Kirschlorbeer - willkommene Bienenweide oder Belastung für den Honig?

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Sommerbiene
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Kirschlorbeer - willkommene Bienenweide oder Belastung für den Honig?

 

Auf einigen Websites wird Kirschlorbeer, vermutlich die giftigste aller nicht heimischen Pflanzen in unseren Gärten, als Bienenweide beschrieben, andererseits soll dieser angeblich aufgrund der Alkaloide den Honig sehr belasten.

Ich möchte hier nachfragen, ob Ihr mehr Wissen darüber habt. Danke!

Grüße von der Sommerbiene.

Matthias 86
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Re: Kirschlorbeer - willkommene Bienenweide oder Belastung für den Honig?

Da alle Antworten weg sind, frag ich mal nach ob dieses Thema schon beendet ist bzw. ausreichend geklärt ist?

Soviel ich weis sind die Giftstoffe od. Alkaloide vom Kirschlorbeer zum Großteil in Samen und grünen Teilen der Pflanze.

 

Lg Matthias

Sommerbiene
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Re: Kirschlorbeer - willkommene Bienenweide oder Belastung für den Honig?

 

Zu diesem Thema gab es bisher keine Antworten.

Grüße von der Sommerbiene.

Matthias 86
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Re: Kirschlorbeer - willkommene Bienenweide oder Belastung für den Honig?

Darf ich hier auch einen Text einer anderen Seite auch reinkopieren oder ist es besser einfach den Link reinzustellen?

Denn es ist schon sehr bedauerlich wieweit die Unwissenheit und Ignoranz über Kirschlorbeer Mancherorts geht!

 

Sommerbiene
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Re: Kirschlorbeer - willkommene Bienenweide oder Belastung für den Honig?

 

Ich würde einen Link einstellen, mit Text gibt es da immer wieder Probleme.

 

Das ist eine Forensoftware aus der Zeit Fred Feuerstein´s.

 

Grüße von der Sommerbiene.

Matthias 86
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Re: Kirschlorbeer - willkommene Bienenweide oder Belastung für den Honig?

Okey, dann lieber den Link :)

Ich möchte aber gleich vorweg klarstellen dass ich dem Verein nichts Schlechtes unterstelle, ganz im Gegenteil Aufklärungsarbeit wie sie es machen z.B.  "Bienenfreundlicher Garten" und der Gleichen finde ich sehr wichtig!

Anders ist es jedoch beim letzten Abschnitt zum Thema Kirschlorbeer.

Hier wird einiges an Fakten ignoriert oder gleich ganz weggelassen, dafür stützt man sich auf Artikel von NABU,

wo Herr Sönke Hofmann recht deutlich klarstellt was er von Kirschlorbeer und Lebensbaum(Meist ist damit unsere Thuje gemeint) hält.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) kommt ursprünglich aus Teilen Vorderasiens (Türkei und Umgebung),

klar ist er ein sogenannter Neophyt der bei uns wächst und sich auch vermehren kann und somit auch die Gefahr besteht dass er event. heimische ihm unterlegene Pflanzen verdrängt. Da stimme ich den meisten Leuten auch zu,

aber man kann es mit der Panikmache auch übertreiben!

Grundsätzlich ist es auch sortenabhängig ob eine Pflanze als Neophyt zur Gefahr wird oder nicht, Sachkundige wissen das Andere leider nicht. Vom Kirschlorbeer gibt es unzählige Züchtungen die sich im Wachstum und spez. der Winterhärte doch erheblich unterscheiden, somit ist nicht jede Sorte gleich eine "Pest" !

Für Bienen stellt er in der Tat eine wichtige und wilkommene Weide dar, erst erscheinen die Blüten mit Pollen und Nektar und zusätzlich besitzt der Kirschlorbeer sogenannte "extraflorale-Nektarien" ...heisst Nektarien also Nektardrüsen, wenn man so will die nicht in der Blüte sitzen sonder beim Kirschlorbeer eben an der unterseite der Blätter an den Blattrippen.

 

Zur giftigkeit:

Wenn die Leute wüssten was alles in Ihrer Umgebung gifig ist, dann währe der Kirschlorbeer im Garten wahrscheinlich ihr geringstes Problem ! :)

Der Kirschlorbeer enthält in seinen Blätter(eigentlich in allen grünen Teilen) und in den Kernen "Alkaloide",

Alkaloide ist aber leider ein sehr schwammiger Begriff und eine genau Definition eher schwierig...es ist eben in diesem Fall einfach ein "spezifischer pflanzeneigener Stoff"(es wurden aber auch alkaloide von Tieren und Pilzen beschrieben), von denen einige den Menschlichen Stoffwechsel/Körper beeinflussen oder schädigen können.....hier könnte man bei manchen sagen "Die Dosis macht das Gift".

Bei dem im Kirschlorbeer enthaltenen Alkaloiden handelt es sich um cyanogene Glycoside aus denen eben Blausäure entsteht(beim Verdauen der Pflanzenteile). Dazu muss man aber die Blätter und die Kerne zerkauen, dieses Glycosid ist aber auch in Kirschen und Marillenkernen enthalten....eigentlich in allen Prunus-Arten!

Unzerkaute Kerne werden wieder ausgeschieden ohne Blausäure freizusetzen.

Und jetzt der Teil der für uns Imker interessant ist,....wieviel Glycosid ist in den Pollen und im Nektar?

Genaue Studien fehlen hier leider aber allgemein ist es so dass es für die Pflanzen keinen Sinn ergibt gerade die Teile die zur Befruchtung dienen zu stark mit "Giften" anzureichen...anders bei Kernen, diese sollen ja keimen/wachsen und nicht gefressen werden!

Glycoside finden sich auch im Fingerhut, Eisenhut, Blutweiderich, Hahnenfuss,Maiglöckchen,Herbstzeitlose,....

...die Liste wird schier unendlich. Aber in unserem Honig sind die Mengen zu gering um den Menschen wirklich gefährlich zu werden...ich halte hier z.B Obst und Gemüse aus fraglicher Herkunft für weitaus gefährlicher und belasteter!

 

Es gibt zwar auch sogenannte "giftige" Honigsorten, diese sind dann aber meist Sortenrein von einer Pflanzenart.

Berühmtester Vertreter hier ist der Pontische-Honig vom Rhododendron ponticum, er verursacht Übelkeit,Erbrechen ...bis hin zu Haluzinationen.

So, jetzt mag ich nicht mehr schreiben...das Thema würde nie ganz enden...man muss eben gut differenzieren zwischen den Pflanzen die unsere Bienen besuchen manche sind giftig manche nicht von einigen wird mehr eingelagert von anderen weniger...aber im großen Ganzen besteht die Gefahr dass bei uns ein Giftiger Honig entsteht nicht! ....die meisten Vergiftungen wurden nur von eben importierten Honig bekannt( aus Neuseeland, der Türkei od. Amerika)

Achja hier noch der Link:

 https://imkerverein-diepholz.de/gartengestaltung-aber-bienenfreundlich/