Wenn Totgesagte trotzdem schwärmen

In Österreich sind die Bienen Gott sei Dank noch nicht gestorben. Es geht ihnen gut. Natürlich darf man die Gefahr, die von der Varroamilbe ausgeht, aber keineswegs unterschätzen. Bienenverluste hat es immer gegeben und wird es immer geben. War vor 50 Jahren die Tracheenmilbe der Parasit, der große Bienenvölkerverluste verursacht hat, so haben wir es derzeit eben mit der Varroamilbe (Varroa destructor) zu tun.

Die damit einhergehenden Probleme haben die Verluste an Bienenvölkern aber Gott sei Dank nicht dramatisch erhöht: Sind 15% bis 20% Verluste an Bienenvölkern über den Winter ein ganz normaler Durchschnittswert, so ist es bisher nur in Ausnahmefällen (der Winter 2002-2003 war so eine Ausnahme, mit schätzungsweise 25% Verlusten) zu größeren Verlusten gekommen.
Im Rahmen eines groß angelegten Bienenmonitorings in der BRD, wo etwa 7000 Bienenvölker unter Beobachtung stehen, wurde ein Verlust an Bienenvölkern im Winter 2006/2007 von durchschnittlich 10% ermittelt. Das deckt sich auch mit den Erfahrungen bei uns in Österreich.

Das heißt, unseren Bienen geht es gut. Natürlich gibt es oft große Unterschiede zwischen den Regionen und Betrieben und natürlich gibt es oft unerklärliche Völkerverluste. Trotzdem ist es überhaut nicht angebracht, von einem "Bienensterben" zu sprechen.

Eine Tatsache ist jedoch auch klar zu sehen: Die Varroamilbe wird zunehmend „aggressiver“. Das heißt, Bienenvölker gehen schon bei geringerem Parasitendruck als noch vor 10 Jahren zugrunde. Die Imker müssen daher noch achtsamer sein. Gerade heuer hat auch die Varroamilbe aufgrund des Milden Winters gute Vermehrungsbedingungen in den Bienenvölkern vorgefunden. Eine effektive Varroabekämpfung wird daher heuer besonders wichtig sein!
Von der Biene Österreich wird daher ein Hauptaugenmerkt auf die Schulung und Fortbildung der Imker gelegt, damit sie die von den wissenschaftlichen Instituten entwickelten Strategien in der Bekämpfung der Varroamilbe umsetzen können. Diese Schulungen und Seminare werden auch von der EU sowie von Bund und Land finanziell unterstützt.

Noch schwärmen sie - unsere Bienen. Und das soll auch so bleiben!