Rähmchen desinfizieren?

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Sommerbiene
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Rähmchen desinfizieren?

Liebe Bienenfreunde,

obwohl ich hier dem einen oder anderen empfehle, gute Sachen in entsprechender Qualität zu kaufen und auch was dafür zu investieren, bin ich doch grundsätzlich ein sparsamer Mensch (Kathi wird es jetzt nicht glauben ;-)

Ich werde heuer 50 % meiner Völker auf Mittelwände setzen. Die Brutrahmen werden ausgeschmolzen und ... ja, das ist die Frage. Ich weiß, dass die meisten die Rähmchen verbrennen. Ich habe ein Starkstrom-desinfektionsgerät, das Natronlauge innerhalb kurzer Zeit aufheizt und wo ganze Beuten reinpassen. Natürlich auch Rähmchen. 

Wer von Euch desinfiziert Rähmchen auf diese Art? Sepp, Du schreibst, dass Du Beuten und Rähmchen desinfizierst. Wie?

Grüße von der Sommerbiene.

bienenkraft
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Sommerbiene schrieb:

....bin ich doch grundsätzlich ein sparsamer Mensch (Kathi wird es jetzt nicht glauben ;-)

.....Ich weiß, dass die meisten die Rähmchen verbrennen. Ich habe ein Starkstrom-desinfektionsgerät, das Natronlauge innerhalb kurzer Zeit aufheizt und wo ganze Beuten reinpassen. Natürlich auch Rähmchen.... 

Hallo Hannes!

Wieviele neue Rähmchen könntest Du denn um das Geld kaufen das Dein Starkstrom-Desinfektionsgerät samt laufend die Natronlauge gekostet hat..? Unschuldig

Nein, im Ernst: mich interessiert das mit Natronlauge! Wie macht man das (ohne Starkstrom-Desinfektionsgerät Zwinkernd) ? Woher bekommt man die Lauge, wie behandelt man sie und wieviel kostet sie?

Liebe Grüße

Kathi

Bienen Sepp
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Hallo Sommerbiene!

Grundsätzlich werden nur die guten alten Rähmchen weiterverwendet, diese werden bei mir in einen alten Geschirrspüler gereinigt. Dazu kommen zwei Esslöffel Ätznatron und die Rähmchen werden wunderbar rein.
Die Lauge von zwei Wachsgängen sammle ich in einen Kunststofffass. Bevor diese in den Kanal gelangt mische ich Essig zum Neutralisieren dazu (nach Gefühl).
Auf die gleiche Weise werden auch alle anderen Kleinteile gereinigt.

Natürlich sind die meisten Rähmchen danach locker und benötigen ein paar gezielte "Klopfer".

Alle Zargen und Deckel werden vor den neuerlichen Einsatz mit einen Flämmer ausgebrannt. Dabei kann aufgeweichtes Propolis mühelos entfernt werden. Arbeitstechnisch geht dies schneller als das Reinigen in heißer Natronlauge.

Alle temperaturempfindlichen Teile wie z.B. Böden mit Edelstahlgitter, Absperrgitter usw. werden in hei8e Natronlauge getaucht und bei Bedarf gebürstet. Und nachträglich mit viel Wasser gespüllt.

Ich weiß, so manches ist übertrieben und manche werden dies nicht für notwendig halten.

Gruß Sepp

 

Reinhard
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Re: Rähmchen desinfizieren?

bienenkraft schrieb:

Nein, im Ernst: mich interessiert das mit Natronlauge! Wie macht man das (ohne Starkstrom-Desinfektionsgerät Zwinkernd) ? Woher bekommt man die Lauge, wie behandelt man sie und wieviel kostet sie?

Natronlauge (Ätznatron) bekommst du in Imkereifachgeschäften, sie kostet etwa 5 Euro pro Kilo. Die gibst du ins warme bis sehr warme Wasser, sodass eine etwa 5%-ige Lösung entsteht.

Aber Vorsicht!! Immer das Pulver in das Wasser geben, nicht umgekehrt! Immer Handschuhe und Schutzbrille tragen und daneben einen Kübel mit klarem Wasser bereitstellen. Altes Gewand anziehen, denn das gelöste Propolis färbt die Lauge gleich dick gelb.

Wenn du einen alten Bottich hast, kannst du die Lösung auch erwärmen. Die gereinigten Teile dann mit viel Wasser reinigen. Die Lauge sollte dann mit Säure (Essig) etwas neutralisiert werden, bevor du sie dem Kanal schenkst. Nicht in die Waschmuschel leeren - die wird sonst gelb!

 

Pfiati, Reinhard

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Sommerbiene
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Re: Rähmchen desinfizieren?

bienenkraft schrieb:

Hannes!

Wieviele neue Rähmchen könntest Du denn um das Geld kaufen das Dein Starkstrom-Desinfektionsgerät samt laufend die Natronlauge gekostet hat..? Unschuldig

Etwa 900 Rähmchen. Aber darum geht es nicht. das Gerät werde ich aller Voraussicht nach mindestens 15 Jahre verwenden können, vermutlich um einiges länger. Allein heuer werde ich die Rähmchen für 50% meiner Völker desinfizieren. In das Gerät passt auch mein Dadant-Brutraum. Es ist also eine sinnvolle Investition in die Hygiene meiner Imkerei. Natürlich kann man es auch im gGeschirrspüler machen, wie der Sepp das tut.

@ Sepp:

Ein Absperrgitter ist doch nicht aus Edelstahl und das kann man nicht in Lauge geben! 

 

Grüße von der Sommerbiene.

Mindelsee
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Hallo

 

Ätznatron gibt es auch im Landhandel für um die 2 EUR/kg, also nicht wirklich ein Preisfaktor.

 

Unbedingt, gerade bei warmer Lauge, die umfangreichen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Verätzungen treten schnell auf, man merkt sie oft erst spät und die Wundenheilung ist nicht die einfachste.

 

Für Holzteile (nicht Kunststoff!) bieten sich eigentlich zwei andere Verfahren an:

- Abflämmen, am besten mit einem starken Gasbrenner. Für kleinere Mengen reichen auch Lötlampen mit Kartuschengas oder die Unkrautbrenner mit Gas aus der Dose.

- Dämpfen im Dampfwachsschmelzer.

 

Gruß vom bewölkten (endlich!) Mindelsee

 

Michael

albert
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Mindelsee schrieb:
Für Holzteile (nicht Kunststoff!) bieten sich eigentlich zwei andere Verfahren an:

...Dämpfen im Dampfwachsschmelzer.

Achtung! Im Dampfwachsschmelzer wird aufgrund der zu niedrigen Temperatur NICHT desinfiziert. Faulbrutsporen überleben den Dampfwachsschmelzer locker!

LG Albert

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beepaps
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Hallo Miteinander !

Bienen Sepp schrieb:

Ich weiß, so manches ist übertrieben und manche werden dies nicht für notwendig halten.

Gruß Sepp

Ganz ehrlich, das erscheint mir wirklich übertrieben und es ist nach meiner Auffassung nicht notwendig, kontraproduktiv und bienenunfreundlich.

Ich gehe davon aus, es handelt sich um normale, dem Durchschnitt entsprechende Völker ohne besondere Krankheitserscheinungen, wenn wir die Varroabelastung beiseite legen.

Was passiert denn mit dem Bienenvolk, wenn es sich nach dem Winter, bei allen natürlichen und künstlich durch den Mensch geschaffenen Widerständen im Sommer hoch gearbeitet hat, dann der Imker abschleudert, das Futter für den Winter aufbereitet und gegen alle Fraßschäden der Milbe angekämpft werden muß ?

Der Imker vollbringt noch ein Machwerk, das die Natur so nicht vorgesehen hat. Wenn am Stand die AFP oder sonstige im Gesetz verankerte meldepflichtige Ausfälle vorhanden bzw. nachgewiesen sind, dann besteht Anzeigepflicht ! und ist der Sachverständige zuständig. Diese Maßnahme soll (so vermute ich) verhindern, dass (wieder soviele) Völker zusammenbrechen, dazu wird jede  Biene des Volkes richtig durchgeschüttelt in die Luft gejagt (auf dass die Milbe falle) und es wird ihr zur Wahl gestellt "friß oder stirb".

Das heißt für die Biene kann nicht der verdiente natürliche Überwinterungsprozess beginnen sondern wir Bienen fangen (im August) von NULL an und müssen uns Alles neu errichten. Die Spuren der Desinfektion beseitigen, die Wachsschuppen aktivieren, alles zum Überleben holen, das Propolis sammeln, weil die natürliche hart errichtete Desinfektion weggespült wurde obwohl wahrscheinlich nur übersehen wurde frühzeitig Massnahmen gegen die Varroa zu ergreifen.

Den wenigsten ist bekannt, dass Faulbrutsporen in gewissem Maße latent also ständig vorhanden sind und die AFB nicht überall und eben nur bei bestimmten Bedingungen ausbricht/ausbrechen kann. Wozu soviel Aufwand, wenn die Völker an und für sich nur eine andere Behandlung brauchen. Wenn ich  zum Beispiel an die neue Möglichkeit mit dem VA-Controller mit der Hyperthermie denke und im frühjahr bereits ergiebig mit der Fangwabe/Bannwabe arbeite, dann kann ich mir den ganzen (verzeiht mir) "GATSCH" und die viele Mittelwandarbeit zu dieser Zeit ersparen und den Bienen einen schönen Winteraufbau gönnen. Auch jene Völker, welche im Herbst angekehrt und auf Mittelwände gesetzt wurden haben VA_Befall.

Ich würde gerne mal bei dieser Arbeit zusehen, wer erklärt sich bereit, ich habe Zeit, meine Völker arbeiten sich in der Zeit schonend ohne VA-Druck in den Winter und verfallen nicht in diesen oxidativen Stress.

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Re: Rähmchen desinfizieren?

liebe Grüße von beepaps

(wer das Kleine nicht ehrt, ist das Große nicht wert)

Sommerbiene
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Re: Rähmchen desinfizieren?

beepaps schrieb:

Den wenigsten ist bekannt, dass Faulbrutsporen in gewissem Maße latent also ständig vorhanden sind und die AFB nicht überall und eben nur bei bestimmten Bedingungen ausbricht/ausbrechen kann. 

Dann müßte doch jeder einen positiven Futterkranz-Befund haben!? Wie sicher ist denn dieser Test überhaupt?

Grüße von der Sommerbiene.

Sommerbiene
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Re: Rähmchen desinfizieren?

albert schrieb:

Achtung! Im Dampfwachsschmelzer wird aufgrund der zu niedrigen Temperatur NICHT desinfiziert. Faulbrutsporen überleben den Dampfwachsschmelzer locker!

Ha! Da gab es im deutschen Forum schon ganz andere Aussagen. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Dampfwachsschmelzer zu 100% desinfiziert. Wie siehst Du das mit dem Flämmen? Wenn ich eine Beute in die Natronlauge gebe, ist auch die Farbe ab. Viele bevorzugen daher das Flämmen.

Grüße von der Sommerbiene.

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Re: Rähmchen desinfizieren?

PS.: ich meinte das desinfizieren. natürlich überleben Faubrutsporen in jedem Fall im Wachsschmelzer.

Grüße von der Sommerbiene.

beepaps
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Ja liebe Sommerbiene, gute Frage, wäre einen eigenen thread/beitrag wert. Labors sind zum teil öffentlich gestützt und müssen auch leben, aber nicht, dass ich jetzt deren Entscheidungskraft anzweifle. Es ist nun mal so, dass der Gesamtbefund also auch die wichtig(st)e Wahrnehmung des Sachverständigen vor Ort wesentlich für die Entscheidungsfindung des Amtsarztes über einer Sperre ist. Kurz gesagt der Befund über die FKProbe kann/muß ein Indikator für weitere Massnahmen sein und nicht Panik hervorrufen. Man sollte solche Dinge nie alleine entscheiden sondern wohlüberlegt mit etwa Gesundheitswart im Ort, Sachverständigen usw. beraten. Da beißt einem niemand.

liebe Grüße von beepaps

(wer das Kleine nicht ehrt, ist das Große nicht wert)

Mindelsee
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Hallo,

 

beepaps hat schon richtig darauf hingewiesen dass AFB-Diskussionen in einen getrennten Faden sollten.

Nur zum Nachdenken ein paar Schlagworte:

-  AFB-Typen unterscheiden sich stark

- Dauerstadien können in der Tat sehr viel überleben, aktiv sich teilende Bakterien nicht

- Wie erfolgen die Nachweise in der Futterkranzprobe? In der Regel über eine Bakterienkultur. Geringe Mengen an Dauerstadien sind hiermit nicht zwangsläufig sicher nachzuweisen

- Klinik/Symptomatik und Labordiagnostik müssen nicht immer übereinstimmen (Typenabhängig).

- AFB ist nur einer von sehr vielen Keimen die den Bienen/Imkern Probleme bereiten. Viele andere, veterinärmedizinisch und ökonomisch mind. vergleichbar relevant, werden durch anwenderfreundliche Methoden ausreichend reduziert.

- Strenggenommen bedeutet desinfizieren keimfrei machen. Das ist für Honigbienen und für den Imker meist nicht notwendig (Ausnahme z.B. akukt klinische AFB).

Ganz wichtig ist dass sich jeder Imker/Betrieb ein Hygienekonzept entwickelt! Das gilt nicht nur für die Lebensmittelerzeugung sondern auch die Tierhygiene. Das Konzept muß an Tracht, Betriebsweise, Standort und vieles mehr angepasst werden. Eine Abstimmung mit Kollegen oder im Zweifelsfall Gesundheitswart/Bienensachverständigem ist sicherlich gut und hilft das Konzept weiterzuentwickeln.

Natronlaugenbad für Rähmchen und Zargen ist ein möglicher Schritt. Schneller Wabenwechsel, häufige Volkverjüngung und Naturbau sind weitere mögliche Ansätze.

 

Viele Grüße vom Mindelsee

 

Michael

 

Rabe
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Bienen Sepp schrieb:
Die Lauge von zwei Wachsgängen sammle ich in einen Kunststofffass. Bevor diese in den Kanal gelangt mische ich Essig zum Neutralisieren dazu (nach Gefühl).
dazu kann man für wenig Geld Lackmuspapier kaufen,  dann muß das nicht mehr "nach Gefühl" passieren.

Landbiene in Hohenheimer Beute
Streuobstwiese, ca. 450 m ü. NN

Sommerbiene
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Mindelsee schrieb:

 

- Dauerstadien können in der Tat sehr viel überleben, aktiv sich teilende Bakterien nicht

- Wie erfolgen die Nachweise in der Futterkranzprobe? In der Regel über eine Bakterienkultur. Geringe Mengen an Dauerstadien sind hiermit nicht zwangsläufig sicher nachzuweisen

- Klinik/Symptomatik und Labordiagnostik müssen nicht immer übereinstimmen (Typenabhängig).

 

Kannst Du uns das bitte näher erklären? Danke, Michael.

Grüße von der Sommerbiene.

albert
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Servus Hannes,

Michael hat es sehr gut beschrieben. Da es verschiedene Stämme der Faulbrut gibt, sind Befunde natürlich nicht immer ident. Zum Beispiel muss ein Stamm nicht zwingend fadenziehende Masse hervor bringen. Ein anderer riecht nicht nach Knochenleim usw.

In der Labordiagnostik ist es ähnlich. Es müssen auch von Labor zu Labor die Ergebnisse nicht zwangsläufig einheitlich sein. Eben aus oben genanntem Grund.

 Zusätzlich muss die Dauerform des Faulbruterregers - die Spore, die über jahrzehnte "schlafend" überdauern kann - nicht unbedingt auf dem Nährboden im Labor zu wachsen beginnen. Sie ist aber trotzdem vorhanden, wird im Labor daher nicht gefunden und kann im Volk mit der Auskeimung beginnen.

Es sind Faulbrutsporen übrigens nicht zwingend in jedem Volk vorhanden. Früher war man der Ansicht, dass jedes Volk eine gewisse Anzahl an Sporen in sich trägt. Das wurde aber bereits widerlegt.

Übertriebenes Entkeimen halte ich im eigenen Betrieb für entbehrlich. Anders sieht die Sache bei Zukäufen aus.

LG Albert

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RATZDAV
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Rähmchen desinfizieren?

Hallo liebe Bienenfreunde.

Meine gezapften Rähmchen mit starken Oberträger sind mir zu wertvoll um sie nach einmahligem Gebrauch in den Ofen zu stecken.

Wie schon  beschrieben, werden auch meine Rähmchen und Zargen im Frühjahr nach der Revision der Völker und und im Herbst ehest nach der letzten Schleuderung gereinigt. Zuerst im Dampfwachsschmelzer das Wachs geschmolzen und im nächsten Arbeitsgang die Rähmchen, im nächsten Arbeitsschritt die Zargen in siedender Natronlauge im  alten Milchtank gereinigt.

Bis vor einigen Jahren verwendete ich als Heizquelle einen leistungsfähigen Gasbrenner. Um auch die Gaskosten zu sparen habe ich mir aus starkem Stahlblech einen im Durchmesser an den Schmelzer und Tank angepaßte Feuerstelle gebaut. Holzabfälle gibt es im Garten und in der Werkstatt genug, somit enstehen keine zusätzlichen Energiekosten.

Dadurch werden mindestens 1/3 der Waben und Beutenteile jedes Jahr gereinigt.

Ein reinigen nach dieser Methode ist nur mit Rähmchen und Beuten aus Holz möglich.

Das Handling mit sauberen Beuten und Rähmchen ist einfacher und rationeller.

Gezapfte und mit einem starken Klammergerät gefertigte Rähmchen bleiben auch nach dieser Arbeit  stabil und brauchen nicht nach genagelt werden. 

Nach meiner praktischen Erfahrung ist das Abflammen bei weitem arbeitsaufwendiger und die Teile werden auch nicht sauber genug.

Das Auskochen der Bienenbeuten ersetzt mir auch den Anstrich, den in der kochenden Lauge ist Wachs und Propolis und somit ensteht am Holz ein schützender Schutzfilm.

Dies ist vieleicht ein kleiner Ansatz um Krankenheiten zu minimieren. Die Hauptursache vom  Enstehen von Krankheiten ist meiner Meinung der jeweilige Imker selbst, gerne wird die Ursache wo anders gesucht. Würden zum Beispiel immer genug Reserveableger  vorhanden sein und damit die sogennannten Schwächlinge und Nachzügler ersetzt, bliebe so manches erspart.

Natronlauge gibt es auch im Lagerhaus in 25 kg Säcken. In einer Plastiktonne dicht verschlossen jahrelang lagerfähig.

Dies ein paar Anregungen.

Es grüßt und wünscht eine baldige Blütenhonigschleuderung

David

chris
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Re: Rähmchen desinfizieren?

Wir haben voriges Jahr den alten Kartoffeldämpfer meiner Schwiegereltern nach zig Jahren aktiviert und einen Tag lang darin unzählige Rähmchen mit Soda-Lauge ausgekocht, anschließend auf eine lange Stange aufgefädelt und so trocknen lassen.

Die Methode ist absolut einfach und sehr sehr kostengünstig: Soda gibt es um 79ct/Sack bei Bipa und ein bißchen Brennholz war nötig.

Leider wurden die Rähmchen aber nicht strahlend hell sonder hatten einen sehr leichten gräulichen Ton - gibt es Tipps dazu?

 

LG Chris

Sommerbiene
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Re: Rähmchen desinfizieren?

chris schrieb:

Leider wurden die Rähmchen aber nicht strahlend hell sonder hatten einen sehr leichten gräulichen Ton - gibt es Tipps dazu?

 

LG Chris

 

Wenn desinfiziert, ist die Farbe doch egal.

Grüße von der Sommerbiene.