Ausgeglichene Ernährung der Bienen

Bienen ausgeglichen zu ernähren, ist eine der ältesten Aufgaben der Bienenforscher. Basierend auf das Wissen über Ernährungsgewohnheiten der Honigbienen, Zusammensetzung von Blütenpollen und Ernährungsprinzipien von Haustieren und Insekten, entwickelten kanadische Wissenschaftler den Blütenpollenersatzfutter Feedbee. Es folgt eine Kurzfassung, die Studie in ganzer Länge kann unter www.feedbee.com gelesen werden.

Um die Schmackhaftigkeit und Effizienz von Feedbee zu untersuchen, führten wir im Frühling 2004 einen Ernährungstest durch. Die Testvölker bekamen 4 Wochen lang Feedbee, Blütenpollen oder ein sojabasierendes Nahrungsmittel, die Kontrollvölker bekamen keine Ersatznahrung. 28 Völker (in Langstroth Kästen) wurden in der Imkerei der Universität von Guelf, Kanada, ausgewählt. Die Königinnen waren alle 2 Jahre alt und hatten die gleiche Abstammung. Alle Völker hatten gleich viel Brut (207,1 cm²), 3 Rähmchen Honig, und 3-4 Kunstwaben. Die Völker waren gleich groß (ca. 1,80 kg). Aus den 28 Völkern wählten wir 24 aus und teilten sie in 4 Testgruppen. Die einzelnen Gruppen bekamen jeweils eine Sorte der Nahrung (Feedbee, „Bee-Pro“ Sojaprodukt, und natürliche Blütenpollen) in Form von Futterteig. Die Kontrollvölker ernährten sich nur von der Nahrung, die sie in der Natur vorfanden. Den Ernährungstest führten wir zu Frühlingsanfang durch, 30 Tage lang, die Verbrauchswerte sammelten wir an allen 10 Tagen.

Der durchschnittliche Feedbee Verbrauch war 1103 g, Blütenpollenverbrauch: 1195 g. In allen zwei Fällen war der Verbrauch viel höher wie vom Sojaprodukt: 295 g (1. Abbildung). Während des Tests untersuchten wir auch andere Variablen, wie zum Beispiel die Größe der Brut in cm² (2. Abbildung), die Population der Bienen in kg (3. Abbildung), sowie die Honigproduktion (4. Abbildung). Das Ergebnis zeigte, Feedbee und Blütenpollen sind am wirksamsten, die Brut vergrößerte sich bis zu 1338,1 cm² und 1344,4 cm², die Population bis zu 3,49 kg und 3,66 kg und die Honigproduktion bis zu 71 kg und 71 kg. Die Entwicklung der mit dem Sojaprodukt bzw. normal ernährten Kontrollvölker weichte stark ab, mit 577,86 cm² und 627,17 cm² Brut, 2,73 kg und 2,61 kg Population und 33 kg bzw. 39 kg Honigertrag. Die Schlussfolgerung aus diesem Ergebnis ist, wenn noch mehr Blütenpollen den Bienen gegeben wird, entwickeln sich die Völker den Prognosen entsprechend. Das Ergebnis zeigt auch das enorme Potenzial in Feedbee in Erhalt und Vermehrung der Bienenpopulation, sowie Honigproduktion, wenn keine oder nur wenig natürliche Blütenpollen in der Natur zu finden sind.

Tabelle 1: Verbrauchsvergleich
Verbrauch (g) Brutfläche (cm²) Bienenpopulation (kg/Kasten) Produzierte Honigmenge (kg/Kasten/Jahr)
Feedbee 1103 1338,1 3,49 71
Blütenpollen 1195 1344,4 3,66 71
Sojaprodukt 295 577,86 2,73 33
Kontollgruppe - 627,17 2,61 39

Bei der Ernährung der Tiere ist neben der Schmackhaftigkeit, die Verdaulichkeit, die Absorbtion, biologische Herkunft, sowie die Effizienz der Nahrung genauso wichtig.

Wie bei allen Tierarten, sind die Ernährungsgewohnheiten der Bienen auch ganz speziell. Die nötigen Proteine, Fette, Vitamine und Mineralien sind in ihrer natürlichen Nahrung, den Blütenpollen und dem Nektar zu finden. Der Mangel oder schlechte Qualität der Blütenpollen kann bei den Bienen Stress auslösen.

Die zusätzliche Ernährung mit Blütenpollen hat auch Nachteile. Die Bienen tragen meist nicht im Herbst den für den Frühling nötigen Pollen ein. Die gekauften Blütenpollen sind meist recht teuer und manchmal sind sie auch nicht ordentlich desinfiziert, so können sie Träger von verschiedenen Krankheiten sein. Der ideale Blütenpollenersatz ist ein solches Mittel, das die Bienen das ganze Jahr über aufnehmen können, genauso reich an Nährstoffen ist, wie die natürlichen Nahrungen der Bienen, so dass es sich den Ernährungsgewohnheiten der Bienen völlig anpassen kann.

Um die natürliche Blütenpollen zu ersetzen und den Proteinmangel zu beseitigen, wurden verschiedene Stoffe benutzt, wie Sojaprodukte, getrocknetes Eigelb, Milchpulver, Fleischmehl, Molke und andere Milchprodukte. Chemisch gesehen sind alle diese Produkte fähig den Nährstoffmangel der Bienen zu beseitigen, doch ihre Wirkung, verglichen mit Blütenpollen, ist sehr schwach. Die Sojaprodukte sind so populär geworden, dass sie von Forschern und Imkern noch heute benutzt werden (nur weil sie die billigsten landwirtschaftlichen Abfallstoffe sind) trotz dessen, dass sie giftige Zucker beinhalten (stachioz und proteazinhibitoren) und keine positive Wirkung auf Honigbienen haben.
Die mit Futterteig durchgeführten Testergebnisse ergaben, wenn die Bienen ensprechend mit Feedbee oder Blütenpollen gefüttert werden, wird die Brut größer und das Volk wird stärker.

Die Schlussfolgerung unserer Studie ist, dass die Sojaprodukte nicht genügend Nährstoffe für Honigbienen beinhalten und können für den Ersatz von Blütenpollen nicht entsprechend benutzt werden. Die Forschungen bewiesen, dass die Sojamittel mit schwacher Qualität die Entwicklung der Völker nicht antreiben können und verursachen eine kürzere Lebenserwartung der jungen Bienen.

Über Feedbee wurde bewiesen, dass die Bienen mit Feedbee ausgeglichen ernährt werden können, Feedbee ist genauso reich an Nährstoffen wie Blütenpollen und es kann sich den Ernährungsgewohnheiten und Bedarf der Bienen völlig anpassen. Feedbee ist fähig, natürliche Blütenpollen zu ersetzen.

Feedbee Blütenpollenersatznahrung wurde schon in 23 Ländern von Forschern, Wissenschaftler und Imkern getestet, überall mit sehr guten Ergebnissen. Derzeit wird Feedbee für verschiedene Arten von Honigbienen in vielen Ländern der Welt eingesetzt.
Quelle: A. M. Saffari, P. G. Kevan, J. L. Atkinson

Autor: Josef Brachmann, E-Mail: brachmannbt [at] gmail [dot] com