Anfälligkeit gegenüber Kalkbrut erblich oder nicht?
Den beobachtenden ImkerInnen sind die Kalkbrutmumien bestens bekannt, aber unliebsame Erscheinungen in einzelnen Völkern oder ganzen Geschwistergruppen. Inwieweit züchterisch die Widerstandskraft der Bienen beeinflusst werden kann, hinterfragt Dr. Kasper Bienefeld aus Hohen Neuendorf.
Kalkbrut ist eine durch den Pilz Ascoshaera apis hervorgerufene Brutkrankheit der Honigbiene. Als Ursachen werden niedrige Temperaturen im Brutnest, kühle, feuchte Standorte, Inzucht und Veranlagung der Völker diskutiert. In keinem Lehrbuch fehlt der Hinweis, beim Auftreten von Kalkbrut die Königin umzuweiseln. Für eine erbliche Fundierung der Anfälligkeit gegenüber Kalkbrut gibt es aber bisher wenig solide Informationen. Sie resultieren im Wesentlichen aus zwei Beobachtungen:
- Nach der Umweiselung geht oft die Kalkbrut zurück
- Auf einem Stand werden meist alle Geschwistervölker befallen
Beide Beobachtungen lassen sich aber auch durch nicht-genetische Einflüsse erklären.
Nach der Umweiselung (meist später im Jahr) werden oft auch die Umweltbedingungen anders (für die Kalkbrut ungünstiger).
Auf vielen Ständen befinden sich verwandte (oft sogar Geschwister-) Völker. Wenn an einem Stand die Umweltbedingungen (für den Kalkbruterreger) günstig sind, so ist die Chance groß, dass alle Völker des Standes Kalkbrut-Symptome zeigen. Das muss aber nicht Ausdruck einer besonderen Anfälligkeit dieser Herkunft sein, sondern ist möglicherweise nur durch die hohe Sporenbelastung und die (für Bienen) ungünstigen Umweltbedingungen hervorgerufen worden.
Quelle: Prof. Dr. Kaspar Bienefeld, Hohen Neuendorf
Mehr über diese Forschungsergebnisse können Sie in der Oktoberausgabe von „Bienen aktuell“ nachlesen.
Autor: Gerhard Engleitner
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