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Drohnenwabe als Milbenindikator
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Die erste verdeckelte Drohnenbrut aus den Völkern liefert exakte Informationen über den Belastungsstand durch Varroen. Viele Milben deuten auf Behandlungsprobleme im Herbst hin, wenige Milben stellen das Ausschneiden der Drohnenbrut in Frage.
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Milbenzählung an ausgewaschener Drohnenbrut.
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Zu den bereits erprobten Möglichkeiten der Varroreduktion zu Beginn der Bienensaison über den Baurahmen gibt es in den Monaten April bis Juni kaum eine vergleichbar bessere Möglichkeit einer laufenden und Bienen schonenden Form der konstanten Entmilbung. Überwinterte Milben, in welcher Menge auch immer, werden zwar jetzt schon die bereits vorhandene Arbeiterinnenbrut parasitieren, aber mit zunehmender Drohnenaufzucht verstärkt auch in der Drohnenbrut zu finden sein. Um aussagekräftige Rückschlüsse über das Milbenausmaß im Volk zu erhalten, liefert die erste verdeckelte Drohnenwabe des Jahres verwertbare Informationen. Für diesen Zweck eignen sich grundsätzlich eingehängte Drohnenmittelwände besser als Anfangsstreifen im Baurähmchen. Ganze Drohnenmittelwände werden bei entsprechendem Bautrieb gleichmäßig ausgebaut und in der Folge zügig von der Königin bestiftet. Im verdeckelten Zustand wird diese Wabe entnommen und die Brut gänzlich mit einem Messer geöffnet. Die freigelegte Drohnenbrut kann mit einer sanft eingestellten Gartenbrause über einem Behälter (Backblech) ausgewaschen werden. Drohnenbrut und Milben bleiben in der Blechwanne, währen überschüssiges Wasser weitgehend über den Rand abfließen kann, ohne dabei den Inhalt mitzureißen.
Die braunen Milbenkörper heben sich deutlich von der weißen Drohnenbrut ab und können mengenmäßig erfasst werden. Die Anzahl der gefundenen Varroen gibt Auskunft über die Befallssituation.
Interpretation:
Mehr als zehn Milben deuten auf einen durchschnittlichen Druck hin, der mittels konsequenter Drohnenbrutentnahme den Erhalt der Völker bis Saisonende erwarten lässt.
Sind es aber über 50 Milben oder sogar mehr, besteht ein gewisses Risiko für das Bienenvolk, denn nicht nur diese Drohnenwabe sondern auch weitere Drohnen- und auch Arbeiterinnenbrut im Volk sind bereits in ähnlichem Ausmaß parasitiert. Ursache für diesen hohen Ausgangsbefall wird fast immer die unterlassene oder ungenügende Restentmilbung im Spätherbst sein. Die eigene Betriebsweise bedarf in diesem Fall einer Neuorientierung.
Sind hingegen nur ganz vereinzelt (bis 5) Milben je Wabe zu finden, spiegelt diese Anzahl die exakt durchgeführte Restentmilbung im Vorjahr und wirft die Frage auf, ob weitere Drohnenwaben aus diesem Volk überhaupt noch ausgeschnitten werden sollen. Denn die Anzahl der dadurch entnommenen Milben steht in keinem positiven Verhältnis zu der aufgewendeten Arbeitszeit. Für diese Völker besteht keine augenscheinliche Gefahr bis zur nächsten Hauptentmilbung.
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Autor: Gerhard Engleitner
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Veröffentlichungsdatum: 14.03.2008 08:17
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