Gute Pollenversorgung - Bienensterben

Landwirtschaftliche Strukturen verändern sich, teilweise profitiert die Imkerschaft sogar davon. Gerade in Gebieten mit erhöhtem Getreideanbau sorgt die Begrünung der Felder nach der Ernte für ausreichende Pollenversorgung der Bienen.
Gründüngung
Ursprünglich als Erosionsschutz der nackten Ackerscholle gedacht, treten Düngewert, Vitalität des Bodens und Pflege des Landschaftsbildes als weiter Interessensfaktoren in den Vordergrund. Von dieser Entwicklung kann die Imkerschaft solcher Agrarzonen Vorteile ziehen. Die Bienenvölker finden bis in den Spätherbst ausreichend Pollen und je nach Saatgut auch noch beachtliche Mengen an Nektar. Besonders an milden Herbsttagen kann der Waagstock sogar merkliche Zunahmen dokumentieren.
Bienensterben
In diesem Zeitraum, von Mitte September weg, beginnt aber auch das gefürchtete „Kahlfliegen“ der Bienenvölker. Vorrangig tritt es dort auf, wo Maßnahmen der Varroareduktion zu wenig rigoros durchgeführt worden sind, keine Abfallskontrolle vorgenommen worden ist oder einfach der Varraobefall unterschätzt worden ist. In diesem Zusammenhang werden auch negative Stimmen über die Wertigkeit der Gründüngung hörbar. Vermutet werden Rückstände aus der Saatbeize der Vorfrucht, die nun über den Versorgungsstrom der Pflanzen für die Nektar und Pollen sammelnden Bienen frei werden und zu Vergiftungen führen können. Diese Vermutungen verfügen aber derzeit noch über keinen wissenschaftlichen Hintergrund. Ein Forschungsgebiet, dem derzeit noch der aktuelle Anlass fehlt!

Autor: Gerhard Engleitner