Imker/innen zur Mitarbeit an wissenschaftlichen Studien gesucht

Herr Prof. Dr. Karsten (Münstedt Universitätsklinikum in Gießen) ersucht Imker/innen zur Mitarbeit an wissenschaftlichen Studien.
In der Vergangenheit konnten durch die Mitarbeit von Imkern einige wichtige Fragen zur Bienengiftallergie, Propolisallergie, Imkergesundheit und Apitherapie beantwortet werden. Aufgrund dieser Ergebnisse ergaben sich in manchen Bereichen neue Erkenntnisse mit praktischem Bezug, z. B. im Bereich der Bienengiftallergie, da gezeigt werden konnte, dass nach erfolgreicher Desensibilisierungsbehandlung die Imkerei fortgesetzt werden kann.

Auch jetzt sollen wieder wichtige Fragestellungen mit Hilfe der Imker beantwortet werden. Nachfolgend die Projekte:

Umgang mit Bienengiftallergie – Bienengiftallergische Imker gesucht!
Um die oben genannten Ergebnisse mit weiteren Daten zu untermauern, werden weitere Personen gesucht, die selbst Erfahrungen (gleichwohl gute als auch schlechte) mit Behandlungsmaßnahmen der Bienengiftallergie gesammelt haben. Neben der schulmedizinischen Desensibilisierung sollen auch Homöopathie und andere Methoden geprüft werden. Da ein Teil der an der Imkerei interessierten Personen aufgrund von Allergien von der Imkerei Abstand nimmt, soll die Untersuchung dazu beitragen, dass zukünftig betroffene Imker eine gute Beratungsgrundlage bekommen, die ihnen erlaubt, eine gute Entscheidung bezüglich der Fortsetzung der Imkerei zu treffen.

Honig bei Heuschnupfen – Honigkunden mit Heuschnupfen gesucht!
Seit langem empfehlen Imker und Naturmediziner betroffenen Personen die Anwendung von Honig, der in der unmittelbaren Umgebung und in der entsprechenden Jahreszeit geerntet wurde. In jüngerer Vergangenheit haben sich auch die Medien dieses Themas angenommen (siehe RBB – http://www.rbb-online.de/quivive/archiv/index.html). Leider haben wissenschaftliche Untersuchungen den positiven Effekt von Honig in dieser Situation bislang nicht bestätigen können. Im Gegenteil, eine dreiarmige, prospektiv-randomisierte Studie mit 36 Teilnehmern ergab keine Hinweise auf eine besondere Wirksamkeit von Honig (Rajan et al. 2002). Aufgrund der Diskrepanz zwischen den positiven Fallberichten und dem Ergebnis der Studie, werden Imker, die unter ihren Honigkunden Personen haben, die an Heuschnupfen leiden und die gezielt Honig zur Therapie ihres Heuschnupfen kaufen, gebeten, diese anzusprechen und sie zu bitten, einen Fragebogen auszufüllen.

Bienengift bei entzündlichen Gelenkerkrankungen (Rheuma) – Imker mit rheumatischen Erkrankungen gesucht!
In einer früheren Studie wurde deutlich, dass einige Imker Bienen nicht nur wegen des Honigs halten, sondern diese gezielt zur Eigenbehandlung von rheumatischen Erkrankungen nutzen. Leider liegen derzeit nur unzureichende wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Bienengift und Rheuma vor. Imker, die an Rheuma leiden und die Heilkraft der Bienenstiche nutzen oder versucht haben zu nutzen, werden gebeten, ihre Erfahrungen mit Hilfe eines speziellen Fragebogens weiterzugeben.

Alle drei Projekte sollen den Erkenntnisstand zu bienengesundheitlichen Fragestellungen verbessern. Wichtig ist auch, dass sowohl gute und auch schlechte Erfahrungen mitgeteilt werden, denn nur so erscheint eine objektive Beurteilung sinnvoll. Insbesondere das Projekt „Honig und Heuschnupfen“ dürfte für die Imker interessant sein, denn ein positiver Befund könnte zur Sicherung des Honigabsatzes beitragen, denn nur vor Ort geernteter Honig soll ja die Beschwerden bei Heuschnupfen bessern. Insofern hoffe ich auf rege Beteiligung.

Fragebögen
Am einfachsten werden die jeweiligen Fragebögen aus dem Internet unter der Adresse www.bienenaktuell.com herunter geladen. Auf Wunsch können sie auch per Post zugestellt werden.

Diesbezügliche Anfragen bitte an:
Auf Wunsch werden Auslagen für Porto oder Kopien erstattet. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass anderweitige Unkosten nicht übernommen werden können, da für dieses Projekt bislang keine Unterstützung durch Dritte besteht.

Literatur
Rajan TV, Tennen H, Lindquist RL, Cohen L, Clive J. Effect of ingestion of honey on symptoms of rhinoconjunctivitis. Ann Allergy Asthma Immunol 2002; 88: 198-203.

Den fertig ausgefüllten Fragebogen senden Sie bitte an:

Herrn Prof. Dr. Karsten Münstedt
Universitätsklinikum Gießen
Klinikstraße 32
D-35392 Gießen
oder
E-Mail: karsten [dot] muenstedt [at] gyn [dot] med [dot] uni-giessen [dot] de
oder
FAX (0641) 99-45139

AnhangGröße
FB_Bienengiftallergie.pdf43.61 KB
FB_Honig_Heuschnupfen.pdf42.87 KB
FB_Rheuma.pdf69.97 KB