Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

34 Antworten [Letzter Beitrag]
Bienensepp
Bild von Bienensepp
Offline
Beigetreten: 10.12.2009
Beiträge: 229
Wohnort: Semriach
Rähmchenmaß: EHM
Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo,

Maja schreibt heute Interessantes im Artikel Königinnenzucht und Krebsforschung. Daraus ergibt sich für mich die Frage,gibt es bereits Unterschiede im Ei welches von der Königin zur Arbeiterin bestimmt ist, oder einem Ei welches sie in eine Weilelzelle legt.

Biovereinigungen kreiden den Züchtern ja fallweise an, daß Arbeiteinnenlarven "zwangsbeglückt" werden.

was ist Eure Meinung zu diesem Thema

Bienensepp

Betreue die "Grauen" & Bee-happy

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Euch,

 

Bei mir wird im Einklang mit dem natürlichen Entwicklungsverlauf der Schwarmtrieb guter Königinnen zur Vermehrung und Verjüngung des Bestands genutzt.

 

Herzliche Grüße Manfred

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 700
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Imker seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo Bienensepp,

 

nein, die Unterschiede gibt es nicht. Das haben die Ruttners (deren Bücher übrigens für jeden Züchter und Vermehrer sehr hilfreich sind) zusammen mit den Ungarn sehr elegant bewiesen.

 

Viele Grüße vom bewölkten Mindelsee

 

Michael

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Dich, Michael

 

Ich nehme an, Du willst darauf hinweisen, daß die Form des angebotenen Zuchtstoffes, Ei oder Made für das Ergebnis nicht relevant ist.

 

Die Frage, ob Schwarmköniginnen oder mit Hilfe des Nachschaffungstriebes entstandene Königinnen sich unterscheiden, auch die Frage der besseren oder schlechteren Aufzuchtbedingungen ist damit weiterhin offen.

 

Herzliche Grüße Manfred

 

 

Bienensepp
Bild von Bienensepp
Offline
Beigetreten: 10.12.2009
Beiträge: 229
Wohnort: Semriach
Rähmchenmaß: EHM
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo Michael,

ich meine, Ruttners hatten noch recht wenig mit DNA am Hut.

Meiner Erfahrung nach sind Schwarmköniginnen den gezüchteten immer überlegen, wobei ich aber zugebe daß auch eine erhöhte Verteidigungsbereitschaft auch und ev. Schwarmneigung, zwar vom Imker nicht gewünscht, aber ein Zeichen für Vitalität ist.

Sepp

Betreue die "Grauen" & Bee-happy

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 700
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Imker seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo Bienensepp,

 

und was hat jetzt die Erbinformation mit Schwarm- versus Nachschaffungszellen zu tun? Meinst Du damit die Weisel begattet Nachschaffungszellen mit Sperma anderer Drohnen als die Arbeiterinnenbrut bzw. Schwarmzellen?

 

Gruß vom frühlingshaften Mindelsee

 

Michael

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Euch,

 

Die Soziophysologie der Gesamtkolonie, die Verwandtschaftsverhältnisse, das "egoistische Gen", wird gern übersehn.

 

Herzliche Grüße Manfred

Reinhard
Moderator
Bild von Reinhard
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 2987
Wohnort: Hagenbrunn/NÖ und Garsten/OÖ
Imker seit: 2004
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Bienensepp schrieb:

Meiner Erfahrung nach sind Schwarmköniginnen den gezüchteten immer überlegen, wobei ich aber zugebe daß auch eine erhöhte Verteidigungsbereitschaft auch und ev. Schwarmneigung, zwar vom Imker nicht gewünscht, aber ein Zeichen für Vitalität ist.

Beschreib uns bitte deine Erfahrungen ein wenig näher. Worin erkennst du Unterschiede?

Pfiati, Reinhard

honigfritsch.jimdo.com

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 700
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Imker seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo Manfred,

 

ich war zwar mal ein R. Dawkins Fan, aber Dein Beitrag erschliesst sich mir, auch bei den haplodiploiden Honigbienen, nicht ganz. Könntest Du dies bitte etwas detailieren?

 

Danke und Gruß vom verschneiten Mindelsee

 

Michael

Manfred schrieb:

Die Soziophysologie der Gesamtkolonie, die Verwandtschaftsverhältnisse, das "egoistische Gen", wird gern übersehn.

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Dich, Michael

 

Die Aufzucht einer Königin als Schwarmzelle bedeutet für das Volk Bestand, da verwandt.

 

Die Pflege einer Weiselzelle aus vom Imker bestimmtem Zuchtstoff bedeutet für das Volk einen Bruch in der Kontinuität, weil Bestehendes vergeht.

 

Herzliche Grüße Manfred

anastasialand
Offline
Beigetreten: 03.01.2011
Beiträge: 150
Wohnort: St.Radegund
Imker seit: 2008
Rähmchenmaß: Zander
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo Leute?

Ich weiß nicht sorecht ob ich hier mitreden soll oder darf,aber Manfred finde ich hat den nagel auf den Kopf getroffen, um es vieleicht anders zu formulieren,eine Zuchtkönigin einweiseln ist wie eine organtransplatation

Wie Manfred sagt das Volk ist eine einheit (einheitliche DNA) und es besitzt ein feld wie ich schon oft erwöhnt habe in dem ist die Blaupause des volkes enthalten,wenn man nun eine fremde königin zuführt ist sie nicht ident und sie muß äußerlich angepaßt werden wie ihr ja wißt ,sie bleibt aber im feld ein Fremdkörper der wenn er aber erkannt wird abgestossen wird (abgestochen)!

Dadurch ist es beim ableger etwas einfacher den da herscht chaos und das feld muß sich erst formieren und neu bilden,dies wird jedoch meist der königin angepasst?

Lg RupertStirnrunzelnd

Bienenwerkstatt
Bild von Bienenwerkstatt
Offline
Beigetreten: 30.09.2010
Beiträge: 292
Wohnort: Wien
Imker seit: ca. 1970
Rähmchenmaß: Zander + Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo miteinander,

Hier geht es wieder einmal um verschiedene Philosophien die zwar alle ihre Berechtigung haben mögen aber eigentlich nur durch die Praxis und deren Beobachtung zu einem Ergebnis führen werden.

1, unterstellt man einer Königin (und ihrem Volk) ein eigenes "biogenes Feld" (oder wie immer man es ausdrücken möchte) - so erübrigt sich das wenn erst mal alle Bienen im Volk von ihr abstammen. Dann ist es das sowieso.

2, in einem bestimmten Umkreis wären von der Natur aus "ähnliche" Drohnen zur Verfügung. Die Natur schafft immer Ökogebiete - bis hin zur Bildung endemischer Formen - wenn man ihr nicht mit Importmaterial dreinpfuschen würde.

3, Die Königin als Individuum selbst ist gleichwertig, egal ob sie aus einer Schwarm WZ oder guten Aufzuchtbedingungen entstammt. Wäre das anders - hätte man es über die Jahrzehnte hinweg längst massiv gesehen. Das ist aber definitiv NICHT der Fall.

4, Zucht ist ein natürlicher Vorgang der auf Auslese beruht - und die Natur macht das mit Erfolg schon immer. Das ist eine einfache (beobachtbare) Tatsache abseits jeder Philosophie.

5; sollte jemand in einer "begnadeten" Gegend, ohne genetischen Fremdimport imkern so wäre ausschließliche Vermehrung über Schwarm WZ - INCLUSIVE SELEKTION - eine ebenso einfache wie sinnvolle Betriebsweise. Aber eben NUR in so einer Gegend.

6, in allen anderen Gebieten (und das werden die absolut Meisten sein) - ist es gerade die RZ welche das genetische Erbe auf einem konstanten Level zu halten imstande ist.

LG Heinz

je einfacher desto besser
www.bienenwerkstatt.at

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Euch,

Wozu tut Imker sich die Kletzlerei, das womöglich zwischen zwei Glasscheiben verfrachten von Bienen, die naturgemäß in Wabengassen leben, das Umlarven, Verschulen, Ausfangen, Zusetzen an, wenns einfach und problemloser auch geht. ?

 

http://www.buckfast.de/de/pdf/BI3-03.pdf

 

Herzliche Grüße Manfred

Bienenwerkstatt
Bild von Bienenwerkstatt
Offline
Beigetreten: 30.09.2010
Beiträge: 292
Wohnort: Wien
Imker seit: ca. 1970
Rähmchenmaß: Zander + Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Servus Manfred,

Na die Antwort ist einfach.

Wegen Punkt 5, und 6,

LG Heinz

je einfacher desto besser
www.bienenwerkstatt.at

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Dich, Heinz

 

Die Vorlag' nehme ich gerne an

und häng noch Bretschko dran:

Zitat Josef Bretschko: "In einem stark verbastardisierten Gebiet muß man zunächst versuchen, die laufende Entstehung von Neukombinationen dadurch zu unterbinden, daß man mindestens drei Jahre lang von unverwandten Reinzuchtmüttern stark vermehrt, Versager radikal ausmerzt und sich nur auf eine Bienenrasse festlegt.
Dadurch tritt eine rasche Reduktion von ungeeigneten Genotypen ein, so daß man ab dem fünften Jahr bereits die eigenen Sieger (standbegattete Nachzuchten) aus den Nachzuchten des dritten Jahres verwenden kann. Die Schaffung von Reinzuchtgebieten mit eng miteinander verwandten Zuchtmüttern führt bald zur Genverarmung mit allen bekannten Begleitsymtomen.
Alber nannte in einem seiner provozierenden Aufsätze unsere bislang praktizierte Reinzucht einen Erbraub und er hatte recht! Wir müssen mit viel mehr unverwandten Zuchtmütteren arbeiten, die lediglich nach einem einheitlichen Zuchtziel ausgelesen wurden. Die Leistungssteigerung können wir nur durch eine Verminderung der Leistungsstreuung erreichen. Die Voraussetzung dazu bildet die Minimierung ungeeigneter Erbkombinationen und nicht die Genverarmung durch Inzucht."

 

Herzliche Grüße Manfred

bienenkraft
Bild von bienenkraft
Offline
Beigetreten: 17.11.2010
Beiträge: 1311
Wohnort: St. Margarethen / Raab
Imker seit: 2010
Rähmchenmaß: Einheitsmaß
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

 

.....stark verbastardisierten Gebiet  ........  unverwandten Reinzuchtmüttern ....... Versager radikal ausmerzt ........ nur eine Bienenrasse....

......rasche Reduktion von ungeeigneten Genotypen ......... Sieger (standbegattete Nachzuchten) ....... ...... Zuchtmüttern führt zur Genverarmung....

Erbraub ..... mit unverwandten Zuchtmütteren ....... nach einheitlichen Zuchtziel ausgelesen .......  Leistungssteigerung ......  durch Verminderung der Leistungsstreuung ....... Minimierung ungeeigneter Erbkombinationen ........ Genverarmung durch Inzucht......

 

Hmmmmmm - eigentlich unglaublich dass hier wirklich über Bienen bzw Imkerei geschrieben wird......

 

Schönen Tag Euch allen!

Liebe Grüße

Kathi

Bienenwerkstatt
Bild von Bienenwerkstatt
Offline
Beigetreten: 30.09.2010
Beiträge: 292
Wohnort: Wien
Imker seit: ca. 1970
Rähmchenmaß: Zander + Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Servus,

Ja genau, eigentlich ist dem nichts hinzuzufügen - bis auf den Umstand - was macht man wenn laufend ungeeignetes fremdes Genmaterial eingeführt wird?  Das kannte auch schon Bretschko und hoffte aber auf die Einsicht der Imker.

Mit Reinzuchtgebieten ist da natürlich nichts mehr zu machen. RZ ist da die einzige Alternative, allerdings natürlich mit einer ausreichenden genetischen Vielfalt. Aber bei der Größe der Population dürfte das kein Problem sein.

LG Heinz

je einfacher desto besser
www.bienenwerkstatt.at

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 700
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Imker seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo Kathi,

 

man sollte korrigierend hinzufügen dass Bretschko dies vor geraumer Zeit schrieb. Ansichten wie auch Wortbedeutungen haben sich geändert.

Insbesondere aber ist vieles im naturwissenschaftlich-expliziten Wissen - im Gegensatz zu weichem-implizitem Wissen das auch sehr gute frühe Imker zu hauf hatten - über die Bienengenetik erst in den letzten Jahrzehnten angesammelt - und vorallem verstanden - worden.

Ich kann die Ansicht Zucht würde "Reinzucht", also die Begattung mit Drohnen der gleichen Linie, zwingend erfordern nicht verstehen und schon garnicht unterstützen. Bienen sind keine Rinder oder Schafe und haben eine ganz andere Genetik (während die der restlichen Nutztiere sehr ähnlich zueinander ist).

Imkerei hat in Mitteleuropa Heterosiseffekte und "F1", also die erste Generation der Kreuzung zweier Linien, lange ignoriert. Dies mag daran liegen dass in diesem Sektor sehr lange Züchter überwogen die die sehr große Komplexitiät der Bienengenetik nicht verstanden. Wieso dies allerdings in der Alpenrepublik immernoch auf soviel Ablehnung stößt, das ist mir schleierhaft.

 

Gruß vom sonnigen Mindelsee

 

Michael

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 700
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Imker seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Manfred schrieb:

Grüß Dich, Michael

 

Die Aufzucht einer Königin als Schwarmzelle bedeutet für das Volk Bestand, da verwandt.

 

Die Pflege einer Weiselzelle aus vom Imker bestimmtem Zuchtstoff bedeutet für das Volk einen Bruch in der Kontinuität, weil Bestehendes vergeht.

 

Herzliche Grüße Manfred

 

Hallo Manfred,

 

eine Nachschaffungszelle ist auch Kontinuität. Gebe ich dem Volk Zuchtstoff eines Schwestervolkes ist das auch Kontinuität, oder wie war das mit dem "egoistischen Gen" Unschuldig

Also: wieso Grenzen aufbauen wo keine sind? Wenn sich die Schwarmkönigin mit Drohnen einer ganz anderen Linie paart, ist dann der Schwarm noch Kontinuität? Aber der Kunstschwarm mit einer Schwester der Ex-Königin begattet mit Drohnen der Ex-Königin nicht mehr?

Bienengenetik bietet so herrlich viele Möglichkeiten. Welches Nutztier wenn nicht die Biene ist prädestiniert für Basiszucht?

Ich mag keine Grenzen zwischen "natürlich" und "künstlich", zwischen "rein" und "Bastard" oder welchem Schwarz und Weiß auch immer aufbauen. Die sind alle artifiziell und simplifizierend. Im Detail haben sie alle keinen Bestand.

 

Gruß vom sonnigen Mindelsee

 

Michael

albert
Moderator
Bild von albert
Offline
Beigetreten: 08.11.2010
Beiträge: 1640
Wohnort: Mistelbach
Imker seit: 1992
Rähmchenmaß: Einheitsmaß, Zander-Flach
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Servus Michael,

Mindelsee schrieb:
Wieso dies allerdings in der Alpenrepublik immernoch auf soviel Ablehnung stößt, das ist mir schleierhaft.

Ist das möglich, dass du vielleicht die Genetik der Alpenrepublikaner nicht verstehst?

LG Albert

ibas.co.at

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 700
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Imker seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Ohh Albert,

 

natürlich, das hatte ich ganz verdrängt. Zunge raus

Danke für die Aufklärung Lachend

 

Gruß vom sonnigen Mindelsee

 

Michael

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Dich, Michael

 

Ja selbst wenn, bleibt mit Nutzung des Nachschaffungstriebs immer noch das höhere Risiko von Aufzuchtschäden bestehn.

 

Ein Volk, das im Verlauf eines Jahres 10, 20, beliebig viele Tochterkolonien hervorbringt, die dann womöglich auf engstem Raum nebeneinander leben, habe ich praktisch auch noch nicht gesehen.

 

Erfreuchlich finde ich es, wenn selbst renommierte Züchter in Richtung Basiszucht zu denken beginnen:

 

http://www.apisjungels.lu/page184.html

 

Herzliche Grüße Manfred

Bienensepp
Bild von Bienensepp
Offline
Beigetreten: 10.12.2009
Beiträge: 229
Wohnort: Semriach
Rähmchenmaß: EHM
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo,

Die Diskussion hat sich vom urspr. Thema etwas abgewendet, Unterarten oder "Rassen haben sich in der Natur herausgebildet - aus welchen Gründen auch immer angepasst, und mit spez. Stärken und Schwächen.

Flugradius der Königin beim Hochzeitsflug und Drohnensammelplätze belegen eindeutig, daß die enge Verwandtschaft nicht gewünscht ist.

Heterosiseffekte an sich kann man auch bis zu einem gewissen Maße auch innerhalb einer Rasse erreichen.Bedarf nicht zwingend einer Rassenkreuzung.

Die F1 Generation ist der Traum der Imker, aber was kommt danach? Der Großteil der Bienenhalter vermehrt über Schwarm und UWZ  - Rassenkreuzungen und z. B. F3 kannst wegen der Merkmalaufspaltung sowieso vergessen!

Sepp

Betreue die "Grauen" & Bee-happy

josefBay
Bild von josefBay
Offline
Beigetreten: 27.12.2009
Beiträge: 185
Wohnort: Seekirchen
Rähmchenmaß: Zander
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Bei diesem Thema würde ich zwischen Berufsimkern, die vom Ertrag leben und eine große Anzahl von Völkern besitzen und Hobbyimkern mit maximal 20 Völkern unterscheiden.

Bei Berufsimkern ist vermutlich die Nutzung schwarmträger, möglichst leistungsfähiger Bienen essentiell. Es geht ja um Optimierung des Ertrags, wie überall in der Wirtschaft.

Aber beim Hobbyimker finde ich die Reinzuchtidee sehr fragwürdig. Natürlich wird man sich ab und zu neue Königinnen zukaufen, um die Eigenschaften aufzubessern oder um deren Eigenschaften mit den Eigenschaften der eigenen Völker vergleichen zu können und natürlich ist es auch für eine Hobbyimker erstrebenswert, wenn die Bienen eine ruhigen Wabensitz haben und nicht aggressiv sind.

 

Trotzdem finde ich es als Hobbyimker besonders schön, aus den Völkern anhand Eigenschaften auszuwählen und aus den guten eigenen Völker zu vermehren, auch wenn daraus wieder nur ein Drittel gute Völker entstehen. Dabei fällt mir ein, dass ich einen Artikel von Dr. Liebig gelesen habe, bei dem er Völker mit Reinzuchtköniginnen und Völker mit standbegatteten Königinnen verglichen hat und die Völker mit Reinzuchtköniginnen im Schnitt eher schlechter abgeschitten haben. Auch Dr. Weiß zweifelt in einem seiner Bücher am bisherigen Zucht-Erfolg der Reichzuchtköniginnen.

Jetzt aber zurück zum Thema:

Bisher habe ich keinen Unterschied feststellen können, ob die Königinnen aus einem Sammelbrutableger und umgelarvten Larven stammte oder aus einem Ableger eines ebenfalls guten Volks mit einer entsprechenden Weiselzelle.

 

Josef Bayrhammer

Beutentyp: Frankenbeute
Wabenmaß: Zander Langohr

Hobbies: Imkern, Gärtnern und Obstbäume züchten/veredeln

BLOG: http://www.bienenaktuell.com/blogs/josefbay

Paul
Offline
Beigetreten: 15.11.2010
Beiträge: 86
Wohnort: Graz
Imker seit: 2009
Rähmchenmaß: 37 x 21
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo Manfred

Nachdem ich noch keine Ahnung habe (Außer Schwärme) wie vermehrt man am einfachsten

ohne eigene Königinnenzucht zumintest ohne umzularven .

  L G  PaulVerlegen

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Dich, Paul

 

Nutzung des Schwarmtriebs ist eine gute Möglichkeit.

Ab Ende April die Entwicklung der Völker im Auge behalten. Dafür reicht ein wöchentlicher kurzer Blick auf  eine Brutwabe aus dem Zentrum des Brutnests. Solange das Brutnest sich auf Kosten des vorhandenen Vorrats ausdehnt, ersichtlich an leeren und frisch bestifteten Zellen an seinen Rändern, im Zentrum frisch geschlüpfte Zellen nachbestiftet werden, habe ich nichts zu tun.

 

Intressant wird es, wenn der Rand "stumpf" wird, das heißt außen keine neue Brut angelegt wird und frisch geschlüpfte Zellen mit Nektar gefüllt werden. Jetzt achte ich auf entstehende und in Pflege befindliche Weiselzellen.

http://www.imkerschule-sh.de/php/imk_themen/bilder/kippkontrolle_klein.jpg

 

Sobald Weiselzellen in Pflege sind, schüttle und fege ich, ohne nach der Königin zu suchen, die Bienen von sämtlichen Brutwaben vor einen neuen mit Waben, Mittelwänden oder einfach nur Anfangsstreifen versehenen Stock. Wichtig ist dabei, daß die Bienen schön in einer Ebene geradewegs ins einladend dunkle  Innere des neuen Stockes einlaufen können. So dividieren sich die abgeschüttelten Bienen schön auseinander. Die Flugbienen kehren in ihr angestammtes Volk zurück, die jungen fetten Stockbienen und die Königin laufen instinktiv ins Dunkle.

Etwa schon vorhandene verdeckelte Schwarmzellen breche ich aus.

Auf diese Weise zapfe ich einem schwarmreifen Volk etwa 1kg Bienen und die Königin ab. Dieser vorweggenommene Schwarm kann an beliebiger Stelle, auch auf dem gleichen Stand aufgestellt werden.

Im Verlauf von ein paar Minuten merke ich am Verhalten der eingelaufenen Bienen, ob die Chefin mit an Bord ist. Bleibt alles ruhig, kommen keine Bienen raus und fliegen ab, dann ist die Aktion geglückt.

Sind die Bienen unruhig und fliegen ab, dann muß ich noch einmal nachwassern, was allerdings selten vorkommt.

 

8 Tage später kann ich nun entweder alle jetzt verdeckelten Schwarmzellen im Muttervolk bis auf eine ausbrechen oder mit den vorhandenen Brutwaben mit Schwarmzellen und zusätzlicher Honig- und Leerwabe  Begattungsableger bilden. Bei Aufstellung am Stand stopfe ich locker Gras ins Flugloch, das irritiert die ausfliegenden Bienen und sie fliegen sich auf den neuen Standort ein. So unterbleibt ein Kahlfliegen des Begattungsablegers.

Der Kalender von Martin Dettli kann Dir auch hilfreich sein, die Entwicklung im Auge zu überschauen:

http://www.summ-summ.ch/bibl/imk/t_jgvolk.html

 

Herzliche Grüße Manfred

 

 

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 700
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Imker seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo Manfred,

 

den Vortrag hielt Jungels vor 5 oder 6 Jahren. Basiszucht ist für sehr viele Hobbyimker viel sinnvoller als zahlreiche Stunden an der "Vereinsbelegstelle", die höchst selten mehr als ein ganz normaler Stand, evtl. mit ein paar Drohnenvölkern ist, zu verbringen.

Von einem "quirligen Querdenker" (sehr positiv gemeint) wie P. Jungels auf den Plural der "renommierten Züchter" zu schließen, da wäre ich vorsichtig Zwinkernd Er selbst nutzt ja alle Zuchttechniken die ihn weiterbringen - und das ist sehr erfolgreich.

 

Gruß vom verschneiten Mindelsee

 

Michael

 

Manfred schrieb:

Erfreuchlich finde ich es, wenn selbst renommierte Züchter in Richtung Basiszucht zu denken beginnen:

http://www.apisjungels.lu/page184.html

 

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Dich, Michael

 

Deitsches Sprach, schweres Sprach,

sieh mir den kleinen Fehler nach.Zwinkernd

 

Herzliche Grüße Manfred

Mindelsee
Moderator
Bild von Mindelsee
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 700
Wohnort: Radolfzell-Stahringen
Imker seit: 2001
Rähmchenmaß: Zander, Langstroth
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo Manfred,

 

wenn Du mich nicht darauf gestossen hättest Verlegen.

Hätte ich es beim Zitieren gemerkt, das CH wäre in der Schweiz geblieben Zunge raus

 

Viele Grüße vom verschneiten Mindelsee

 

Michael

anastasialand
Offline
Beigetreten: 03.01.2011
Beiträge: 150
Wohnort: St.Radegund
Imker seit: 2008
Rähmchenmaß: Zander
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo ihr zwei?

weil ihr gerade von Schweiz redet kennt jemand die seite "www.summ-summ.ch" da wird  ein Gotlandexperiment erwähnt kennt das vieleicht zufällig jemand???(ist in englisch pech für mich)

LG RupertZunge raus

Paul
Offline
Beigetreten: 15.11.2010
Beiträge: 86
Wohnort: Graz
Imker seit: 2009
Rähmchenmaß: 37 x 21
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Danke Manfred

  Jetzt sieht die Sache schon anders aus-war leider die letzten zwei Tage zugfahren darum konnte ich

  erst jetzt antworten.

  L G Paul Lächelnd

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Dich, Rupert

 

Varroa und Bienen - ein Fall für Dauerbehandlung ist ein Bericht zum Gotland-Experiment in deutscher Sprache.

http://www.agroscope.admin.ch/imkerei/00316/00329/02084/index.html?lang=de

 

Herzliche Grüße Manfred

Paul
Offline
Beigetreten: 15.11.2010
Beiträge: 86
Wohnort: Graz
Imker seit: 2009
Rähmchenmaß: 37 x 21
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

             Danke Manfred

Jetzt kommt schön langsam Licht in die ZUsammenhänge .

Liebe Grüße Paul

Blumenwiese
Offline
Beigetreten: 28.01.2011
Beiträge: 50
Wohnort: Wien
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Hallo Manfed:

 

Deine Methode gefällt mir. Ich habe mir Gedanken über die Zusammensetzung der Bienen und Schwarmtrieb gemacht.

Beim natürl. (Vor-)Schwarm würden (laut Lehre) vor allem ältere Biene mit der Königin schwärmen und viele Jungbienen zur Aufzucht der jungen Königin(nen) zurückbleiben.

Bei deiner Methode besteht der vorweggenommene Schwarm hauptsächlich aus jüngeren Bienen aus dem Brutnest und der Königin plus Flugbienen, die sich für Königin statt Standort entscheiden.

Das "abgeschwärmte" Volk hat (unverdeckelte) bestversorgte  Weiselzellen und mittelalte Bienen aus dem Honigraum und viele Flugbienen.

Du behältst 1 Weiselzelle, best versorgt, und förderst den Schwarmcharakter deiner Völker (laut Lehre)?

Hab ich das richtig verstanden und siehst Du da selber ein Problem (Bienenalter und Schwarmtrieb)?

 

Herzliche Grüße, Ron

Manfred
Offline
Beigetreten: 02.12.2010
Beiträge: 457
Wohnort: Sierndorf
Imker seit: 1972
Rähmchenmaß: Jumbo, Flachzarge
Re: Königinnenzucht oder Schwarmköniginnen

Grüß Dich, Ron

 

Zur altersmäßigen Zusammensetzung des Schwarms:

http://perso.fundp.ac.be/~jvandyck/homage/books/armbr/LA1952/partA123.html

 

Im Schwarmtrieb sehe ich kein Problem.

 

Herzliche Grüße Manfred