Futterkranzprobe

75 Antworten [Letzter Beitrag]
Immlein
Bild von Immlein
Offline
Beigetreten: 01.01.2011
Beiträge: 231
Wohnort: Breitenbach
Ich imkere seit: 1993
Rähmchenmaß: Zander
Futterkranzprobe

Wie ist eure Meinung zur Entnahme von Futterkranzproben zwecks Vorsorgeuntersuchung bezüglich AFB (Amerikanische Faulbrut) ? Ich habe gerade heute dazu völlig konträre Meinungen gehört. LG.R

Die Biene kann mehr als Wachs schwitzen und Honig brauen.

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 775
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Ich imkere seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Futterkranzprobe

Hallo Rosi,

 

für die konträren Meinungen ist doch eigentlich Deutschland zuständig Unschuldig

Im Norden basiert das AFB Konzept aus politischen Gründen sehr stark auf der Labordiagnostik (und hat relativ wenig Bienensachverständige).
Im Süden wird vorallem auf klinische Symptomatik gesetzt (und es gibt sehr viele Bienensachverständige die ständig geschult werden).

Deutliche Unterschiede sind bisher nicht zu erkennen.

Meines Erachtens ist aber erkennbar:

- Im Südwesten ist die Bienendichte extrem viel höher als im Norden. Trotzdem sind die meisten AFB-Fälle lokal , d.h. betreffen wenig Stände

- Auch in Norddeutschland wurden nach Umstieg auf vorwiegend Laborbasierte Bewertung größere AFB-Gebiete gefunden.

Schwierig ist das ganze durch die neuen (?) Ecotypen geworden. Einer weisst lange keine klinischen Symptome auf. Die Bienen kommen mit den Pilzen super klar. Muss man da gleich amtlich vorgehen?

Auch die Labordiagnostik (Sporenvermehrung auf Nährmedien) hat ihre Haken und nicht alle Sporen (Stadien, Ecotypen) vermehren sich dort gleich gut, werden also auch nicht gleich gut diagnostiziert.

Gruß vom sonnigen Mindelsee

 

Michael

Reinhard
Moderator
Bild von Reinhard
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 4978
Wohnort: Hagenbrunn/NÖ und Garsten/OÖ
Ich imkere seit: 2004
Re: Futterkranzprobe

Hallo Rosi, kannst du uns bitte die gehörten Standpunkte samt deren Erläuterungen bitte in Kurzform wiedergeben?

Pfiati, Reinhard

honigfritsch.jimdo.com

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Mindelsee schrieb:
...Die Bienen kommen mit den Pilzen super klar.

Wovon wird da gesprochen? Von der Faulbrut?

Faulbrut (Erreger: Bacillus larvae bzw. Paenibacillus larvae larvae)

LG Albert

http://ibas.at

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Was man da alles lernt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, hinter einem Bacillus einen Pilz zu vermuten. Also hab' ich imm www nachgesehen:

Zitat:
"Bacillus" (Fadenbakterie), ehemalige Pilzgattung aus der Ordnung der Spaltpilze. Durch neuere Untersuchungen als Entwickelungszustand verschiedener Spaltpilze erkannt.

(Ein g'scheiter Bursch, der Michael)

LG Albert

http://ibas.at

Bienensepp
Bild von Bienensepp
Offline
Beigetreten: 10.12.2009
Beiträge: 313
Wohnort: Semriach
Rähmchenmaß: EHM
Re: Futterkranzprobe

Hi,

die Futterkranzprobe, sofern diese aus dem Futterkranz, direkt über der Brut stammt, ist mit Sicherheit aussagekräftig.

lG. Sepp

Betreue die "Grauen" & Bee-happy

Sommerbiene
Bild von Sommerbiene
Online
Beigetreten: 16.11.2010
Beiträge: 3772
Wohnort: Wien
Re: Futterkranzprobe

Wer von Euch macht die Futterkranzprobe???

Grüße von der Sommerbiene.

Immlein
Bild von Immlein
Offline
Beigetreten: 01.01.2011
Beiträge: 231
Wohnort: Breitenbach
Ich imkere seit: 1993
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

Mehrere Imker in einem Verein wollen auf freiwilliger Basis  Futterkranzproben untersuchen lassen-das sind eher jüngere Imker, welche diese Überlegung anstellen. In einem Nachbarort wurde letztes Jahr AFB festgestellt-

Bei der Mitfinanzierung durch den jeweiligen Landesverband hätte der Imker einen Selbstbehalt von 8 Euro.--/Probe, unser Landesverband (Tirol) unterstützt die Untersuchungen nicht. Man ist der Meinung, das wäre nicht notwendig, die Begutachtung durch einen Bienensachverständigen würde reichen. Also müssten die Imker pro Probe 56.--+ Ust für eine Untersuchung  aus eigener Tasche bezahlen(Tarif von der AGES). Als Eigentümer der Belegstellen steht es dem Landesverband frei, Futterkranzproben zu verlangen-tut er aber nicht- Argument: Futterkranzproben sind nicht zielführend und wäre nur eine Einnahmequelle für Labore (nona-wozu dann Labore, wenn sie nichts verdienne dürfen?)-ausserdem gibt es ja Bienensachverständige!!??

Laut Werner von der Ohe(Bieneninstitut Celle) sind Futterkranzproben sehr wohl zielführend, da schon sehr früh Befallsherde erkannt werden.  Dem steht der Vorwurf der Planstellenfinanzierung der jeweiligen Institute gegenüber-übrigens: in Celle kostet eine Probeuntersuchung 22.--.

Die Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Untersuchungen wird in D sehr heftig geführt-mir wurde das als Kampf um die Finanzierung der Institute dargestellt. Zudem herrscht die Angst vor, ein Mittel in die Hand zu bekommen, um das Wandern zu verhindern-(Sperrgebiete).

Ich persönlich finde, diese Untersuchungen haben Sinn und als Imker ist man auf der sichereren Seite-insbesondere, wenn man die Bienen nicht nur als industrialisierte Honigerzeuger/Bestäuber sieht.

Durch die Untersuchungen bekommt man bei positivem Befund die Möglichkeit rasch zu reagieren. Bei Nichterkennen oder zu spätem Erkennen kann sich der Befall aber zu einem verheerenden Flächenbrand ausbreiten -

 

Michael, ich weiß, dass bei euch ein Kampf tobt-ich weiß auch, dass Herr v.d.M. jetzt nicht mehr  in die Vorsorgeuntersuchungen involviert ist-und, und und-bei uns gibt es kein Bieneninstitut mehr-ob sich jetzt ein Labor durch Futterkranzuntersuchungen oder Blutwertbestimmung sein Geld verdient, ist mir aber im Grunde egal, solange es der Gesundheit und Sicherheit der Bienen dient. Und dazu brauche ich nun mal ein Labor-schade um den Streit bei euch-wir hätten doch eigentlich genug andere Probleme zu lösen, oder?

Ich kann den Diskussionen nicht immer ganz folgen- nachdenklich. R

 

 

 

 

Die Biene kann mehr als Wachs schwitzen und Honig brauen.

Bienensepp
Bild von Bienensepp
Offline
Beigetreten: 10.12.2009
Beiträge: 313
Wohnort: Semriach
Rähmchenmaß: EHM
Re: Futterkranzprobe

Hallo,

in der Steiermark kostet die Untersuchung meines Wissens auch nicht mehr als eine Honiguntersuchung, also den Selbstbehalt von aktuell 12 Euro. Wanderimker haben eh keine Alternative als die Beprobung.

Bei neg. Befund bist aber ziemlich auf der sicheren Seite

meint der Bienensepp

Betreue die "Grauen" & Bee-happy

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 775
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Ich imkere seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Futterkranzprobe

Guten Morgen

 

jetzt habe ich einmal gehofft  Verwirrung stiften zu können Unschuldig und schon hat mich Albert wieder entlarvt Cool

 

Für den Alltagsgebrauch ist es trotzdem besser AFB unter "Bakterien" abzuspeichern. Deswegen werden ja auch Antibiotika, die meisten davon sind eigentlich bakteriostatisch aktiv, gegen AFB eingesetzt. Jüngst wurden wieder Sulfonamide bei deutschen Imkern gefunden. Die wirken nur statisch, sprich die Sporenmengen bleiben erhalten nur die Keime können sich nicht/kaum vermehren (es sei denn sie sind resistent).

Gruß vom schönen Mindelsee

 

Michael

albert schrieb:

Was man da alles lernt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, hinter einem Bacillus einen Pilz zu vermuten. Also hab' ich imm www nachgesehen:

Zitat:
"Bacillus" (Fadenbakterie), ehemalige Pilzgattung aus der Ordnung der Spaltpilze. Durch neuere Untersuchungen als Entwickelungszustand verschiedener Spaltpilze erkannt.

(Ein g'scheiter Bursch, der Michael)

Immlein
Bild von Immlein
Offline
Beigetreten: 01.01.2011
Beiträge: 231
Wohnort: Breitenbach
Ich imkere seit: 1993
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

Bienensepp schrieb:

Hallo,

in der Steiermark kostet die Untersuchung meines Wissens auch nicht mehr als eine Honiguntersuchung, also den Selbstbehalt von aktuell 12 Euro. Wanderimker haben eh keine Alternative als die Beprobung.

Werden in der Steiermark die Untersuchungen vom Landesverband bezuschusst?

Mich würde interessieren, in welchen Bundesländern es einen Zuschuss gibt zur Futterkranzuntersuchung-

Wer weiß was? LG.R

Die Biene kann mehr als Wachs schwitzen und Honig brauen.

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Servus Rosi,

In Niederösterreich kostet die FKP 10 Euro.

Ich stelle hier auch gleich den Link zum Antragsformular herein (für NÖ gültig)

http://noe-imkerverband.at/pdfformulare/AmerikanischeFaulbrut_futterkran...

LG Albert

http://ibas.at

Sommerbiene
Bild von Sommerbiene
Online
Beigetreten: 16.11.2010
Beiträge: 3772
Wohnort: Wien
Re: Futterkranzprobe

Albert, wie ist das genau? Ich kann ja nicht pro Stock einschicken, sondern eine Sammlung. Was geschieht, wenn Sporen gefunden werden? 

Grüße von der Sommerbiene.

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Das kommt drauf an, wie genau du es haben möchtest. Natürlich kannst du auch Mischproben einschicken.

Wenn eine ERHÖHTE Sporenbelastung ermittelt wurde, ist die Ages verpflichtet, die Behörde zu informieren. (Es ist nämlich grundsätzlich JEDER, der von einem Faulbrutfall Kenntnis erlangt und befähigt ist, selbige auch festzustellen, verpflichtet, den Amtstierarzt davon in Kenntnis zu setzen) Ansonsten erfährt nur der Imker vom Ergebnis.

LG Albert

http://ibas.at

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 775
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Ich imkere seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Futterkranzprobe

Sommerbiene schrieb:

Albert, wie ist das genau? Ich kann ja nicht pro Stock einschicken, sondern eine Sammlung. Was geschieht, wenn Sporen gefunden werden? 

 

oder wenn sie nicht gefunden werden weil von den 5 Völkern nur eines (bisher) AFB hatte, dessen Futterkranz aber alt, also momentan nicht im direkten Kontakt mit Pflegebienen war?

 

Sammelproben haben den logistischen Vorteil (jede Probe muß schließlich bebrütet werden!),
Einzelproben den informativen Vorteil.

Ich vermute Sammelproben werden erst verschwinden wenn die Antikörpertests (Stäbchentests) sicher funktionieren.

Gruß vom sonnigen Mindelsee

 

Michael

Bienensepp
Bild von Bienensepp
Offline
Beigetreten: 10.12.2009
Beiträge: 313
Wohnort: Semriach
Rähmchenmaß: EHM
Re: Futterkranzprobe

Zitat:

Werden in der Steiermark die Untersuchungen vom Landesverband bezuschusst?

Mich würde interessieren, in welchen Bundesländern es einen Zuschuss gibt zur Futterkranzuntersuchung-

Der Förderbetrag ist aus dem EU Fördertopf  und warum sollte dies nicht für Tirol gelten?

l.G. Sepp

Steir Imkerzentrum www.honig.at

 

Amerikanische Faulbrut

 

  

Förderbarer Pauschalbetrag € 55/Probe

Selbsbehalt 11 Euro

  

 

 

 

Betreue die "Grauen" & Bee-happy

Immlein
Bild von Immlein
Offline
Beigetreten: 01.01.2011
Beiträge: 231
Wohnort: Breitenbach
Ich imkere seit: 1993
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

--weil die Abrechnung über den Landesverband gehen muss und wenn der nicht will :-( ist so, hab letzte Woche noch einmal mit unserem Präsidenten diesbezüglich diskutiert.  Meines Earchtens ist es schade um das Geld das liegenbleibt, zumal es der Bienensicherheit gut täte. LG. R

Die Biene kann mehr als Wachs schwitzen und Honig brauen.

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Hallo Rosi,

Du kannst dich noch bei der Biene Österreich erkundigen. Der Herr Boigenzahn ist dort zuständig für die Förderungen. Der kann dir sicher weiterhelfen. So kenn' ich euren Präsidenten gar nicht, dass der so etwas nicht zuließe.

LG Albert

http://ibas.at

Immlein
Bild von Immlein
Offline
Beigetreten: 01.01.2011
Beiträge: 231
Wohnort: Breitenbach
Ich imkere seit: 1993
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

albert schrieb:

Hallo Rosi,

Du kannst dich noch bei der Biene Österreich erkundigen.

Danke Albert-ich habe mich im Namen eines Imkervereins erkundigt-ich soll da im Rahmen einer JHV Auskunft geben-meine eigenen DInge lasse  ich ohnehin in D untersuchen-Förderung hin Förderung her-und bei 22 Euro Gesamtkosten für ein Probe diskutiere ich nicht rum-Wachs und Honig lasse ich bei Bedarf auch in D untersuchen. LG.R

Die Biene kann mehr als Wachs schwitzen und Honig brauen.

josefBay
Bild von josefBay
Offline
Beigetreten: 27.12.2009
Beiträge: 190
Wohnort: Seekirchen
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

Hallo Immlein,

was erwartest Du Dir von der Futterkranzprobe?

1. Persönliche Förderbeitrag/Spende zur Erhaltung eines Labors oder

2.) Erkenntnisse über Gesundheitszustand Deiner Bienen.

 

1. Klappt sicherlich, das Labor wird sich freuen.

2. Bei der Schulung vor wenigen Wochen habe ich es so verstanden, dass zur Zeit der Löwenzahnblüte in den allermeisten Bienenstöcken Faulbrutspuren nachweisbar sind und aufgrund dieser im Labor entsprechende Kolonien züchtbar sind.

Die spannende Frage ist aber, bricht die Krankheit bei Deinen Bienen aus oder nicht.

Und diese Frage ist mit der Futterkranzprobe nicht beantwortbar.

Insofern verstehe ich Euren Landesobmann, dass der wirkungsvollere Wege sieht, das Geld des Landesverbandes einzusetzen.

 

Josef Bayrhammer

Beutentyp: Frankenbeute
Wabenmaß: Zander Langohr
Gesundheitswart Imkerverein Seekirchen

Hobbies: Imkern und Bienenvölker vermehren, Gärtnern und Obstbäume ziehen/veredeln

BLOG: http://www.bienenaktuell.com/blogs/josefbay

Immlein
Bild von Immlein
Offline
Beigetreten: 01.01.2011
Beiträge: 231
Wohnort: Breitenbach
Ich imkere seit: 1993
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

josefBay schrieb:

 

Ich persönlich möchte gerne über den Gesundheitszustand meiner Völker Bescheid wissen.

Labore haben ebenso ihre Daseinsberechtigung wie ein Gasthof oder eine Schreinerei, ihre Mittel beziehen sie nun einmal aus Untersuchungen, so wie der Gasthof von den verkauften Essen lebt und der Schreiner von den verkauften Stühlen.

Der Förderbeitrag belastet den LandesverBand in keinster Weise-und man braucht ihn auch nicht, wie ich erfahren habe. Linz rechnet direkt mit der "Biene Österreich" ab.

In diesem Sinne-gesunde Bienen. R

 

Die Biene kann mehr als Wachs schwitzen und Honig brauen.

josefBay
Bild von josefBay
Offline
Beigetreten: 27.12.2009
Beiträge: 190
Wohnort: Seekirchen
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

Hallo,

natürlich haben Labors auch ihre Berechtigung.

Aber es ist bei den meisten Bienenkrankheiten auf Basis Viren und Bakterien wie bei den Menschen.

Die Erreger sind permanent vorhanden, es ist eine Frage der Kraft des Biens, wieweit die Krankheiten ausbrechen können.

Genauso, wie man früher der Meinung war, dass wenn ein Volk an AFB erkrankt, die Völker des ganzen Bienenstandes eliminiert werden sollten. Jetzt wächst schön langsam die Erkenntnis, dass die anderen nicht erkrankten Völker sogar besonders wertvoll sind, da sie nicht erkrankten und das trotz intensiver Belastung, also besonders wiederstandsfähig sind.

Aber natürlich gibt es wie bei jeden Thema die verschiedensten Meinungen

Liebe Grüße Josef

Josef Bayrhammer

Beutentyp: Frankenbeute
Wabenmaß: Zander Langohr
Gesundheitswart Imkerverein Seekirchen

Hobbies: Imkern und Bienenvölker vermehren, Gärtnern und Obstbäume ziehen/veredeln

BLOG: http://www.bienenaktuell.com/blogs/josefbay

Reinhard
Moderator
Bild von Reinhard
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 4978
Wohnort: Hagenbrunn/NÖ und Garsten/OÖ
Ich imkere seit: 2004
Re: Futterkranzprobe

josefBay schrieb:

Bei der Schulung vor wenigen Wochen habe ich es so verstanden, dass zur Zeit der Löwenzahnblüte in den allermeisten Bienenstöcken Faulbrutspuren nachweisbar sind und aufgrund dieser im Labor entsprechende Kolonien züchtbar sind.

Was hat das mit der Löwenzahnblüte zu tun?

Pfiati, Reinhard

honigfritsch.jimdo.com

Astacus
Bild von Astacus
Offline
Beigetreten: 15.12.2009
Beiträge: 429
Wohnort: Wien
Ich imkere seit: 2004
Re: Futterkranzprobe

josefBay schrieb:

Hallo,

natürlich haben Labors auch ihre Berechtigung.

Aber es ist bei den meisten Bienenkrankheiten auf Basis Viren und Bakterien wie bei den Menschen.

Die Erreger sind permanent vorhanden, es ist eine Frage der Kraft des Biens, wieweit die Krankheiten ausbrechen können.

Genauso, wie man früher der Meinung war, dass wenn ein Volk an AFB erkrankt, die Völker des ganzen Bienenstandes eliminiert werden sollten. Jetzt wächst schön langsam die Erkenntnis, dass die anderen nicht erkrankten Völker sogar besonders wertvoll sind, da sie nicht erkrankten und das trotz intensiver Belastung, also besonders wiederstandsfähig sind.

Aber natürlich gibt es wie bei jeden Thema die verschiedensten Meinungen

Liebe Grüße Josef

 

Hallo Josef,

woher hast den diese Weisheit !

Beim Faulbruterreger Paennibacillus larvae gibt es 4 Genotypen (ERICI, ERICII, ERICIII und ERIC IV)

ERIC I und ERIC II sind in Österreich verbreitet:

ERIC I hat einen langsameren Verlauf dadurch sterben erst 40% der Larven nach der Verdeckelung deshalb gibt es eine geringere Ausräumrate und die Sporenproduktion steigt und ein Volk bricht schneller zusammen.

ERIC II hingegen hat einen schnellen Verlauf und die Larven sterben fast alle vor dem Verdeckeln, dadurch gibt es eine hohe Ausräumrate und der Verlauf ist schleichend und das Volk geht nur sehr sehr langsam ein.

Dies ist die Erklärung von deinen oben beschriebenen Phänomen.

Sobald du eine Sporen findest, hast auch schon die Faulbrut und bitte nicht die Meinung verbreiten: Faulbrut ist permanent vorhanden.

Gruß

Hans Peter

josefBay
Bild von josefBay
Offline
Beigetreten: 27.12.2009
Beiträge: 190
Wohnort: Seekirchen
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

Siehe hier:  http://de.wikipedia.org/wiki/Faulbrut

Eine Belastung seiner Bienenvölker mit AFB-Sporen kann der Imker jährlich durch Futterkranzproben bestimmen lassen. Der Nachweis von Sporen in den Proben bedeutet aber nicht, dass die AFB auch schon ausgebrochen ist. Erst wenn auch ein klinischer Befund besteht (schleimiger Zelleninhalt, Streichholzprobe positiv), sind Maßnahmen zu ergreifen.

 

Und hier: http://sciencev1.orf.at/science/news/8365

Bienenzüchter können aufatmen: Gegen eine tödliche Krankheit bei Honigbienen wurde nun mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds (FWF) ein Testverfahren entwickelt, das die Wahl höher resistenter Bienenvölker für die Zucht erleichtert.

 

Andere Quelle hatte ich kurzzeitig nicht griffbereit.

Ich habe auch eine Kritik gelesen, dass wir die letzten Jahre bei diesem Thema möglicherweise den falschen Weg gegangen sind, weil das bisher verwendete Verfahren nicht dazu beigetragen hat faulbrutresistente Bienenvölker zu selektieren sondern beim Auftreten immer nur Völker auszumerzen und damit keine Nachhaltigkeit erzielt wurde.

In diesem Sinne habe ich auch von der geänderten Einschätzung gelesen, zukünftig die benachbarten Völker  in einem Faulbrutfall nicht mehr selbstverständlich zu eliminieren.

Aber mir ist schon klar, dass diese Einschätzung noch umstritten ist.

Liebe Grüße Josef

Josef Bayrhammer

Beutentyp: Frankenbeute
Wabenmaß: Zander Langohr
Gesundheitswart Imkerverein Seekirchen

Hobbies: Imkern und Bienenvölker vermehren, Gärtnern und Obstbäume ziehen/veredeln

BLOG: http://www.bienenaktuell.com/blogs/josefbay

Astacus
Bild von Astacus
Offline
Beigetreten: 15.12.2009
Beiträge: 429
Wohnort: Wien
Ich imkere seit: 2004
Re: Futterkranzprobe

Hallo Josef,

das ist ja das Problem, daß du bei ERIC II kaum die Chance hast eine zersetzte Zelle zu finden und dann bräuchtest schon viel Glück diese auch zu finden und dies auch noch bei positivem Nachweis aus der Futterkranzprobe.

Faulbrut- Völker werden ja bei einer Faulbrutsanierung nicht unbedingt eliminiert, sondern mittels Kunstschwarm mit Hungerphase saniert. Nur die hoffnungslosen Fälle werden abgeschefelt.

Gruß

Hans PEter

josefBay
Bild von josefBay
Offline
Beigetreten: 27.12.2009
Beiträge: 190
Wohnort: Seekirchen
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

Hallo Hans Peter,

da bin ich ja bei Dir.

Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass Entscheidungen auf Basis ausschließlich einer Futterkranzprobe nicht unumstritten sind.

Liebe Grüße Josef

Josef Bayrhammer

Beutentyp: Frankenbeute
Wabenmaß: Zander Langohr
Gesundheitswart Imkerverein Seekirchen

Hobbies: Imkern und Bienenvölker vermehren, Gärtnern und Obstbäume ziehen/veredeln

BLOG: http://www.bienenaktuell.com/blogs/josefbay

josefBay
Bild von josefBay
Offline
Beigetreten: 27.12.2009
Beiträge: 190
Wohnort: Seekirchen
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

Hallo Hans Peter,

 zwischenzeitlich habe eine weitere Quelle wieder aufgetrieben:

"Die Veredlung von Bienen" von Eigil Holm Seite 101 bis 103

Zucht hygienischer Bienen (Bienen die kranke Zellen öffnen und diese Zellen auch putzen). Diese Eigenschaft basiert auf zwei Genpaaren.

"Wenn  bösartige Faulbrut alle Völker auf einem gemischten Stand mit hygienischen und unhygienischen Bienen befällt, werden nur die hygienischen Bienen überleben. Bei der Faulbrutbekämpfung ist es daher wichtig, dass man nicht sämtliche Völker auf dem Bienenstand ausrottet (Finn Christensen). Er sollte jetzt [nach dem Befall meine Anmerkung] aus hygienischen Bienen bestehen"

Liebe Grüße Josef

Josef Bayrhammer

Beutentyp: Frankenbeute
Wabenmaß: Zander Langohr
Gesundheitswart Imkerverein Seekirchen

Hobbies: Imkern und Bienenvölker vermehren, Gärtnern und Obstbäume ziehen/veredeln

BLOG: http://www.bienenaktuell.com/blogs/josefbay

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Also ich glaube, da läuft die Diskussion ein bisserl aus dem Ruder.

"Hygienische" Bienen nehme ich an, dass das Bienen mit höherem Putzverhalten sind. Wie schwierig das ist, einer Biene nur eine einzige Eigenschaft anzuzüchten, wurde an anderer Stelle bereits ausführlich diskutiert. Die Standbegattung fiele dann komplett aus, und viele Imker würden den Spaß an der Sache verlieren. Das als Empfehlung erscheint mir daher mehr als fragwürdig. Und ganz am Rande sei bemerkt: Je mehr die Bienen putzen, desto mehr verbreiten sie die Sporen. So funktioniert die Vorbeugung also nicht.

Dass die Faulbrut latent in sämtlichen Völkern vorhanden ist, wurde bis vor 20 Jahren als Lehrmeinung verbreitet. Dies wurde allerdings schon mehrfach widerlegt. Schade, dass so etwas jetzt noch in einem Kurs vorgetragen wird.

Dr. Moosbeckhofer von der AGES ist überhaupt der Meinung, dass es gar nicht mehr notwendig ist, ein Volk zu vernichten. Selbst wenn klinische Symptome nachweisbar waren. Es sei denn, das Volk ist für einen Kunstschwarm zu schwach. Mehrere diesbezügliche Versuche ergaben hervorragende Ergebnisse. Es war genausowenig ein Wiederaufkeimen der AFB zu beobachten, wie bei Nachbarvölkern, die keine klinischen Befunde aufwiesen.

Sogar beim hungern lassen ist es mittlerweile mehr als umstritten, dass das eine zusätzliche positive Wirkung ergibt. Führende Wissenschaftler beginnen bereits, davon abzuraten. Lediglich das Kunstschwarmverfahren und das Setzen des Volkes in eine vollständig sanierte Beute auf Mittelwände gilt bereits als ausreichende Sanierungsmaßnahme. Das stammt alles von einem Auffrischungslehrgang, der vor ca. 3 Jahren in der Ages für die Sachverständigen abgehalten wurde.

Warum müssen Züchter den Befund einer Futterkranzprobe vorweisen können, wenn sie Königinnen ins Ausland verkaufen wollen? Einige Länder verlangen das, allerdings sicher nicht aus Jux und Tollerei.

LG Albert

http://ibas.at

Ventiltrichter
Bild von Ventiltrichter
Offline
Beigetreten: 22.02.2011
Beiträge: 70
Wohnort: Oberbayern
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Dadant
Re: Futterkranzprobe

In Dänemark wird schon seit über zehn Jahren KEIN Volk mehr getötet. Es wir dort ein sog. doppeltes Kunstschwarmverfahren angewendet, das sehr wirkungsvoll ist. Leider setzt es sich in den deutschsprachigen Ländern nur langsam durch und es wird häufig eine radikale Lösung durch den Veterinär angeordnet.

Neither spare nor dispose!

Sommerbiene
Bild von Sommerbiene
Online
Beigetreten: 16.11.2010
Beiträge: 3772
Wohnort: Wien
Re: Futterkranzprobe

Und das bedeutet, dass der Veterinär die Tötung eines ganzen Standes anordnen kann und der Imker keine Einspruchsmöglichkeit hat? Albert, wie ist das konkret?

Grüße von der Sommerbiene.

Reinhard
Moderator
Bild von Reinhard
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 4978
Wohnort: Hagenbrunn/NÖ und Garsten/OÖ
Ich imkere seit: 2004
Re: Futterkranzprobe

Ventiltrichter schrieb:

Es wir dort ein sog. doppeltes Kunstschwarmverfahren angewendet, das sehr wirkungsvoll ist. Leider setzt es sich in den deutschsprachigen Ländern nur langsam durch und es wird häufig eine radikale Lösung durch den Veterinär angeordnet.

Bitte erläutere das Verfahren für uns etwas näher.

Pfiati, Reinhard

honigfritsch.jimdo.com

Ventiltrichter
Bild von Ventiltrichter
Offline
Beigetreten: 22.02.2011
Beiträge: 70
Wohnort: Oberbayern
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Dadant
Re: Futterkranzprobe

Hallo Reinhard,

das ist an sich sehr einfach.

Im ersten Schritt wird das Volk in einen neuen Kasten auf Anfangsstreifen eingeschlagen. Dabei ordentlich rauchen, damit sich die Ladies gescheit mit Futter vollpumpen. Vier Tage warten - keine Futtergabe, am besten auf Absperrgitter halten um ein Ausziehen zu verhindern.

Im zweiten Schritt auf Mittelwände einschlagen und füttern, den an den Anfangsstreifen erstellen Bau vernichten.

In Dänemark wird seit 2000 auf hygienisches Verhalten selektiert. Bis 2005 sank die Faulbrutrate von 133 Ausbrüchen auf 58 Ausbrüche im Jahr.

@Sommerbiene

Ja so ist es leider in BY

Neither spare nor dispose!

josefBay
Bild von josefBay
Offline
Beigetreten: 27.12.2009
Beiträge: 190
Wohnort: Seekirchen
Rähmchenmaß: Zander
Re: Futterkranzprobe

Ventiltrichter schrieb:

In Dänemark wird seit 2000 auf hygienisches Verhalten selektiert. Bis 2005 sank die Faulbrutrate von 133 Ausbrüchen auf 58 Ausbrüche im Jahr.

Hallo Reiner,

1. Wird auch bei den Buckfastzüchtern in Deutschland auf hygienisches Verhalten selektiert?

2. Kennst Du Statistiken und Trend der Faulbrutfälle in Deutschland?

 

P.S. An alle anderen, ist mir klar, dass ich vom Thema abgleite, aber die Frage hat im Anschluß an die Aussage von Rainer's Kommentar gut gepasst. (Albert Zwinkernd)

2. Kennt jemand Statistiken und Trend der Faulbrutfälle in Österreich, und gibt es in Österreich eine Belegstelle, wo auch bewußt auf hygienisches Verhalten selektiert wird?

Liebe Grüße Josef

Josef Bayrhammer

Beutentyp: Frankenbeute
Wabenmaß: Zander Langohr
Gesundheitswart Imkerverein Seekirchen

Hobbies: Imkern und Bienenvölker vermehren, Gärtnern und Obstbäume ziehen/veredeln

BLOG: http://www.bienenaktuell.com/blogs/josefbay

Reinhard
Moderator
Bild von Reinhard
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 4978
Wohnort: Hagenbrunn/NÖ und Garsten/OÖ
Ich imkere seit: 2004
Re: Futterkranzprobe

Hallo Reiner,

was bringt der erste Schritt gegenüber einer 2 bis 4-tägigen Haltung in einem Schwarmfangkasten? Wozu das Bauen mit Anfangsstreifen?

Pfiati, Reinhard

honigfritsch.jimdo.com

Sommerbiene
Bild von Sommerbiene
Online
Beigetreten: 16.11.2010
Beiträge: 3772
Wohnort: Wien
Re: Futterkranzprobe

albert schrieb:

 Lediglich das Kunstschwarmverfahren und das Setzen des Volkes in eine vollständig sanierte Beute auf Mittelwände gilt bereits als ausreichende Sanierungsmaßnahme. Das stammt alles von einem Auffrischungslehrgang, der vor ca. 3 Jahren in der Ages für die Sachverständigen abgehalten wurde.

Lieber Albert, ich möchte Dich nochmals fragen, wie das im der Praxis läuft? Muss man alles hinnehmen, was der Veterinär verlangt? Was kann man tun in diesem Fall? Danke.

Grüße von der Sommerbiene.

Ventiltrichter
Bild von Ventiltrichter
Offline
Beigetreten: 22.02.2011
Beiträge: 70
Wohnort: Oberbayern
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Dadant
Re: Futterkranzprobe

Reinhard schrieb:

Hallo Reiner,

was bringt der erste Schritt gegenüber einer 2 bis 4-tägigen Haltung in einem Schwarmfangkasten? Wozu das Bauen mit Anfangsstreifen?

Weil man davon ausgeht, dass dann alles mitgebrachte Futter verbraucht/verbaut wurde. Und warum Mittelwänder dazu "verschwenden". Das Volk darf übrigens immer fliegen und wird keiner Kellerhaft unterzogen.

Neither spare nor dispose!

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Reinhard schrieb:
...was bringt der erste Schritt gegenüber einer 2 bis 4-tägigen Haltung in einem Schwarmfangkasten?

Da kann man auf jeden Fall sagen, dass Völker, die sich vor dem Abkehren nicht ordentlich mit Futter versorgen konnten, am 3. Tag verhungern. Also unbedingt darauf aufpassen!

Sommerbiene schrieb:
Lieber Albert, ich möchte Dich nochmals fragen, wie das im der Praxis läuft? Muss man alles hinnehmen, was der Veterinär verlangt?

In der Praxis beauftragt der Veterinär den zuständigen Sachverständigen, der die weiteren Schritte anordnet bzw. veranlasst. In den seltensten Fällen sagt der Amtstierarzt, was zu tun ist. Die meisten Amtstierärzte haben von der Biene wenig Ahnung. Wenn es sich um einen gut nachgeschulten Sachverständigen handelt, wird er in den seltensten Fällen eine Tötung eines Volkes verlangen. Es sei denn, eine Sanierung ist aufgrund des schwachen Zustandes sinnlos.

In Niederösterreich sieht es im Moment so aus, als gäbe es ein höheres Faulbrutaufkommen. Ich führe das allerdings auf die geänderte Versicherung zurück. Jetzt bekommt man bis zu 10 Völker, die man durch die Faulbrut verliert, ersetzt.

LG Albert

http://ibas.at

Ventiltrichter
Bild von Ventiltrichter
Offline
Beigetreten: 22.02.2011
Beiträge: 70
Wohnort: Oberbayern
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Dadant
Re: Futterkranzprobe

josefBay schrieb:

Ventiltrichter schrieb:

In Dänemark wird seit 2000 auf hygienisches Verhalten selektiert. Bis 2005 sank die Faulbrutrate von 133 Ausbrüchen auf 58 Ausbrüche im Jahr.

Hallo Reiner,

1. Wird auch bei den Buckfastzüchtern in Deutschland auf hygienisches Verhalten selektiert?

2. Kennst Du Statistiken und Trend der Faulbrutfälle in Deutschland?

 

P.S. An alle anderen, ist mir klar, dass ich vom Thema abgleite, aber die Frage hat im Anschluß an die Aussage von Rainer's Kommentar gut gepasst. (Albert Zwinkernd)

2. Kennt jemand Statistiken und Trend der Faulbrutfälle in Österreich, und gibt es in Österreich eine Belegstelle, wo auch bewußt auf hygienisches Verhalten selektiert wird?

Liebe Grüße Josef

josefBay schrieb:
Hallo Reiner,

1. Wird auch bei den Buckfastzüchtern in Deutschland auf hygienisches Verhalten selektiert?

2. Kennst Du Statistiken und Trend der Faulbrutfälle in Deutschland?

 

P.S. An alle anderen, ist mir klar, dass ich vom Thema abgleite, aber die Frage hat im Anschluß an die Aussage von Rainer's Kommentar gut gepasst. (Albert Zwinkernd)

2. Kennt jemand Statistiken und Trend der Faulbrutfälle in Österreich, und gibt es in Österreich eine Belegstelle, wo auch bewußt auf hygienisches Verhalten selektiert wird?

Liebe Grüße Josef

Selektion auf hygienisches Verhalten wird unter Buckfastzüchtern schon länger gemacht, aber nicht jeder tut es. Häufig wird in D das Ausräumverhalten überprüft. In DK in bei Buckfastzüchter wird anders verfahren und das Ausräumverhalten von gefrorener Brut beobachtet. Bei abgestochener Brut reagieren die Bienen auf die am Zelldeckel abgestreifte Lymphe, was die Aussagekraft herabsetzt. Das Ausräumverhalten bei gefrorener Brut korreliert übrigens stärker mit einem Varroasensitivem Verhalten als die übliche Methode. In Dänemark gibt es übrigens zu über 40% Buckfastbienen und nur zu 10% Carnica. Der Rest Ligustica, Mellifera und Landbiene - alles friedlich nebeneinander.

Statistiken aus D habe ich leider keine

Neither spare nor dispose!

Sommerbiene
Bild von Sommerbiene
Online
Beigetreten: 16.11.2010
Beiträge: 3772
Wohnort: Wien
Re: Futterkranzprobe

albert schrieb:

In Niederösterreich sieht es im Moment so aus, als gäbe es ein höheres Faulbrutaufkommen. Ich führe das allerdings auf die geänderte Versicherung zurück. Jetzt bekommt man bis zu 10 Völker, die man durch die Faulbrut verliert, ersetzt.

Danke Albert. Willst Du damit sagen, dass Faulbrut oft verschwiegen wurde/wird?

Grüße von der Sommerbiene.

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Genau das.

LG Albert

http://ibas.at

Bienensepp
Bild von Bienensepp
Offline
Beigetreten: 10.12.2009
Beiträge: 313
Wohnort: Semriach
Rähmchenmaß: EHM
Re: Futterkranzprobe

Hallo,

ein dem Gesetz entsprechnedes Vorgehen hat immer den Nachteil, daß es viel zu langsam vonstatten geht,

eine unverzügliche Sanierung nach Entdeckung ist immer am effektivsten!!!

Sepp

Betreue die "Grauen" & Bee-happy

Reinhard
Moderator
Bild von Reinhard
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 4978
Wohnort: Hagenbrunn/NÖ und Garsten/OÖ
Ich imkere seit: 2004
Re: Futterkranzprobe

albert schrieb:

In Niederösterreich sieht es im Moment so aus, als gäbe es ein höheres Faulbrutaufkommen. Ich führe das allerdings auf die geänderte Versicherung zurück. Jetzt bekommt man bis zu 10 Völker, die man durch die Faulbrut verliert, ersetzt.

 

Heißt das, das alles über 10 Völker hinaus nicht versichert und damit nicht ersetzbar ist?

Pfiati, Reinhard

honigfritsch.jimdo.com

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Bienensepp schrieb:
...ein dem Gesetz entsprechnedes Vorgehen hat immer den Nachteil, daß es viel zu langsam vonstatten geht,
Und wer würde das dann kontrollieren? Glaubst du, dass das Problem so groß wäre würde wirklich jeder richtig handeln? Das Hauptproblem ist, dass viele Imker die Faulbrut gar nicht erkennen. Es wird dann so lange weiter gewurstelt, bis ein Volk nach dem anderen eingeht. Bemerkt wird die Angelegenheit meistens erst, wenn ein Nachbarimker bereits betroffen ist, und der dann alles Nötige veranlasst.

Mir erzählte ein Imker, dass er eine Spritzmittelvergiftung hat. Die geschilderten Symptome deuteten aber auf AFB hin. Also informierte ich den zuständigen Sachverständigen. Mit einem Schlag wurde bei 5 oder 6 Imkern die Faulbrut (teilweise sogar im fortgeschrittenen Stadium) festgestellt. Da kann ich mir nicht vorstellen, ohne Gesetz und der entsprechenden gesetzeskonformen Handlungsweise auszukommen.

Bienensepp schrieb:
eine unverzügliche Sanierung nach Entdeckung ist immer am effektivsten!!!
Nicht böse sein, aber das fällt bei mir in die Kategorie Verschleierung. Leider passiert das nämlich viel zu oft. Wenn dann nämlich im Geheimen saniert wird, dann meistens äußerst stümperhaft. Das Problem wird nur um 1 Jahr verzögert.

Reinhard schrieb:
Heißt das, das alles über 10 Völker hinaus nicht versichert und damit nicht ersetzbar ist?

Die Versicherung ist in Blocks aufgeteilt. Je 50 Völker = 1 Block. Je Block gibt es für 10 Völker eine Entschädigung bei Faulbrut.

LG Albert

http://ibas.at

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 775
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Ich imkere seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Futterkranzprobe

Ventiltrichter schrieb:

In Dänemark wird schon seit über zehn Jahren KEIN Volk mehr getötet. Es wir dort ein sog. doppeltes Kunstschwarmverfahren angewendet, das sehr wirkungsvoll ist. Leider setzt es sich in den deutschsprachigen Ländern nur langsam durch und es wird häufig eine radikale Lösung durch den Veterinär angeordnet.

 

Hallo,

 

ich sehe schon, wir imkern zwar in einer AFB-Hochburg und Deutschlands Region mit höchster Bienendichte, aber auch einer offensichtlich fortschrittlichen Region. Lachend

 

Offenes Kunstschwarmverfahren ist hier absoluter Standard. Radikale Lösungen werden nur praktiziert wenn die Volksstärken für Kunstschwärme bereits zu gering geworden sind.

Ob eine Flüssigfütterung möglich/sinnvoll ist oder nicht hängt übrigens auch von der Trachtsituation ab. Aushungern des Schwarms führt nicht gerade zu Vitalitätssteigerung und besonders starkem Bautrieb.

Sehr wichtig ist aber die von Reiner beschriebene doppelte Umhängung mit Entsorgung des frischen Baus der ersten Kunstschwarmphase.

Ob Anfangsstreifen oder nur Oberträgerleisten verwendet werden ist eher zweitrangig.

 

Viele Grüße vom warmen Mindelsee

 

Michael

Bienensepp
Bild von Bienensepp
Offline
Beigetreten: 10.12.2009
Beiträge: 313
Wohnort: Semriach
Rähmchenmaß: EHM
Re: Futterkranzprobe

Zitat:
Nicht böse sein, aber das fällt bei mir in die Kategorie Verschleierung. Leider passiert das nämlich viel zu oft. Wenn dann nämlich im Geheimen saniert wird, dann meistens äußerst stümperhaft.

Kontrollieren kann man ja jederzeit hinterher, da kann man wohl nicht von Verschleiern sprechen.

Der ganze Apparat ist sehr träge - Der die Krankheit nachweislich im Stand hat wird fast angeprangert!

Gegenseitige Anschuldigungen bringen beinahe den ganzen Verein fast an den Rand der Auflösung!

Oft vergehen Wochen bis sich der sog. Sachverständige endlich am Stand blicken lässt. Sanieren mußt dann erst selber. Aber um Wochen zu spät! daß die meisten Bienenhalter die FB nicht erkennen das gebe ich gerne zu.

l. G. Sepp

 

 

Betreue die "Grauen" & Bee-happy

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Lieber Sepp,

Bienensepp schrieb:
Kontrollieren kann man ja jederzeit hinterher, da kann man wohl nicht von Verschleiern sprechen.
Hinterher ist meist leider nichts zu sehen. Wie kann ich in einem brutlosen, auf Mittelwänden sitzenden Volk die AFB erkennen? Das ist leider nicht möglich. Wie kann ich erkennen, wie viele Völker betroffen sind? Wo sehe ich, dass noch evtl. kontaminierte Sachen herumstehen?

Bienensepp schrieb:
Der die Krankheit nachweislich im Stand hat wird fast angeprangert!

Gegenseitige Anschuldigungen bringen beinahe den ganzen Verein fast an den Rand der Auflösung!

Das betrifft aber nicht den "Apparat" sondern die Kollegen untereinander. Kein Sachverständiger wird sich darin versteigen, einen Besitzer eines Faulbrutstandes anzuprangern.

Bienensepp schrieb:
Oft vergehen Wochen bis sich der sog. Sachverständige endlich am Stand blicken lässt. Sanieren mußt dann erst selber. Aber um Wochen zu spät!
Beim Entdecken der Faulbrut ist es nicht notwendig, die Nerven wegzuwerfen. Die Krankheit befindet sich dann nämlich schon seit Wochen, wenn nicht sogar schon seit Monaten im Volk. Natürlich dürfen nicht Wochen vergehen, bis der Sachverständige kommt. Angreifen muss er dann allerdings nichts! Das ist nämlich Ermessenssache. Es kommt nämlich auch vor, dass Geschädigte dem Sachverständigen vorwerfen, dass er mutwillig beim Sanieren Fehler gemacht hat, um einen Konkurrenten auszuschalten.

Glaub' mir bitte, die Diagnose Faulbrut geht mit so vielen Emotionen einher. Da ist es nicht immer einfach. Und das für beide Seiten.

LG Albert

http://ibas.at

Bienensepp
Bild von Bienensepp
Offline
Beigetreten: 10.12.2009
Beiträge: 313
Wohnort: Semriach
Rähmchenmaß: EHM
Re: Futterkranzprobe

Hallo Albert,

leider habe ich schon zu viele FB Fälle sanieren müssen, um nicht zu wissen wovon ich spreche(BZV Seuchenwart). Gemeldet und offiziell festgestellt muß der Erreger immer werden (Labor) Trotzdem meine ich, daß das offizielle Vorgehen sehr träge ist.

Gerade weil die Seuche meist schon längere Zeit vorhanden ist, soll umso rascher gehandelt werden.

Es ist eh oft traurig genung, was da an Fehldiagnosen und guten Ratschlägen (auch aus Wanderlehrerkreisen) verbreitet wird.

Vor Jahren hatte ich einmal mit einem Sachverständigen zu tun, der kam gerade von einer Augenoperation, und konnte gerade noch feststellen ob Bienen auf der Wabe sitzen oder nicht - was soll das denn bezwecken?

Ich finde es nicht gut, daß der betroffene Imker namentlich auf der öffentlichen Anschlagtafel der jeweil. Gemeinde, namentlich und auch die Bezeichnung "bösartige Faulbrut" aufscheint. Auch die Nachbargemeinden werden natürlich informiert!    Bis zur Aufhebung der Sperre bleibt die Kundmachung aufrecht!  Wie wirkt denn das auf die Honigkonsumenten?

Die Nachkontrolle wird immer erst vorgenommen, wenn bereits wieder Brut vorhanden ist!

Da soll natürlich nichts mehr gefunden werden, wenn  der Sanierer auch gut gearbeitet hat - erst dann kann die Sperre aufgehoben werden!!!

Zum Glück lässt sich AFB mit biotechnischen Maßnahmen sehr gut beseitigen. Auch die Futterkranzprobe im Frühjahr ist ein gute Standortbestimmung.

meint der (Bienen) Sepp

Betreue die "Grauen" & Bee-happy

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Servus Sepp,

Wenn du eh Insider bist (sorry, aber das konnte ich natürlich nicht wissen), dann weißt du sicher auch um das Problem, dass viele Imker verschleiern. Ich verlasse mich da ganz sicher nicht auf das Wort des Imkers, dass er alles richtig gemacht hat. Ich bleibe immer skeptisch, bis zur erfolgten Nachkontrolle mit dem Ergebnis n.n.

Ja die Amtstafel ist auch mir ein Dorn im Auge. Sie bewirkt nicht wirklich etwas, weil jeder, der in ein Gebiet hineinwandern will, eine Wanderkarte benötigt. Und da wird die Wanderung ohnehin untersagt. Jeder der im Sperrkreis steht, wird untersucht und dadurch über die Faulbrut und die Verhaltensregeln unterrichtet. Also wozu?

LG Albert

http://ibas.at

Astacus
Bild von Astacus
Offline
Beigetreten: 15.12.2009
Beiträge: 429
Wohnort: Wien
Ich imkere seit: 2004
Re: Futterkranzprobe

Hallo,

den  trägen Amtsapparat kann ich nur bestätigen und mich der Meinung Bienensepps voll anschliessen.

Bis die Sperre mal offiziell ausgerufen wird, sind durch Mundpropaganda alle informiert und die Wanderimker längst abgewandert, damit ihre Völker nicht fest sitzen.

Dann dürfen die Faulbrutimker auch noch das Ende der Tracht abwarten, bevor sie sanieren müssen, um ihren wirtschaftlichen Verlust geringer zu halten.

Ich würde ja noch neben der optischen Kontrolle des beauftragten Gesundheitswart eine verpflichtende Futterkranzprobe für die Imker des Sperrkreise anordnen, die bei der Standkontrolle vom Gesundheitswart gezogen wird.

Für mich hat der Gesundheitswart leider die A..-Karte bei so einer Faulbrutsanierung und kann sich nur in die Nesseln setzen. Mit so einem Arbeitsprofil wird sich kaum einer freiwillig für diesen Posten melden.

Gruß

Hans Peter

 

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1836
Wohnort: Mistelbach
Ich imkere seit: 1992
Rähmchenmaß: Jumbo, Zander-Flach
Re: Futterkranzprobe

Ich kann mich nur wundern, in was für Zuständigkeitsbereichen ihr lebt. Bei meiner letzten Faulbrutsanierung kam der Imker am Nachmittag zu mir und erzählte mir von seinem Problem. Am nächsten Tag in der Früh war ich gemeinsam mit dem Amtstierarzt dort und machte eine Kontrolle. Befund positiv. Ich entnahm eine Wabe, brachte sie in die AGES und hatte wiederum 2 Tage später den offiziellen Befund. Es war von der ersten fadenziehenden Zelle an, die Verordnungsmaschinerie im Laufen, und somit das Sperrgebiet offiziell und definiert. Der Bescheid ging allerdings erst hinaus, als der Befund von der AGES telefonisch bestätigt wurde.

Die Angelegenheit dauerte inklusive Sanierung und Kontrolle der infrage kommenden Völker und Stände 9 Tage von der Information an gerechnet. Was sollte jetzt wie schneller gemacht werden? Glück dabei war, dass sich dieser Fall auf einen Stand beschränkte. Die Nachbarstände waren OK.

Wenn bei euch die Situation eine andere ist, seid ihr als Sachverständige gefragt, der Behörde einen entsprechenden Druck zu machen. Das wird nicht sofort funktionieren. Aber mit entsprechenden Argumenten geht's.

LG Albert

http://ibas.at