Guckimkerei - Bienen halten, nur zur Freude, fördert auch die Entwicklung

Top-Bar-Hive: Beute für Bienengucker

Die bereits bestehende Beutenvielfalt freut sich über Neuzugänge. Bienen halten nur zur Freude fördert auch die Entwicklung alternativer Beuten. Ob damit ein wünschenswerter Trend eingeleitet wird?

Warré-Beute
Diese Beute gleicht einem Magazinstock, mit winzigen Zargen von 34 cm im Quadrat und einer Zargenhöhe von 21 cm. Meist sind noch Fenstereinsätze eingefügt, um dem Guckbedürfnis der Besitzer entgegen zu kommen. Rähmchen gibt es keine. Oberleisten mit oder ohne Vorbaustreifen sind in der Zarge festgenagelt, geben damit dem Wabenbau Halt und Orientierung. Ein Umhängen der Waben ist aber nicht möglich. Als Kopfzarge wird eine mit Holzwolle gefüllte Flachzarge aufgesetzt, darüber kommt ein kleines Satteldach. Dieser ganze Turm steht auf einem flachen Bodenbrett mit Flugauslass. Mit nur zwei Eingriffen im Jahr werden die Völker bearbeitet: Erweitern im Frühjahr, Abernten im Sommer. Die Honiggewinnung erfolgt durch Auspressen.

Top-Bar-Hive
Für den afrikanischen Busch erfunden, wird diese Beute auch in Europa unter Guckimkern immer beliebter. Von den beiden Versionen wird jene mit den schrägen Seitenwänden wegen der leichteren Lösbarkeit der Waben bevorzugt. Die Beute ist 1 m lang und 60 cm breit. Diese einfache Konstruktion ist auch für den Eigenbau geeignet. Die Handhabung ist mit gängigen Trogbeuten vergleichbar, wobei wiederum nur Trägerleisten mit oder ohne Mittelwandstreifen eingesetzt werden. Wird ein Absperrgitter verwendet, kann die Honigentnahme gesteuert werden. Fütterung und Varroabekämpfung sind ebenfalls nach gängigen Methoden möglich. Im Vergleich zum echten Naturwabenbau, der bei der Honigernte ausgepresst werden muss, können diese kleinen Rähmchen auch geschleudert werden.

Anastasias Kiste
Der Name ist auf eine Romanfigur zurückzuführen (Wladimir Megre), die sich der Imkerei widmete. Der Grundgedanke beruht auf der Verbundenheit zwischen Lebewesen und Mutter Erde. Diese Kiste tut den Bienen gut und bringt zusätzlich positive Energie in den Garten. Dazu werden diese Beuten auf den Boden und in Schräglage (Neigungswinkel von 20 bis 30 Grad) gestellt. Die Bretterstärke beträgt ca. 6 cm, meist aus Laubholz gezimmert, Innenmaße von 40 cm x 40 cm und bis zu 120 cm lang. Diese Beuten sind extrem schwer. Ein seitlicher Ausflugschlitz, der nach Süden ausgerichtet sein soll, dient als Flugloch. Mit der üblichen Imkerei hat diese Betriebsweise nichts gemeinsam. Ähnlich dem Strohkorb kann der Honigüberschuss entnommen und ausgepresst werden, sollte aber als Winterfutter verbleiben.

Anmerkung: Die Entwicklung auf diesem Sektor soll von den Imkervereinen unbedingt beachtet und eine Betreuung der neuen Imkergruppe angestrebt werden. Die Zunahme an unorganisierten Imkern und die Zunahme an sich selbst überlassenen Bienenvölkern darf keinesfalls die klassische Imkerei gefährden. Völker müssen betreut und gegen Varroa behandelt werden, unabhängig vom Beutentyp.

Autor: Gerhard Engleitner

Foto: Top-Bar-Hive: Beute für Bienengucker.