Geschichte eines "verlorenen" Ablegers.

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Sommerbiene
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Wohnort: Wien
Geschichte eines "verlorenen" Ablegers.

 

Ich habe heute - bei Sommerflug ähnlichen Verhältnissen - kontrolliert, ob alle Bienenvölker fliegen. Dabei ist mir ein Volk in Erinnerung geraten, dessen Flugloch ich am 1. Oktober verschlossen hatte, da es eindeutig drohnenbrütig war. Auf der Stockkarte notierte ich damals "auflösen, drohnenbrütig". Die Stockkarte zeigt mir weiters an, dass dieser Ableger das Futter schlecht annahm, aus meiner Erfahrung ein Zeichen, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit ein Problem oder gar einen Verlust geben wird.

 

Nicht das erste Mal verdrängte ich den Zeitpunkt des Auflösens und wollte dies somit heute bei herrlichen Frühlingswetter und 17 Grad in der Sonne nachholen. Zur Überraschung sah ich, dass der Fluglochkeil - vermutlich durch den Sturm - auf einer Seite in den Stock hineingedrückt war, da dort die Befestigung dahinter offenbar fehlte. Es gab es daher auch bei diesem Stock regen Bienenverkehr, was nicht ganz beabsichtigt war. Als ich das ganze näher beobachtete, sah ich unglaublich viele Bienen vollbepackt mit Pollen, wie auch bei allen anderen Stöcken. Etwas, was ich in dieser Intensität in der Vergangenheit Anfang Feber noch nicht erlebt hatte.

 

Trotzdem traurig ob der bevorstehenden Aktion öffnete ich den Stock und wurde, da ich nicht ordentlich bekleidet war, gleich 3x gestochen. Die größte Überraschung erlebte ich, als ich die Waben herausnahm. Wunderschöne Brutflächen, keine Drohnenbrut, emsige Pollenbienchen und ein Bild, das ein intaktes, wenn auch vielleicht noch etwas schwaches Volk zeigte. Aber für Anfang Februar durchaus OK.

 

Ich habe das Volk so belassen wie es ist und werde es beobachten. Meine schönsten ersten Stiche im Jahr Lächelnd

Grüße von der Sommerbiene.