Bienenstöcke im Oktober leer.

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imker_neulichtenberg
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Bienenstöcke im Oktober leer.

Bienenstöcke sind schon im Oktober leer.

Ich habe heute bei einem Imkerkollegen aus der Nachbar Gemeinde sechs von sieben Bienenvölker weggeräumt. Sie sind durch die Varroa gestorben.

In den Bienenstöcken waren noch die Königin mit ein paar Bienen , Waben mit viel verdeckelter Brut und genügend Futter. Bei einigen Stöcken waren auch schon Raubbienen unterwegs.

LG Manfred 

beeyourself
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

So eine Arbeit ist immer frustig. Ich kenn aber auch, dass die Bienenstöcke im August/Sept. plötzlich leer sind nach der Varroabehandlung mit Ameisensäure. 

 

Kann man so eine Königin noch irgendwie retten?

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

imker_neulichtenberg schrieb:

Bienenstöcke sind schon im Oktober leer.

Ich habe heute bei einem Imkerkollegen aus der Nachbar Gemeinde sechs von sieben Bienenvölker weggeräumt. 

 

Konnte der Imkerkollege dieses Resultat nicht selber richtig deuten? Warum räumt der Imkerkollege die übrigen Waben nicht selbst weg? Von Völkern kann man ja nicht mehr sprechen. Unterstützt man sich denn nur bei den Wegräumarbeiten oder auch bei der Varroabekämpfung und -kontrolle? 

 

Ist dieser Imker in der Lage, gegen die Varroa vorzugehen? Trotz der vielen verschiedenen zugelassenen Präparate und Fachleuten mit unterschiedlichen Aussagen, die alle wissen, wie es geht? Wie hat der Imker behandelt? Warum hat er bereits im Sommer bei der Entmilbung versagt? Ist dieser Imker auch nicht in der Lage, ein Oxalsäurepräparat anzumischen, das mehr als aus einem Teil besteht?

 

Das Beschrieben geschieht hundertfach und jährlich aufs neue. Doch die Hintergründe, die wären von Interesse.

 

Grüße von der Sommerbiene.

BienenStefan
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Sehr oft ist es gerade bei älteren Imkern der Stolz und Ignoranz gegenüber Fortbildungsmöglichkeiten bzw Ratschlägen jüngerer Imker, manchmal auch gepaart mit einem mangelndem Gefühl für die Bienen. 

Servus!
BienenStefan

imker_neulichtenberg
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

beeyourself schrieb:

So eine Arbeit ist immer frustig. Ich kenn aber auch, dass die Bienenstöcke im August/Sept. plötzlich leer sind nach der Varroabehandlung mit Ameisensäure. 

 

Kann man so eine Königin noch irgendwie retten?

Danke für den Tipp mit der Ameisensäure.

Die Bienenvölker wurden um den 20 Juli mit Ameisensäure Schwammtuch behandelt. Eine Woche später dann 3 mal im Abstand von 7 Tagen mit Varromed. 

Ab mitte September dann 4 mal im Abstand von 4 Tagen mit Ameisensäure 85 % 40ml mit Schwammtuch von unten. Die Bienenvölker waren auf Einheitsmass in einer Zarge. 

Eine Frage: Wie schauen die Bienenvölker aus die durch zuviel Ameisensäure aus den Bienenstöcken fliehen?

Bei Informationen ruft mich bitte an. Tel.: 0664/4106544

Ich warte noch etwas mit dem einschmelzen der Waben ob ich noch Informationen bekommen wie die Völker gestorben sind. 

In diesen Völkern waren eine Hand voll tote Bienen am Gitterboden, viele Waben mit verdeckelter Brut, teilweise die Königin mit ein paar Bienen. Auch  Raub Bienen waren schon aktiv.

LG Manfred 

sulz
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Guten Morgen Manfred.

 

Traurige Sache, über die du uns da Berichtest.

 

"viele Waben mit verdeckelter Brut", deutet meiner Meinung nach, eher nicht auf einen Varroaschaden hin.

 

Ich hoffe ihr verzeiht es mir, wenn ich zu diesem traurigen Ereigniss eine Frage habe.

 

Sind dies nicht ein wenig sehr viele Behandlungen in so kurzer Zeit?

 

lg Sulz.

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

beeyourself schrieb:

Ich kenn aber auch, dass die Bienenstöcke im August/Sept. plötzlich leer sind nach der Varroabehandlung mit Ameisensäure. 

Als ich noch ausschließlich mit Ameisensäure mittels Schwammtuch von unten behandelte, dosierte ich diese je nach Temperatur und Luffeuchtigkeit. Dabei machte ich einmal bei einem bestimmten Volk mit einer alten und "umweiselungswerten" Königin ein Experiment, indem ich die gekühlte Säurenmenge bei 25 Grad Außentemperatur um 40% höher dosierte, als meine bisherige Erfahrung als höchstzulässig zuließ.

 

Die Bienen begannen, nach etwa 10 Minuten aufgeregt, den Stock zu verlassen und ließen sich auf der Vorderwand sowie auf dem Bleckdeckel in dicken Trauben nieder. Als der Auszug von geschätzten 2 Drittel des Volkes sich beruhigte, wartete ich noch etwa zwei Stunden und öffnete den Bodenschuber. Nach etwa 2 Stunden waren alle Bienen wieder drinnen.

 

Was ich damit sagen will: Noch nie habe ich in meinem Umfeld und von zurate gezogenen Imkern von einem Abschwärmen eines Volkes aufgrund einer brutalen Ameisensäurebehandlung gehört, auch nicht davon ausführlicher gelesen. Wie dumm und unsensibel muss jemand sein, Ameisensäure darart überzudosieren, dass dies möglicherweise geschieht?

 

 

Grüße von der Sommerbiene.

ManfredH
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Hallo Manfred,

du schreibst von verdeckelter Brut, bitte nimm eine Entdeckelungsgabel und ziehe damit die Brut raus um zu sehen ob Milben in den Zellen sind.

Ich vermute einen Varroaschaden, um das zu bestätigen, solltest du Milben in den Zellen finden.

Bitte verrate uns das Ergebnis.

lg Manfred

sulz
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

@ Sommerbiene.

 

Einen "Behandlungsschaden" durch die AS würde ich auch eher ausschliessen. Deine Schilderung des Verhaltens bei einer überdosis, wurde auch mir so berichtet.

 

lg sulz.

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

sulz schrieb:

@ Sommerbiene.

Einen "Behandlungsschaden" durch die AS würde ich auch eher ausschliessen. 

In diesem Fall ohnehin.

 

Ich glaube jedoch grundsätzlich nicht, dass Bienen bei einer Überdosis AS abschwärmen. Ich habe allerdings keine Erfahrung mit Verdunstern und weiß nicht, was man damit alles - und in welcher Intensität und Dauer - anrichten kann.

 

Da ich mit der Schwammtuchbehandlung grundsätzlich zufrieden war, gab es kein Bedürfnis, AS-Alternativen zu suchen, sehr wohl jedoch den Wunsch, von der AS weitgehend weg zu kommen.

Grüße von der Sommerbiene.

imker_neulichtenberg
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

ManfredH schrieb:

Hallo Manfred,

du schreibst von verdeckelter Brut, bitte nimm eine Entdeckelungsgabel und ziehe damit die Brut raus um zu sehen ob Milben in den Zellen sind.

Ich vermute einen Varroaschaden, um das zu bestätigen, solltest du Milben in den Zellen finden.

Bitte verrate uns das Ergebnis.

lg Manfred

In den Zellen sind abgestorbene Bienenlarven, vereinzelt findet sich auch Varroa Milben zu finden.

Ich habe nun auch mit einem Binensachverständigen gesprochen, er geht von einer Überdosis mit Ameisensäure aus. Die Bienen und Brut wurden mit Ameisesensäure geschädigt.

Er empfiehlt im September max eine Dosis von 15-20 ml von Unten bei einem einzargigen Volk im Einheitsmass. 

LG Manfred 

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

 

Erst jetzt lese ich, dass unser Imkerkollege dreimal mit je 40 ml AS behandelte.

 

Wie verrückt ist das denn? 

 

Bereits beim ersten Mal müssten eigentlich die Bienen während der Behandlung den Stock verlassen haben. 

 

Jedenfalls hat er die Varroen vernichtet. Gratulation.

 

 

Grüße von der Sommerbiene.

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

imker_neulichtenberg schrieb:

Sie sind durch die Varroa gestorben.

 

Im weitesten Sinne könnte man das auch so sehen Zwinkernd

Grüße von der Sommerbiene.

Andreas Jung
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

- 20. Juli AS Schwammtuch

- 27. Juli Varromed

- 3. August Varromed

- 10. August Varromed

- 14. September 40ml 85% AS Schwammtuch

- 18. September 40ml 85% AS Schwammtuch

- 22. September 40ml 85% AS Schwammtuch

- 26. September 40ml 85% AS Schwammtuch

 

Suuuuuupa. Überrascht

Reinhard
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Andreas Jung schrieb:

- 20. Juli AS Schwammtuch

- 27. Juli Varromed

- 3. August Varromed

- 10. August Varromed

- 14. September 40ml 85% AS Schwammtuch

- 18. September 40ml 85% AS Schwammtuch

- 22. September 40ml 85% AS Schwammtuch

- 26. September 40ml 85% AS Schwammtuch

 

Suuuuuupa. Überrascht

Ich bin erst jetzt dazu, den Beitrag zu lesen. Im Prinzip ist der Zustand nach der "Endlösung" durch die "Behandlung" selbsterklärend. Zu Tode behandelt meines Erachtens als Ferndiagnose.

Pfiati, Reinhard

 

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

 

 

Ein interessanter und sehr aufschlussreicher Beitrag.

 

1.

Ein Imker, der nicht in der Lage ist, seine Bienen vor den Varroen zu schützen - von Bienen Stefan vermutlich sehr treffend beschrieben - , in dem er einmal mit Ameisensäure behandelt, dann drei Mal Varromed reinschütten, um tollkühn die auf den Bienen ansitzenden Varroen zu jagen, dann vermutlich in Verwunderung und Panik ob des nach wie vor starken Abfalls im September die Völker mit Ameisensäure totbehandeln. Man finde den Fehler.

2.

Ein Erwerbsimker, der das alles sofort als Varroaschaden erkennt, Kollegen, die hier zu unterschiedlichen Ansichten kommen und letztendlich Fehler, aus denen man viel lernen kann.

 

3.

Das unglaublich Positive an der Sache: Ein Volk lebt überraschenderweise (noch). Jedenfalls fliegen wahrscheinlich noch Bienen aus dem Flugloch, um zu dieser Ansicht zu gelangen.

 

Den Imkern, die im Frühjahr uneigennützig mit neuen Völkern zur Seite stehen, sei gedankt. Sie geben junge Völker zur Quälerei an die weiter, die vielleicht wieder nichts gelernt haben.

 

 

 

Grüße von der Sommerbiene.

beeyourself
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Nur noch meine Ergänzung (denn dass die Behandlung etwas zu gewissenhaft ausgeführt wurde, scheint klar): bei Ameisensäure kanns auch bei der ersten Behandlung ohne verrückte Überdosis sein, dass die Bienen ausziehen (im Sinn von abhauen). Weils schneller verdunstet oder weil die Bienen einfach die Nase voll haben. Dazu muss man kein besonders großer Dummkopf sein (oder was Sommerbiene so freundlich diagnostiziert hat).

 

Und das Schadbild ist dann Keine Bienen, nur minimal Totenfall, tote Brut und restliches Futter. Dass die Königin noch rumkrabbelt, kenn ich dabei nicht (aber ich find ja sowieso NIE die Königin, nicht mal als letzte Biene im leeren Stock wahrscheinlich) :-)

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

beeyourself schrieb:

... bei Ameisensäure kanns auch bei der ersten Behandlung ohne verrückte Überdosis sein, dass die Bienen ausziehen (im Sinn von abhauen). 

 

Du meinst also, dass Bienen bei passender Temperatur und normaler Dosis, sagen wir also 20-24 ml 85% bei max. 25 Grad, abhauen, also abschwärmen? Warum habe ich das in 10 Jahren nie erlebt und noch von niemandem gehört? Wenn Dir das widerfahren ist, wäre es schön, wenn Du mich/uns näher informierst, denn es ist für mich einfach nicht vorstellbar.

Grüße von der Sommerbiene.

beeyourself
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Habe das eh immer gepostet, wenns passiert ist, z.B. hier

https://www.bienenaktuell.com/forum/varromilben#comment-67761

so rund um Beitrag 10-15 

 

übrigens war die die Tatsache, dass das passiert, damals sehr wohl ein Begriff - vornehmlich bei der Schwammtuchmethode....

 

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

beeyourself schrieb:

übrigens war die die Tatsache, dass das passiert, damals sehr wohl ein Begriff - vornehmlich bei der Schwammtuchmethode....

Verzeih bitte, ich kann mich daran nicht mehr erinnern bzw. habe ich das damals vermutlich nicht ausreichend bedacht. Es ist für mich absolut ungewöhnlich und meine Versuche und Versuche befreundeter Imker haben dieses Resultat niemals ergeben, ich erinnere mich auch nicht, davon gelesen zu haben.

 

Vielleicht können hier Kollegen dazu weitere Wahrnehmungen mitteilen?

 

Von Anbeginn habe ich mich mit Gefühl an die kritische Menge herangetastet, bei rund 50 Völkern hast Du schöne Möglichkeiten des Vergleichs. Den ersten - vorsichtigen - Tipp einer großen österreichischen Imkerin, bei der ich meine ersten Bienen bezog, habe ich alsbald als zu gering erachtet. Immer wieder habe ich später Völker beobachtet, bei denen wenige Minuten nach Befeuchtung des Schwammtuches mit AS Bienen verstärkt aus dem Flugloch quollen oder zurückkommende Bienen nicht mehr ins Flugloch gingen. Manchmal gelangte halt etwas mehr Säure aufs Schwammtuch, aber ich beobachtete fortwährend die Fluglöcher und konnte das Geschehen lenken, indem ich zur Not den Bodenschuber für einige Zeit etwa 5 cm herauszug.

 

Mein oben beschriebener Versuch war konkret mit 30 ml AS 85% von unten, wie ich mit Dadant grundsätzlich immer von unten behandelte. Dass die Bienen wohl auszogen, aber danach wieder in die Beute zurückkehrten, kannst Du ja oben lesen. Meine übliche Dosis bei max. 25 Grad und trockener Luft war 20-23 ml je nach Volksstärke, bei anderen Temperaturen jeweils nach oben oder unten angepasst. Was jemanden überhaupt bewegt, 40 ml aufs Schwammtuch zu schütten, um seine Winterbienen zu schädigen, ist mir absolut rätselhaft.

 

Ich meine und habe die Erfahrung gemacht, dass ein gesundes, nicht bereits erheblich geschädigtes Volk bei normaler wie auch bei leichter Überdosierung der AS nicht auszieht, sondern max. die Beute für kurze Zeit verlässt und dass andere Gründe dafür maßgeblich sein müssen, warum Bienen während dessen oder danach abschwärmen. Unser Protagonist hat ja 3x behandelt, leider fehlen uns weitere, wichtige Informationen bzw. wissen wir nicht, ob er überhaupt irgendetwas beobachtet hat oder ob er bereits zweimal leere Bienenstöcke behandelt hat. Wir wissen nicht, wann die Bienen die Stöcke verlassen haben.

Grüße von der Sommerbiene.

Bergbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Wenn ich mir mit dem Messer den Finger abschneide ist dann das Messer schuld? Bei Verdunstern wird immer nur eine kleine Menge Ameisensäure angepasst an die Zargengröße in der Zeiteinheit verdampft, bei 40 ml 85 % Ameisensäure im Schwammtuch sehr viel auf einmal im einzargigen System - da krieg ich Bauchweh und da kann ich auch die Bienen verstehen die zu den Nachbarn fliegen. Bei mir wuseln die bienen um den Liebigdispenser. Man sollte die AS wohl dosiert und lange genug zu den Bienen und der Brut bringen um das beste Ergebnis zu kriegen. Für die Bienen.

WinniePuh
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Das klingt für mich auch nach "zu Tode behandelt" ... 

Dass ein Volk wegen zu viel AS ausschwärmt glaube ich auch nicht, die Königin und das Volk sind ja auf das Ausschwärmen gar nicht vorbereitet.

Bei mir hat sich vor 4 Jahren eine ganze Flasche vom Nassenheider innerhalb von 24h entleert (der Docht hatte das Flies berührt) ... ca 80% der Bienen lag tot am Boden, der Rest hatte sich erfolgreich um die Königin gekümmert. Das Volk überwinterte dann in einen 4-Waben-Kasten, seither benutze ich keine AS mehr.

 

Manfred
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

imker_neulichtenberg schrieb:

 Sie sind durch die Varroa gestorben.

LG Manfred 

 

Stirnrunzelnd

 

HG Manfred

imker_neulichtenberg
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Sommerbiene schrieb:

imker_neulichtenberg schrieb:

Bienenstöcke sind schon im Oktober leer.

Ich habe heute bei einem Imkerkollegen aus der Nachbar Gemeinde sechs von sieben Bienenvölker weggeräumt. 

 

Konnte der Imkerkollege dieses Resultat nicht selber richtig deuten? Warum räumt der Imkerkollege die übrigen Waben nicht selbst weg? Von Völkern kann man ja nicht mehr sprechen. Unterstützt man sich denn nur bei den Wegräumarbeiten oder auch bei der Varroabekämpfung und -kontrolle? 

 

Ist dieser Imker in der Lage, gegen die Varroa vorzugehen? Trotz der vielen verschiedenen zugelassenen Präparate und Fachleuten mit unterschiedlichen Aussagen, die alle wissen, wie es geht? Wie hat der Imker behandelt? Warum hat er bereits im Sommer bei der Entmilbung versagt? Ist dieser Imker auch nicht in der Lage, ein Oxalsäurepräparat anzumischen, das mehr als aus einem Teil besteht?

 

Das Beschrieben geschieht hundertfach und jährlich aufs neue. Doch die Hintergründe, die wären von Interesse.

 

Geschätzte Sommerbiene, Freut mich dass sie so klug sind und alles besser wissen. 

Ältere Imker haben eben Probleme ihre Betriebsweise zu ändern!

LG Manfred 

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

imker_neulichtenberg schrieb:

Sommerbiene schrieb:

imker_neulichtenberg schrieb:

Bienenstöcke sind schon im Oktober leer.

Ich habe heute bei einem Imkerkollegen aus der Nachbar Gemeinde sechs von sieben Bienenvölker weggeräumt. 

 

Konnte der Imkerkollege dieses Resultat nicht selber richtig deuten? Warum räumt der Imkerkollege die übrigen Waben nicht selbst weg? Von Völkern kann man ja nicht mehr sprechen. Unterstützt man sich denn nur bei den Wegräumarbeiten oder auch bei der Varroabekämpfung und -kontrolle? 

 

Ist dieser Imker in der Lage, gegen die Varroa vorzugehen? Trotz der vielen verschiedenen zugelassenen Präparate und Fachleuten mit unterschiedlichen Aussagen, die alle wissen, wie es geht? Wie hat der Imker behandelt? Warum hat er bereits im Sommer bei der Entmilbung versagt? Ist dieser Imker auch nicht in der Lage, ein Oxalsäurepräparat anzumischen, das mehr als aus einem Teil besteht?

 

Das Beschrieben geschieht hundertfach und jährlich aufs neue. Doch die Hintergründe, die wären von Interesse.

 

Geschätzte Sommerbiene, Freut mich dass sie so klug sind und alles besser wissen. 

Ältere Imker haben eben Probleme ihre Betriebsweise zu ändern!

LG Manfred 

 

Wie ich alleine dieses Wort "Betriebsweise" verabscheue. Als ob Lebewesen eine Sache sind, die man betreibt!

 

Betriebsweisen ändert man nicht alleine, in dem man Mittelchen anwendet, die alte Rezepte im neuen Mäntelchen anbieten, ohne aber die Grundlagen der Varroabekämpfung zu verstehen und zu beherrschen. Dieser ältere Imker ist trotzdem oder gerade deswegen sehr schnell auf ein neues Mittel aufgesprungen. Warum? Was hat es ihm gebracht, wenn er zu solch einer brutalen Vorgehensweise greift? Wo ist sein Adel im Herzen, wie Guido Sklenar es formulierte?

 

Ich habe hier Fragen gestellt, anstelle vorschnell zu urteilen: "Sie sind durch die Varroa gestorben". In Wahrheit sterben Bienen leider sehr oft an etwas ganz anderem: 

 

An der Oberflächlichkeit von Menschen, die nicht bereit sind, ihr Hirn einzuschalten. 

 

 

 

 

 

 

 

Grüße von der Sommerbiene.

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Bergbiene schrieb:

Bei Verdunstern wird immer nur eine kleine Menge Ameisensäure angepasst an die Zargengröße in der Zeiteinheit verdampft, bei 40 ml 85 % Ameisensäure im Schwammtuch sehr viel auf einmal im einzargigen System - da krieg ich Bauchweh ...

Eine viel kleinere Menge im gleichen Zeitraum, aber über den gesamten Zeitraum eine riesige Menge an AS. Dass beim Schwammtuch 40 ml nicht nur sehr viel auf einmal, sondern ein Wahnsinn sind, ist eh klar. Es wäre sehr interessant, viel mehr Hintergründe zu kennen, ich hätte sehr viele Fragen an diesen Imker. Warum anfangs nur eine AS Behandlung? Warum im September plötzlich 40 ml? Das muss er erstmals gemacht haben, das kann niemals funktioniert haben. Wie hat er bisher gearbeitet? Warum Varromed nach lediglich einer AS Behandlung? Was hat er sich davon erwartet?

Grüße von der Sommerbiene.

beenocchio
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Sommerbiene schrieb:

... In Wahrheit sterben Bienen leider sehr oft an etwas ganz anderem: 

An der Oberflächlichkeit von Menschen, die nicht bereit sind, ihr Hirn einzuschalten. 

Auf den Punkt gebracht. Weinend

Ciao,
Beenocchio

imker_neulichtenberg
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Ich glaube dieser Imker ist kein einzelfall. Einige Völker sterben nicht durch Varroa sondern durch schädigung von Säure. Der Rest von den Waben hatte das gleich Bild, wie die Schädigung durch Varroa. Doch es war im nach hinein eine Säure Schädigung.

 

LG Manfred 

Bienen Sepp
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Hallo!

 

Ich kann auf zwei ähnliche Fälle zurückblicken

 

Fall 1:

Anfang Juli haben zwei Spritzmittel geschädigte Völker eine massive Varrobelastung.
Verkrüppelte Jungbienen waren vor den Völkern zu finden.

- ein Volk hab ich intensiv mit Ameisensäure behandelt, hat sich bin in den Herbst nicht erholt
  und war schlussendlich zum Auflösen

- bei einem Volk hab die gesamte Brut entnommen und den Bienen  ausgebautes Wabenmaterial gegeben.
  Dieses Volk hat das nächste Frühjahr erlebt, war jedoch kein Rennpferd

 

Fall 2:

Die erste AS Behandlung mit dem Nassenheider proff. ist bei einem Volk schiefgegangen.
Ende August war der natürliche Milbenbefall besorgniserregend hoch.

Nach dem Konzept "Viel hilft viel" hab ich mit den Nassenheider proff nach der damaligen Anleitung behandelt.
290ml AS85%ig und mittlerer Docht haben dem Volk und den Milben den Rest gegeben.

 

Meine Lehren daraus:

- die erste Varrobehandlung muss sitzen

- Nassenheider proff: max 150ml AS85%ig und kleinster Docht auch bei großen Völkern

- bis Mitte August kann eine hohe Milbenbelastung mit totaler Brutentnahme behandelt werden

- ab September können Versäumnisse in der Varrobehandlung nur durch mehrmaliges Verdampfen
  von Oxalsäure korrigiert werden

 

Schöne Grüße

Sepp

 

imker_neulichtenberg
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Bienen Sepp schrieb:

Hallo!

 

Ich kann auf zwei ähnliche Fälle zurückblicken

 

Fall 1:

Anfang Juli haben zwei Spritzmittel geschädigte Völker eine massive Varrobelastung.
Verkrüppelte Jungbienen waren vor den Völkern zu finden.

- ein Volk hab ich intensiv mit Ameisensäure behandelt, hat sich bin in den Herbst nicht erholt
  und war schlussendlich zum Auflösen

- bei einem Volk hab die gesamte Brut entnommen und den Bienen  ausgebautes Wabenmaterial gegeben.
  Dieses Volk hat das nächste Frühjahr erlebt, war jedoch kein Rennpferd

 

Fall 2:

Die erste AS Behandlung mit dem Nassenheider proff. ist bei einem Volk schiefgegangen.
Ende August war der natürliche Milbenbefall besorgniserregend hoch.

Nach dem Konzept "Viel hilft viel" hab ich mit den Nassenheider proff nach der damaligen Anleitung behandelt.
290ml AS85%ig und mittlerer Docht haben dem Volk und den Milben den Rest gegeben.

 

Meine Lehren daraus:

- die erste Varrobehandlung muss sitzen

- Nassenheider proff: max 150ml AS85%ig und kleinster Docht auch bei großen Völkern

- bis Mitte August kann eine hohe Milbenbelastung mit totaler Brutentnahme behandelt werden

- ab September können Versäumnisse in der Varrobehandlung nur durch mehrmaliges Verdampfen
  von Oxalsäure korrigiert werden

 

Schöne Grüße

Sepp

 

Sepp Danke für deinen guten Bericht. 

LG Manfred 

Reinhard
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Um die Vorstellung, dass Bienen nach einer zu hoch dosierten AS-Behandlung auch ausziehen können, etwas zu schärfen, kann ich euch sagen, dass bei einem mir bekannten Imker einmal die angrenzende Hausmauer dunkelbraun war vor lauter Bienen, die die AS nicht in der angebotenen Konzentration im Stock vertragen haben.

Er hatte damals den Universalvedunster zu stark verdunstend eingestellt.

Nach Reduktion der Verdunstungslöcher sind sie am Abend aber wieder eingezogen.

Pfiati, Reinhard

 

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Reinhard schrieb:

... Er hatte damals den Universalvedunster zu stark verdunstend eingestellt.

Nach Reduktion der Verdunstungslöcher sind sie am Abend aber wieder eingezogen.

 

Abgesehen davon, dass ich mit Verdunstern keine Ahnung habe und nicht weiß, wie stark die Konzentration bei dieser Art der Behandlung bei Fehlern werden kann: Genau das meinte ich. Ich sehe unter normalen Umständen keinen Grund, warum die Bienen Ihre Beute nachhaltig verlassen, also abschwärmen sollten, außer, das Volk ist derart geschädigt, dass es mit der Behandlung, ob zu hoch konzentriert oder nicht, den "Rest" bekommt.

 

Ich kann mich nur wiederholen: Ich habe in meinem Umfeld und von Imkern noch nie gehört, dass Bienen bei der AS-Behandlung abgeschwärmt sind. Unter normalen Umständen und bei entsprechender Sensibilität ist es aber auch kein Problem, zumindest mit Schwammtuch - in Abhängigkeit zur Termperatur und Tageszeit - gewissenhaft zu dosieren.

Grüße von der Sommerbiene.

Astacus
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Bienen Sepp schrieb:

Fall 2:

Die erste AS Behandlung mit dem Nassenheider proff. ist bei einem Volk schiefgegangen.
Ende August war der natürliche Milbenbefall besorgniserregend hoch.

Nach dem Konzept "Viel hilft viel" hab ich mit den Nassenheider proff nach der damaligen Anleitung behandelt.
290ml AS85%ig und mittlerer Docht haben dem Volk und den Milben den Rest gegeben.

 

Meine Lehren daraus:

- die erste Varrobehandlung muss sitzen

- Nassenheider proff: max 150ml AS85%ig und kleinster Docht auch bei großen Völkern

- bis Mitte August kann eine hohe Milbenbelastung mit totaler Brutentnahme behandelt werden

- ab September können Versäumnisse in der Varrobehandlung nur durch mehrmaliges Verdampfen
  von Oxalsäure korrigiert werden

 

Schöne Grüße

Sepp

 

@Sepp

ad 2. in der Anleitung vom Nassenheider prof. war immer von 60% Ameisensäure die Rede.

 

@alle

ich finde es leider schade, daß über diesen Imker hergezogen wird ohne eine Verteidigungsmöglichkeit seinerseits.In meiner Imkeranfangszeit war die Schockbehandlung mit 40ml mit 65% Ameisensäure eine Lehrmeinung der Imkerschule. Da hier nie die Rede von AMO Varroxal ist, bin ich mir gar nicht sicher, ob dieser Imker auch die zugelassene Ameisensäure verwendet.

Heuer hatte ich ein Minischwärmchen am 17. September am Baum hängen. Ich habe alle meine Bienenvölker kontrolliert, aber es war kein Volk bzw. Reserveapideakästchen von mir. Dann habe ich die paar Bienen in ein Apideakästchen gegeben und hatte am nächsten Tag schon die ersten Stifte und die Königin war ungezeichnet, also definitiv nicht von mir. Ein Imkerkollege hat mir dann erzählt, daß er schon einmal seine Königin mit einer Stoßbehandlung aus dem Stock getrieben hat.Also bei den Bienen gibt es eigentlich alles und dies macht auch den Reiz der Bienenhaltung aus.

Einzig alleine das Gespräch mit diesem Imker würde uns weitere Hinweise geben. Es ist einfach zu leicht in einen Forum anonym über einen Imker herzuziehen, denn es geben nur sehr selten Imker in Foren ihre Fehler zu, wird ja schließlich auf sie rumgehackt. Aber aus Fehler lernt man am meisten.

 

Es gibt ja nicht umsonst den Spruch: Stirbt der Imker sterben die Bienen, sterben die Bienen stirbt der Imker.

 

LG

Hans Peter

 

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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Das Schwärmchen ist entzückend! Meinst Du, das sind Behandlungsflüchtlinge? Weil "normale" Nachzucht kanns ja wohl nicht sein im Sept.?

 

Mir geht die Rumzieherei und Urteilerei über die anderen hier auch auf die Nerven. 

beenocchio
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Astacus schrieb:

... @alle

ich finde es leider schade, daß über diesen Imker hergezogen wird ohne eine Verteidigungsmöglichkeit seinerseits. ...

Sofern es diesen Imkernachbarn wirklich gibt, ist hier keiner über ihn hergezogen. Jedoch wurde die beschriebene Vorgehensweise mehrfach vehement und zu Recht kritisiert.

Kritik ist aber kein Angriff!

Zudem hat hier jeder Kritisierte, auch wenn er sich hierdurch persönlich angegriffen fühlt, die Möglichkeit Stellung zu nehmen, aufzuklären, Informationen zu ergänzen oder sein Sprachrohr sprechen zu lassen. 

 

 

Ciao,
Beenocchio

imker_neulichtenberg
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

 

 

Ich hätte gerne Tipps von euch hier im Forum. Was soll ich dem Imker sagen der seine Völker verloren hat. Wie soll er seine Bienenvölker in den nächsten Jahren betreuen damit er keine Verluste mehr hat? Lg Manfred 

Paule
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

 

Vielleicht sollten er und einige andere das Imkern besser sein lassen!

sapere aude
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Bergbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

imker_neulichtenberg schrieb:

 

 

Ich hätte gerne Tipps von euch hier im Forum. Was soll ich dem Imker sagen der seine Völker verloren hat. Wie soll er seine Bienenvölker in den nächsten Jahren betreuen damit er keine Verluste mehr hat? Lg Manfred 

Erst das Hirn und dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure.

Nein Blödsinn beiseitig. Man sollte zuerst die org. Säuren, die biolgischen und physikalischen Grundlagen, die Techniken der Anwendung, ihr Nutzen und ihre Gefahren einigermaßen verstehen , bevor man selbstständig zu Imkern beginnt.

lg

Astacus
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

imker_neulichtenberg schrieb:

 

 

Ich hätte gerne Tipps von euch hier im Forum. Was soll ich dem Imker sagen der seine Völker verloren hat. Wie soll er seine Bienenvölker in den nächsten Jahren betreuen damit er keine Verluste mehr hat? Lg Manfred 

@Manfred

 

du kannst die Situation nur mit viel persönlichen Einsatz ändern.

 

1. Wenn die "Chemie" zwischen euch nicht paßt, laß es besser sein, du bist nicht der Schutzengel aller schlecht behandelten Bienenvölker.

 

2. "Zum Varroakurs schicken" bringt fast nichts, er sitzt dann dort, kapiert nichts und hat als Selbsttäuschung die Kursteilnahme.

 

3. Du zeigst ihm praktisch die Behandlung nach deinem Konzept bei einem Volk vor (eine Saison lang) und läßt ihm in deinem Beisein die anderen Völker behandeln und dies ohne irgend einen anderen Imker. (Gruppenausbildung bringt nichts, Imker trauen sich nicht vor anderen zu fragen und sagen zu allem Ja und Amen)

Am besten hast noch eine gratis Reservekönigin übrig für den Fall, daß du eine Königin bei der Behandlung abschießt.

 

4. Dann kommt eigentlich das Schwierigste, wie bringst ihn zur Aufzeichnungspflicht. Nur blind behandeln bringt nichts und Datenerhebung (Varroaabfall vor und nach der Behandlung) ist für die meisten Imker ein rotes Tuch. Den Spruch sind eh einige Milben bei der Behandlung gefallen, kann ich persönlich nicht mehr hören.

 

Jedenfalls kannst du nicht viel dabei gewinnen außer viel Arbeit und Undank.

 

Zitat: Zeige einen schlauen Menchen einen Fehler und er bedankt sich. Zeig einen dummen Menschen einen Fehler und er beleidigt dich.

 

Gruß

Hans Peter

 

Paule
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Mit dem Verstehen ist das zuweilen so eine Sache:

Nach xx Jahren Pleiten Pech und Pannen bei der Zucht gegen die Varroa, unsere wissenschaftlichen Einrichtungen diesmal an der Spitze, vergleiche ich das mit Seiltänzern. Beschreibe einer, wie die es schaffen nicht runter zu fallen. Welches Glied, welcher Muskel oder welches Organ mögen da zuständig sein? Auch wenn das einer beschrieben könnte, was wäre erreicht durchs bloße Herausfinden und Nachmachen des beschriebenen. Ein neuer/anderer Windstoß und …

Es ist schon merkwürdig, dass einem Wesen, dessen genetische Grundlagen sich über mehrere zig Mio. Jahre bewährten, nicht zugetraut wird, auch eigene Szenarien gegen die VM zu entwickeln.

sapere aude
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sulz
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Guten Tag.

 

Zum Glück, gibt es noch Imker wie Asatacus, Imker-neulichtenberg, usw.

 

Danke Astacus, für deine gute Antwort, und dir Manfred für deinen Einsatz.....Zweimal Daumen hoch!!!!!!

 

lg sulz.

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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Aber Hauptsache man stemmpelt die nicht - behandler als Tierquäler ab.

Die totgeäzten Völker sind halt behandlungs - kollateralschäden !!!!

 

Ich gebe Paule recht, nicht alle sollten Bienen halten.

Sommerbiene
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

imker_neulichtenberg schrieb:

Ich hätte gerne Tipps von euch hier im Forum. Was soll ich dem Imker sagen der seine Völker verloren hat. Wie soll er seine Bienenvölker in den nächsten Jahren betreuen damit er keine Verluste mehr hat? Lg Manfred 

 

Wenn mir dieser Imker sympathisch ist und mir am Herzen liegt, dass er seine Völker ordentlich behandelt und über den Winter bringt, wenn ich von meiner "Betriebsweise" derartig überzeugt bin, wie Manfred dies offenbar ist, würde ich ihn zumindest ein Jahr begleiten - ob nun unentgeltlich oder gegen einen kleinen Unkostenbetrag, sei dahingestellt - und seine Bienen exakt so behandeln, wie ich es für richtig halte. Ich würde versuchen, jeden Schritt und dessen Wirkung nur in seinem Beisein zu unternehmen und meine Gedanken und Ziele genau zu erklären sowie auch immer hinterfragen, ob er alles verstanden hat. Alle Fragen von ihm würde ich im Detail beantworten, auch wenn darin fallweise Kritik oder Zweifel zu erkennen sind.

 

Er könnte ja auch so "aufmümpfig" wie ich sein und nicht alles unkritisch hinnehmen, was man ihm sagt. Dann wäre es besonders wichtig für mich, seiner Kritik zu begegnen, weil ich ja weiß, dass er nicht meine Person, sondern Einzelheiten meines Tuns kritisiert und ich das nicht gleich persönlich nehmen möchte.

 

Vor allem aber, also bevor ich mit ihm arbeite, würde ich klären, wie er in der Vergangenheit gearbeitet hat, warum er so agiert hat und was er sich dabei gedacht hat. Ich würde z.B. fragen, ob er immer schon so wie heuer behandelt hat, warum er im Sommer nur eine AS- Behandlung durchführte und nicht z.B. drei über einen kompletten Brutzyklus. Dann würde ich fragen, woher er den Tipp hat, nach einer einzigen Behandlung mit AS mit Oxalsäure zu arbeiten und was er sich davon konkret erwartet. Seinen Erklärungen könnte ich bald entnehmen, ob er einfach etwas stumpf nachmacht, was er irgendwo gehört hat, oder ob er sich seine eigenen Gedanken dazu macht.

 

Vielleicht würde ich aber auch erkennen, dass er sich tatsächlich schwer tut, sich etwas sagen zu lassen. Irgendwann würde ich die Geduld verlieren und ihm dann - wie Paule auch meint - sagen, es wäre besser, mit der Imkerei aufzuhören, weil die Tiere die Leidtragenden sind und ich bei ihm einfach nicht den nötigen Respekt erkenne, der diesen wertvollen Geschöpfen, der dem Bien entgegengebracht werden sollte.

 

 

 

Grüße von der Sommerbiene.

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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Danke für die hilfreichen Tipps, besonders gut ist die Info von Astacus.

LG Manfred 

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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Zwei Bienenvölker habe ich auch schon durch die Varroa verloren , das sind schon einmal 2%. 

Der Varroa druck ist bei manchen Bienenständen eben sehr hoch.

Hier noch ein Bild von einem zum Tode geweihten Volk, Milben sogar auf der Königin. Auf der Varroatasse waren nach der Behandlung viele Milben , viele Flügel und Füße von den Bienen. Die Wespen haben sich die Kranken Bienen geholt.

LG Manfred 

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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.
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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

imker_neulichtenberg schrieb:

Zwei Bienenvölker habe ich auch schon durch die Varroa verloren , das sind schon einmal 2%. 

 

Auch ich habe 2% verloren, wobei ich die Ursache noch nicht ergründet habe. Ich habe weder nachbehandelt noch eine "Kontrollbehandlung" durchgeführt, die meisten Völker haben heuer überhaupt keine Ameisensäure gesehen.

Was ist da also in Eidenberg schiefgelaufen? Wie konnte das trotz der "Kontrollbehandlung", also der Behandlung auf Verdacht sowie des grundsätzlich extrem hohen und hier mehrfach kritisierten Säureeinsatzes trotzdem geschehen? Diese Erkenntnis wäre doch sehr wichtig, oder?

Grüße von der Sommerbiene.

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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.

Meine Erkenntnis. Der Bienenvölker stand ist teilweise sehr hoch(40 Völker an einem Standort im Sommer).

Ein Totes Bienenvolk ist ein Brutling, hier war vermutlich ein zu hoher Varroadruck am anfang schuld, der womöglich nicht richtig reduziert wurde. Das andere Bienenvolk war auf einem Stand mit 10 Völkern ein Ableger, dieser ist mitte Juli ausgeraubt worden. Es waren nur ein paar Bienen und die Königin im Volk. Ich habe dann 4 Brutwaben von einem anderen Volk zugehängt und er hat sich dann gut entwickelt. Dieser Bienenstand war sehr mit Varroa verseucht obwohl nur Ableger dort sind. Manche Bienenvölker ziehen die Milben einfach an und man weis nicht warum? Behandelt wurde jeweils mit einem zugelassenen Oxalsäurepräparat mit der Sprüh und Träufelmethode.Hier noch einmal die Grafik vom Brutling. Bei zu hohen Befall der Brutlinge wäre es besser sie gleich einzuschmelzen. Im nachhinein ist man eben immer klüger.

LG Manfred

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Re: Bienenstöcke im Oktober leer.