Regionalität, geringe Transportwege, enger Kontakt Produzent - Konsument mit ein. Die ausschließlich auf Profit orientierten Supermarktketten mit ihren riesen Apparaten, die dahinter stehen waren das schlechteste, das Bio passieren konnte.
Es steht schon lange nicht mehr der Biogedanke im Mittelpunkt. Die Kohle ist das einzige, was Interesse erweckt.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Servus Günther,
Das lässt mich jetzt schmunzeln, denn ich glaube, in der Gemüseabteilung beim Metro eine ähnliche Beobachtung wie du gemacht zu haben. Obwohl es nicht zum Schmunzeln ist!!!
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
albert schrieb:
Die Kohle ist das einzige, was Interesse erweckt.
Das ist allerdings immer und überall so.
Würden die Gesetztgeber mehr auf die Gesundheit der Bevölkerung schauen als auf Wirtschaftszahlen, dann gäbe es den Begriff Bio in der Wirtschaft so gar nicht, weil ohnehin alle Bio produzieren würden ohne, dass man es extra ausweisen müssten. Dann gäbe es keine GVO bei Futter- und Lebensmittel, keine Pestizide, kein Kunstdünger, dann würden wir längst schon auf eneuerbare Energien setzen und unsere Luft und Wasser sauberer halten. Die Wirtschaft hätte ihre Schwerpunkte nicht im Verbrauch dieses Planetens sondern im Erhalt. Es würde besser laufen als Heute und alle wären gesünder und zufriedener.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
lalibela schrieb:
...Ansonsten bitte keine Gschichterln herumposaunen, die nicht stimmen oder vielleicht oder wo möglich...
Des G'schichterl stimmt scho. Ka Suag.
Das "ich glaube..." bezog sich darauf, dass ich nicht genau weiß, was Günther für eine Beobachtung gemacht habe. Das stellt aber nicht meine Beobachtung - die eindeutig war - in Frage.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Liebe Spezialisten, die ihr ja alle seid,
Bio hat vom ursprünglichen Verständnis her nur mit der Betriebsweise zu tun, und sonst mit nix, weder mit fairtrade noch Regionalität. Interpretiert nix rein, was nit rein gehört.
Dass man als Konsument an Bio andere Anforderungen stellt, als sie im Gesetz vorgesehen sind, ist eine andere Sache, eine Weiterentwicklung des Biogedankens. Das ist erlaubt und kann natürlich gefordert werden. Das wäre jetzt aber Aufgabe der Mitglieder der Bioverbände, es in ihren Richtlinien zu integrieren, dann kanns nicht mehr vorkommen, dass in einem Bioladen Bioerdbeeren aus Chile oder sonstwo verkauft werden. Nur, dann ist im Winter der Laden bis auf Karotten, Kraut und Erdäpfel leer - überspitzt ausgedrückt.
Sogar, stellt euch das einmal vor, sogar ein Bobauer darf ins Metro fahren, er darf dort auch konventionelle Waren einkaufen, er darf sie auch selber essen und verkochen. Verkaufen darf er sie aber nicht unter dem Biologo.
Biozertifiziert heißt, dass diese Produkte, die der LW mit "Bio" auszeichnet biokontrolliert sein muss. Das heißt aber auch, dass er konventionelle Waren mitverkaufen darf, soweit sie nicht der gleichen Art wie die Bioware entspricht. D.h. wenn er Bioweizen anbaut und verkauft, darf er keinen konventionellen Weizen verkaufen und lagern. Sollte auf einem neuen zugekauften und konventionellen Feld Weizen angebaut werden, so wird der Bioweizen auf konventionell zurückgestuft. Nur so als Beispiel, wie es abläuft.
Genauso kanns auch in der Imkerei geschehen, dass ein Bioimker aus dem Marchfeld mit ruhigem Gewissen konventionellen Alpenblütenhonig verkaufen kann, allerdings ohne Biohinweis, weder am Etikett noch Adresse... Dies gilt für sogenannte Codexbetriebe, nicht für Verbandsbetriebe, die regeln das strenger.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Wie du in deiner Signatur ja richtig schreibst: "Bio und regional ist optimal". Regional auch mit Bio in Verbindung zu bringen sollte nicht erst gefordert werden müssen, denn: Was hilft es wenn ich Bio-Gemüse anbaue dieses aber in Bioblumenerde aus China wächst..... weil die eben die billigste ist.
Was ich damit sagen will Bio sollte auch Resourcenschonend bedeuten, Wie Dietmar aber schreibt müssen wir dafür erst lautstark eintreten.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Reinhard schrieb:
Denn, wie ihr richtig schreibt, was nützt "Bio", wenn ich das Wachs aus Afrika einfliegen lasse.... :-(
Es ist sehr leicht, sich gegen afrikanisches Wachs auszusprechen. Woher hätte man jedoch in Europa so viel einwandfreies Wachs genommen? Das war und ist noch immer nicht ausreichend vorhanden. Bio nützt nicht mehr oder weniger, ob nun das Wachs aus Afrika oder aus dem Waldviertel stammt. Besser ein rückstandsfreies Wachs aus Afrika als Wachs mit Rückständen.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Hannes, bist du dir bewusst, wie das Wachs in Afrika geerntet wird? Nur wegen des Geldes werden dort zum Teil Völker vernichtet!
Außerdem ist es am Anfang einer Imkerei leicht, nur ein paar rückstandsfreie Mittelwände zu kaufen und über Anfangsstreifen das eigene Wachs bauen zu lassen. Da braucht man nicht kiloweise Wachs aus 10.000 km Entfernung!
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Sommerbiene schrieb:
Es ist sehr leicht, sich gegen afrikanisches Wachs auszusprechen. Woher hätte man jedoch in Europa so viel einwandfreies Wachs genommen? Das war und ist noch immer nicht ausreichend vorhanden.
Ich habe in meiner Bio-Anfangszeit auch afrik. B-Wachs bestellt und dann u.a. wegen des m.M. sehr unangenehmen Geruchs wieder zurückgeschickt.
Ich habe dann genügend bio B-Wachs in Österr. eingekauft und falls Du noch welches brauchst: nun hab ich genügend eigenes B-Wachs oder auch aus Dt.land.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Reinhard schrieb:
Da wäre sehr interessant, den Ökologischen Fußabdruck miteinfließen zu lassen!
Denn, wie ihr richtig schreibt, was nützt "Bio", wenn ich das Wachs aus Afrika einfliegen lasse.... :-(
Nur, die Spielregeln ändern kann halt nur derjenige, der mitspielt.
Noch was, man kann die Imkerei in Afrika nicht mit der in Europa vergleichen. Wobei man Afrika nicht als Afrika bezeichnen darf, Afrika sind xLänder mit unterschiedlichsten Kulturen, Bräuchen, Geschichte, Traditionen, Wirtschaftwelten...
In manchen Ländern weis man von Bienen nur, dass sie Honig machen, aber wie und wo.. keine Ahnung. So die Aussagen von Leuten, die unten waren. Dort wird ein Volk halt ausgeräumt, geplündert, der Honig ausgepreßt und das Wachs wurde früher weggeworfen. Inzwischen weiss man von der Bedeutung afirkanischen Bienenwachses. Wie schon gesagt wurde, das europäische Wachs haben wir uns ja selber versaut, vergönnen wir ihnen halt die paar Dollar für den Export. Da auch afrikanisches Wachs immer teurer wird, wird die eigene Wachsversorgung immer interessant bleiben und soll auch betrieben werden.
Wer verwednet denn das Wachs aus Afrika? Nicht die Imker, die sind sicher minimal im abnehmen, der Großteil geht in die Cosmetik, Lebensmittelindustrie, sonstiges. Und warum nehmen die nicht das europäische, das ja vor der Haustür ist? Nicht, weils billliger ist, sondern weils europäische Wachs versaut ist, von uns Imkern. Und das hat die Industie in den letzten Jahren mitbekommen.
Bitte, hört auf mit diesen Diskussionen, die nerven einfach, in jedem Forum das selbe.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Für diejenigen, die es nicht wissen: Ein Großteil des Biowachses Deutschlands und Österreichs stammt ursprünglich aus Afrika, es wäre gar nicht anders möglich gewesen, rückstandsfreies Wachs in ausreichender Menge zu beschaffen. Anfang roch es unangenehm, dies ist jedoch schon lange nicht mehr der Fall. Grundsätzlich darf dieses Wachs nur als Umstellungswachs von Imkern in der Umstellungsphase auf Bio verwendet werden, Bioimker dürfen grundsätzlich nur Bio-Wachs aus zertifizierten Bio-Betrieben kaufen. Das afrikanische Biowachs ist zwar garantiert rückstandsfrei (Zertifikat von der UniHohenheim liegt bei), stammt jedoch nicht aus zertifizierten Biobetrieben (weil es dort keine gibt).
Letztes Jahr gab es wieder einen Engpass bei Bio-Wachs, sodass in diesem Fall von Bio-Imkereien ausnahmsweise wieder afrikanisches Wachs verwendet werden durfte. Ein Zeichen, dass die Nachfrage immer noch höher als das Angebot ist. Es ist also müßig, über die Nachteile des afrikanischen Wachses- den weiten Transport- zu sprechen. Aber auch das afrikanische Wachs wird bereits knapp: China kauft immer mehr davon.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
lalibela schrieb:
Bitte, hört auf mit diesen Diskussionen, die nerven einfach, in jedem Forum das selbe.
Wenn ich Diemtar richtig verstanden habe, meint er diese Disskussionen über den Transport von afrikanischem Wachs. Es ist wirklich mühsam. Wir wissen alle, wie schlimm es ist, aber:
Es wäre nicht anders möglich gewesen. Auch nicht mit Reinhards Vorschlag der Mittelstreifen. Wenn das für jeden Imker so einfach wäre, hätten es sicher mehr so gemacht und Geld gespart. Aber es gibt große und kleine Imker und unterschiedliche Betriebsweisen, die einen Wachszukauf - insbesondere auch bei der Umstellung -erforderlich und unabdingbar machen.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Sommerbiene schrieb:
Für diejenigen, die es nicht wissen: Ein Großteil des Biowachses Deutschlands und Österreichs stammt ursprünglich aus Afrika, es wäre gar nicht anders möglich gewesen, rückstandsfreies Wachs in ausreichender Menge zu beschaffen. Anfang roch es unangenehm, dies ist jedoch schon lange nicht mehr der Fall.
weshalb war dieser unangenehme Geruch zu Beginn? wonach?
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Dann lass dir ins Stammbuch schreiben, genau dafür, um zu diskutieren sind Foren da, nicht mehr und nicht weniger.
Eigene Meinung darf jeder äussern nur muss er auch anderen die ihre zugestehen, sonst wirds ganz schnell eine Alleinunterhaltung....
Danke für die Belehrung, ich weiss, für was Foren da sind, aber wenn in jedem 2. Thema, wo es um bio geht, die Geschichte mit dem Wachs daher kommt, weil es keine anderen Argumente gibt (Biozucker kommt ja inzwischen umweltschonend aus Niederösterreich), dann wird s einfach langweilig.
Ich versuch ja eh fachlich Informationen zu liefern, umsonst soll ich ja nicht an der Boku mich mit dem Thema Biolandwirtschaft beschäftigt haben und ganz umsonst sollen die Jahre als Biokontrollor auch nicht gewesen sein.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
weshalb war dieser unangenehme Geruch zu Beginn? wonach?
Hallo Kathi,
das Wachs hatte einen stark rauchigen Geruch. Schon gewöhnungsbefürftig, für alle Beteiligten. Dieser Geruch stammte von der Gewinnungsmethode, des ausräuchern der Bienenvölker, wie es in manchen afrikan. Gegenden Brauch war, weil sie es nicht anders kannten.
Bei uns stinkt es jetzt halt nach Thymol, oder bald, wenn wir nit aufpassen.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
@dietmar; dein Fachwissen möchte dir ja niemand absprechen, also.....
Zum Produkt biozucker sollte man eigentlich sagen: Zucker aus Rüben aus biol. Landwirtschaft, das wäre ehrlicher, denn die gewinnung läuft im gleichen Werk, gleicher Ablauf
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Auch wenn's vielleicht langweilt, aber es geht sehr wohl, die Bienen selbständig den Wabenbau errichten zu lassen. Ich hab' noch nie einen verzweifelten Schwarm im Baum gesehen, der nicht weiß, wie er zu Waben kommt. Machen tut's nur (fast) niemand, weil angeblich bauen die Bienen nur Drohnenwaben, die Waben brechen beim schleudern und werden von den Bienen sowieso nur kreuz und quer gebaut. Schon einmal ausprobiert? Denn nur dann kann man es beurteilen, ob es wirklich nicht funktioniert. Natürlich sollte ich mir vorher überlegen, wie ich's angehe, damit es auch so funktioniert, wie man sich schönen Wabenbau vorstellt.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Klar. Aber es gibt Situationen, in denen man Wachs kaufen muss. Niemand ist seines Geldes Feind und jeder würde gerne eine günstigere Möglichkeit wahrnehmen. Es gut nur nicht immer.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Sommerbiene schrieb:
Es wäre nicht anders möglich gewesen. Auch nicht mit Reinhards Vorschlag der Mittelstreifen. Wenn das für jeden Imker so einfach wäre, hätten es sicher mehr so gemacht und Geld gespart. Aber es gibt große und kleine Imker und unterschiedliche Betriebsweisen, die einen Wachszukauf - insbesondere auch bei der Umstellung -erforderlich und unabdingbar machen.
Also das kann ich so nicht stehen lassen. Meiner Ansicht wär es ganz sicher anders gegangen... Nur hätte es vielleicht etwas länger gedauert und man hätte nicht so schnell wieder so viel Ertrag erhalten. Und das letztere ist warscheinlich das, was für die meisten ein "absolutely no" ist!
Oder welchen Grund sollte es sonst geben, dass der Wachszukauf bei der Umstellung erforderlich und unabdingbar ist??
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
xmike13 schrieb:
Zum Produkt biozucker sollte man eigentlich sagen: Zucker aus Rüben aus biol. Landwirtschaft, das wäre ehrlicher, denn die gewinnung läuft im gleichen Werk, gleicher Ablauf
Da hast du recht mike, so heißt es ja auch beim Wein, da es keine Produktionsrichtlinie für "Biowein" gibt, noch nicht gibt. Es happert noch bei den Zusatzstoffen, wie Nährsalze, soviel ich weiss. Dort heißt es ja auch: Wein aus biologischen Weintrauben, und trotzdem redet jeder nur abgekürzt von Biowein.
Es ist halt immer so, dass es für ein "sicheres" Produkt gewisse Hilfsstoffe braucht. Oder noch Versuche in eine biologische Richtung, wie man den gleichen Effekt der Nährsalze auch mit Biozutaten in den Produktionsverlauf reinbringt.
Aber zurück zum Zucker: Der Anbau ist bio, die Produktion dann konventionell, aber mit strengen Abläufen und Kontrollen, damit keine Biorüben mit Konvent. verwechselt werden. Entweder gibts ein eigenens Werk, oder die Biorüben kommen als erstes dran und der Rest später. Aber genau weiss ichs nicht, wie es abläuft.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
OK., Michael, sagen wir ein Erwerbsimker hat 150 Bienenstöcke und entscheidet sich für die Umstellung auf Bio. Bitte sag mir, wie Du das konkret angehen würdest, ohne Wachs zuzukaufen. Bitte schildere es in allen Details, damit wenn möglich keine Frage offenbleibt. Danke.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Hallo Sommerbiene,
ich versuchs mal so... Ob jetzt 1 Volk oder 150 Völker auf bio umzustellen ist im Grunde gesehen ja das selbe... Also ich mein ob ich bei einem Volk jetzt das ganze Wachs austausche oder bei 150.
Das Problem was ich sehe liegt in der heutigen hektischen Zeit vergraben. Alles muss sofort und gleich sein. Würde man jedoch den natürlichen Bautrieb der Bienen nutzen würde die Umstellung sicher ganz anders laufen. Und auch wenn meine Imkerlaufbahn noch in Kinderschuhen steckt hab ich schon gesehen, welche Mengen an Wachs Bienen im Stande sind zu produzieren. Ich war begeistert!!
Sicher würde die Umstellung länger dauern, und sicher wird sie dadurch nicht einfacher! Das sind doch die Probleme auf die du anspielst oder? Das versteh ich doch auch... Nur sollte man sich schon bewusst sein, dass wenn man eine schnelle Umstellung wählt, diese vom Fleiß und der Ausbeutung anderer entspringt...
Da frag ich mich wär es nicht besser sich und den Bienen für die Umstellung etwas mehr Zeit zu gönnen??? Was würde dagegensprechen noch 2 bis 3 Jahre "normalen" Honig zu verkaufen bis das Wachs vollkommen ausgetauscht wurde? Und erst dann auf BIO umzusteigen?
Freu mich schon auf eine Antwort!! Gedankenaustausch ist doch immer wieder etwas schönes!
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Wäre trotzdem nett wenn Du die einzelnen Arbeitsschritte beschreibst, wie Du konkret vorgehst, also das Wachs komplett austauscht, ohne eines zuzukaufen. Würde mich interessieren, wie Du vorgehst.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Hallo Sommerbiene,
eine komplette Anleitung wie ich damit vorgehe kann ich dir leider noch nicht liefern... Bin eben auch erst selbst dabei es zu schaffen meinen eigenen reinen Wachskreislauf zu bekommen. Eines ist aufjedenfall mal fix... ich lass die Bienen die Arbeit für mich machen!
Aber wie ich vorgehe, ich hänge leere Rähmchen zwischen bereits ausgebaute Rähmchen... so haben die Bienen schon mal eine gewisse Vorgabe an der sie sich orientieren können. Oder zb. So wie Reinhard es geschrieben hat mit einem Anfangsstreifen, das hätte zur Folge, dass viel weniger BIO-Mittelwände benötigt würden und so ein Zukauf aus dem Ausland dadurch verhindert würde.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Reinhard schrieb:
Hannes, wie ich es oben schon gesagt habe:
Du kaufst nur 10% der Menge an Mittelwänden, die du benötigen würdest, nimmst nur Anfangsstreifen und lässt die Völker bauen. Wo ist das Problem?
Wenn es kein Probelm gibt und das so einfach ist, so wird doch sicher einer hier den kompletten Vorgang beschreiben können. Also: Komplettes Wachs (Brutraum und Honigzargen) mit Rückständen raus und Biowachs rein. Bitte beschreibt mir doch, wenn es so einfach ist, den kompletten Vorgang, von Anbeginn, Schritt für Schritt, und in etwa welcher Zeit.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Demonstartion anhand eines einzelnen Bienenvolkes:
Sagen wir du tauschst pro Jahr 1/3 deiner Rähmchen aus und ersetzt sie mit lehren Rähmchen mit Anfangsstreifen. Das hätte zur Folge, dass du innerhalb von 3 Jahren (3x1/3=3/3) dein komplettes Wachs ausgetauscht hättest. Du gehst genauso vor als wenn du Rähmchen mit Mittelwänden einsetzen würdest.
Wenn die Flieger Platz brauchen und ihn auch noch haben bauen sie!! und wie! Zumindest ist das meiner Erfahrung nach so, auch wenn diese noch nicht allzu groß ist. Das muss ich eingestehen.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Sommerbiene schrieb:
Wenn es kein Probelm gibt und das so einfach ist, so wird doch sicher einer hier den kompletten Vorgang beschreiben können. Also: Komplettes Wachs (Brutraum und Honigzargen) mit Rückständen raus und Biowachs rein. Bitte beschreibt mir doch, wenn es so einfach ist, den kompletten Vorgang, von Anbeginn, Schritt für Schritt, und in etwa welcher Zeit.
Du machst mit dem Volk einen Kehrschwarm in einer Beute mit den von Reinhard beschriebenen Rähmchen mit Anfangssreifen. Futter drauf (in deinen Fall Eigenhonig oder Biozucker) und los gehts
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
xmike13 schrieb:
Zum Produkt biozucker sollte man eigentlich sagen: Zucker aus Rüben aus biol. Landwirtschaft, das wäre ehrlicher, denn die gewinnung läuft im gleichen Werk, gleicher Ablauf
Das stimmt nur teilweise.
Die wenigen Biobauern, die Bio-Zuckerrüben liefern, sind wegen der geringen Menge an Bio-Rüben verpflichtet, innerhalb eines Zeitfensters von nur 1 Woche ihre Rüben zu einem kleinen Zuckerwerk in Tschechien zu führen.
Das Zuckerwerk gehört auch der Agrana und dort wird wohl nach dem gleichen Verfahren gearbeitet. Soweit richtig. Aber es ist eine eigene Charge von ca. 3-4 Tagen pro Jahr, wo dort ausschließlich diese Bio-Rüben verarbeitet werden.
Unangenehm für die Rübenbauern ist, dass sie kaum einen Einfluß auf den Erntezeitpunkt haben - das Zeitfenster ist fix, sie können nicht noch 2 Wochen abwarten, damit Zuckergehalt und Wassergehalt optimal (auch für ihren Geldbeutel) sind.
Übrigens wird der Arbeitsaufwand für das Beseitigen von Unkraut ohne Spritzmittel auf 80 bis 320 Stunden pro Hektar geschätzt! 2 Arbeitswochen pro Hektar mindestens!!!! Kein Wunder, warum Bio-Umsteiger ziemlich schnell mit den Zuckerrüben aushören und ihre Rübenkontingente (an konv.) verkaufen.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Hallo liebe Bienenfreunde!
Zurück zum Buch. Der Titel ist auf jeden Fall kontraproduktiv, was sehr schade ist. Denn eigentlich will der Autor ja nur die Industrialisierung von Bio-Produkten durch die Großkonzerne anprangern. Die Qualität von BIO stellt er ja nicht in Frage. Aber hier teilen sich auch die Meinungen.
Re: "BIO" -Schmäh und doch nur ein Weg abzucashen?
Blumenwiese schrieb:
Das stimmt nur teilweise.
Die wenigen Biobauern, die Bio-Zuckerrüben liefern, sind wegen der geringen Menge an Bio-Rüben verpflichtet, innerhalb eines Zeitfensters von nur 1 Woche ihre Rüben zu einem kleinen Zuckerwerk in Tschechien zu führen.
Das Zuckerwerk gehört auch der Agrana und dort wird wohl nach dem gleichen Verfahren gearbeitet. Soweit richtig. Aber es ist eine eigene Charge von ca. 3-4 Tagen pro Jahr, wo dort ausschließlich diese Bio-Rüben verarbeitet werden.
Unangenehm für die Rübenbauern ist, dass sie kaum einen Einfluß auf den Erntezeitpunkt haben - das Zeitfenster ist fix, sie können nicht noch 2 Wochen abwarten, damit Zuckergehalt und Wassergehalt optimal (auch für ihren Geldbeutel) sind.
Übrigens wird der Arbeitsaufwand für das Beseitigen von Unkraut ohne Spritzmittel auf 80 bis 320 Stunden pro Hektar geschätzt! 2 Arbeitswochen pro Hektar mindestens!!!! Kein Wunder, warum Bio-Umsteiger ziemlich schnell mit den Zuckerrüben aushören und ihre Rübenkontingente (an konv.) verkaufen.
Herzliche Grüße, die Blumenwiese
Hab den Fachmann für Biozuckerrübe bei Bio Austria gebeten, gelegentlich einmal für die Imkerzeitung einen Bericht über die Bizuckerrübenproduktion zu bringen.
Das Werkl ist in Tschechien, keine 15 km von Laa entfernt, also nit weit weg vom Schuss.