Honig auftauen mittels Spitzsiebheizung

3 Antworten [Letzter Beitrag]
JohannesK
Offline
Beigetreten: 05.05.2016
Beiträge: 55
Wohnort: Eugendorf
Ich imkere seit: 2016
Rähmchenmaß: EHM
Honig auftauen mittels Spitzsiebheizung

Liebe ImkerInnen,

Ich habe folgendes Problem: Die letzte Schleuderung (Honig von Weißklee, Bärenklau,..)  kristallisiert bei mir eher spät aus. Außerdem sind die Kristalle sehr hartknäckig. Im Wärmeschrank (ca. 42 Grad) taut der Honig fast vollständig auf, am Boden des Glases bleibt allerdings ein kleiner kristalliner Rest. Dieser Rest regt allerdings keine neue Kristallisation an, der Honig bleibt lange flüssig in diesem Zustand.

Mich persönlich stört dieser Bodensatz sehr und das Auftauen eines Honigkübels dauert immer sehr lange.

Aus diesen Gründen habe ich mir eine gebrauchte Honigtherme für ein Spitzsieb gekauft. Spitzsieb, Lochblech und Dreibein waren auch mit dabei. Der Verkäufer versicherte mir, dass man mit dieser Kombination auch sehr gut Honig auftauen kann. (EIn Melitherm kommt bei mir für 6 Völker nicht in Frage)

 

letze Woche habe ich dann einen Kübel Honig leicht angetaut und den Honig dann in das Spitzsieb gegeben und das Thermostat auf ca. 55 Grad gestellt. Der Honig floss wunderbar durch das Spitzsieb in den Abfüllkübel. Nach erneutem Abschäumen habe ich den Honig in die Gläser gefüllt. Bereits damals sind mir kleine "Pünktchen" im Honig aufgefallen. Ich tippte damals auf feine Luftbläschen.

Heute habe ich ein Honigglas begutachtet (6 Tage nach Auftauen) und dieses begann wieder trübe zu werden. Von der Heizung erhoffte ich mir eigentlich, dass der Honig vollständig aufgetaut wird (Gleicher Zustand wie nach der Schleuderung) und somit lange benötigt um fest zu werden.

 

Habe ich etwas falsch gemacht?

Oder ist es gar nicht möglich mit einer Therme (Spitzsieb oder Melitherm) Honig dauerhaft zu verflüssigen?

Muss ich eventuell das feinste Spitzsieb kaufen, damit feine Kristalle zurückbleiben?

 

Danke für eure Antworten!

Johannes

BienenStefan
Online
Beigetreten: 31.10.2016
Beiträge: 268
Wohnort: oberes Kremstal
Ich imkere seit: 2014
Rähmchenmaß: Einheitsmaß
Re: Honig auftauen mittels Spitzsiebheizung

Hallo Johannes,

 

Du brauchst zum dauerhaften verflüssigen unbedingt das feinste Sieb. Ansonsten bleiben feine Kristalle über, die sofort wieder eine Kristallisation einleiten. 

Das grobe Sieb nehme ich persönlich für die herstellung von cremehonig, da brauche ich feine kristalle und erspare mir einige Tage Rührens.

 

Servus!
BienenStefan

JohannesK
Offline
Beigetreten: 05.05.2016
Beiträge: 55
Wohnort: Eugendorf
Ich imkere seit: 2016
Rähmchenmaß: EHM
Re: Honig auftauen mittels Spitzsiebheizung

Hallo Stefan,

Also mit dem extra feinen Spitzsieb (0,2qmm Maschen) werden dann wirklich alle Kristalle aufgelöst und der Honig bleibt lange flüssig? Oder könnte es passieren, dass doch nicht alle aufgetaut werden?

 

Du benötigst für den Cremehonig also keinen Impfhonig mehr, wenn du mit der Heizung auftaust?

 

Wie reinigst du das Spitzsieb? Das Lochblech klebte bei mir am Spitzsieb richtig fest an.

 

LG

Johannes

 

 

Reinhard
Moderator
Bild von Reinhard
Offline
Beigetreten: 11.11.2010
Beiträge: 7826
Wohnort: Hagenbrunn/NÖ und Garsten/OÖ
Ich imkere seit: 2004
Re: Honig auftauen mittels Spitzsiebheizung

Ich habe vor längerer Zeit auch einmal so ein Spitzsiebauftaugerät ausprobiert und war damit nicht zufrieden.

Erstens muss man den Kübel sowieso irgendwo "antauen" - also hast du einen zusätzlichen Arbeitsschritt - und dann war die erneute Kristallisation nach der Spitzsiebheizspirale auch wieder rasch zur Stelle.

 

Und die Reinigung des gesamten Equipments ist ein Thema für sich....

 

Besser ist es, den gesamten Kübel im Wärmeschrank aufzutauen, dann bleibt der Honig lange flüssig. Die möglichen wenigen Kristallreste am Boden sind wunderbar im Tee.

Pfiati, Reinhard