Der schnelle Überblick - findige Lösungen für Beobachtungsmöglichkeiten

Es ist eine ungestillte Sehnsucht der Imker/innen, möglichst oft einen Blick in die Bienenvölker zu werfen. Schließlich haben wir diese Tiere ins Herz geschlossen und fühlen uns für deren Wohlbefinden verantwortlich. Wer seinen Bienenstand nahe beim Wohnhaus hat, wird fast täglich zu seinen Völkern schauen. Der Schaukasten ist dafür eine Ideallösung. Aber auch für Wirtschaftsvölker haben viele Imkergenerationen vor uns findige Lösungen für Beobachtungsmöglichkeiten entwickelt.
Neben der Fluglochbeobachtung, den großen Fenstern in Hinterbehandlungsbeuten oder kleinen Fenstern in einzelnen Zargen ermöglicht der Putzkeil in der Magazinimkerei einen Blick in den Hochboden, gibt Einblick in die Volksentwicklung. Wer aber beim Magazin ohne Bienenkontakt seine Neugier stillen möchte, der verwendet zwischen oberster Zarge und Innendeckel eine Kunststofffolie als kleines Hilfsmittel.

Vorzüge der Folienabdeckung
Zu jeder Jahreszeit kann ich ohne Bienenkontakt den Beutendeckel störungsfrei abnehmen und mir einen Überblick über den Zustand des Volks verschaffen. Im Winter interessieren mich die Lage des Bienensitzes und die Anzahl der besetzten Wabengassen. Im Frühling spüre ich durch die Folie bei aufgelegter Hand die Brutwärme und deren Ausdehnung. Im zeitlichen Verlaufen folgen schließlich Informationen über den Bautrieb und den Zeitpunkt für Erweiterungsmaßnahmen. Im Sommer verrät ein Blick durch die Folie den Verdeckelungsfortschritt im Honigraum. Im Herbst kann ich schmerzlich eine mögliche Auflösungserscheinung des Volkes mitverfolgen.
Wird von oben gefüttert, wird ein Eck der Folie nur soweit zurück geschlagen, dass ein kleiner Spalt den Weg zum Futter frei gibt. Vor jedem Eingriff ins Volk wird zuerst an einer Stelle die Folie langsam hochgezogen und ein sanfter Rauchstoß hineingeblasen. Das garantiert ruhiges Arbeiten mit ganz geringem Raucheinsatz.

Bezugsquelle ist der nächste Baumarkt, der Baufolien neben klar oder matt auch in dick oder dünn anbietet. Klare Folien garantieren den besseren „Durchblick“ und dickere Folien glänzen durch eine längere Lebensdauer. Die Größe der Folie soll so bemessen werden, dass die gesamte Zargenöffnung dicht verschlossen ist. Bei falzlosen Beuten kann sie sogar leicht überstehen. Und sind die Folien einmal unansehnlich geworden, werden sie kostengünstig durch neue ersetzt.

Autor: Gerhard Engleitner