Honig in der Wundversorgung

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imker_neulichtenberg
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Honig in der Wundversorgung

Honig in der Wundversorgung.


https://www.fa-gesundheitsberufe.at/images/stories/dokumente/honiganwendung.pdf


Honig hält die Wunde feucht, diese heilt dadurch schneller ab.

Moderne Wundversorgung:

Ist speziell auf die Heilungsphase und den Zustand der Wunde abgestimmt, dabei kommen Verbände und Wundauflagen zum Einsatz, die Wundflüssigkeit aufsaugen und aus der Wunde abtransportieren bzw. die Wunde feucht halten.

Innerhalb eines feuchten Wundmilieus sind die Zellen vitaler und werden besser versorgt.

Moderne, hydroaktive Wundauflagen fördern den natürlichen Heilungsprozess, verringern Narbenbildung, verkleben nicht mit der Wunde und sorgen für ein deutlich geringeres Infektrisiko; subjektive Schmerzlinderung sowie deutlich beschleunigte Heilung.

Trockene Wundverhältnisse hingegen behindern die Wundheilung in den meisten Fällen. (Moderne Wundmedizin,Informationsbroschüre für Betroffene und Angehörige, WUNDUM OPTIMAL INFORMIERT, Initiative Wund?Gesund!,2018)

Wirkungsweise von Honig; keimhemmende Wirkung:

Honig dürfte die Feuchtigkeitsbildung der Wunde positiv beeinflussen;

Die Bildung von neuem Gewebe und der Haut begünstigen;

Entzündungen hemmen;

Honig enthält Inhaltsstoffe, die gegen verschiedene Keime wirken, z.B.: Bakterien, ohne gegen den Honig resistent zu werden

Im Gegenteil, es gibt Beobachtungen dass Honig sogar Bakterienstämme hemmen könnte, die bereits nicht mehr auf Antibiotika ansprechen. ( Medizin- transparent.at, 2017)

Die hohe Osmolarität hindert das Bakterienwachstum, indem den Keimen Wasser entzogen wird. (Molan, 2001, zit.n.Davies, Honig in der Wundversorgung, 2006, WWW unter Url.:

http://www.emil.li/wordpress/wp-content/uploads/Dokumente/Honigsalbe.pdf

Honigsorten mit einer hohen antibakteriellen Wirksamkeit: Manukahonig, Lindenhonig, Rapshonig, Honigtauhonig, Löwenzahnhonig, Sonnenblumenhonig, Akazienhonig, Blütenhonig, Kastanienhonig

Ich habe eine Frage an die Forumsteilnehmer. Wer verwendet oder empfiehlt seinen Kunden die Verwendung von Honig zur Wundheilung?

LG Manfred 

imker_neulichtenberg
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Re: Honig in der Wundversorgung

Materalien zur Wundversorgung.

1. Wunde zuerst keimfrei machen durch Desinfektinsspay oder Lösung.

2. Die Honiggetränkte Wundauflage wird so zurechtgeschnitten, dass sie über die Wundränder hinausreicht, und eventuell entzündliche Bereiche außerhalb der eigentlichen Wunde mit abdeckt.

Quelle:

http://www.emil.li/wordpress/wp-content/uploads/Dokumente/Honigsalbe.pdf

Seite 26

 

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Re: Honig in der Wundversorgung
imkerhonig
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Re: Honig in der Wundversorgung

Antwort auf die Frage: (Ich habe eine Frage an die Forumsteilnehmer. Wer verwendet oder empfiehlt seinen Kunden die Verwendung von Honig zur Wundheilung?)

Ich hoffe, dass macht niemand. Wie wir wissen sind gesundheitsbezogene Angaben von Nichtmedizinern verboten und strafbar.

Imkerei Strasser Gutenstein

imker_neulichtenberg
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Re: Honig in der Wundversorgung

Ich hatte letztes Jahr im Juni eine Schnittverletzung an der Zeigefinger Kuppe, verursacht durch die Kreissäge. Meine Wunde habe ich dann mit meinem Honig auf einer Wundauflage behandelt. 

Ergebnis: Nach zwei Wochen war von der Verletzung nichts mehr zu sehen und dass ohne Schmerzen.

Ich empfehle meinen Honigkunschaften falls sie Wunden haben, diese mit Honig zu behandeln. Zugelassen ist in diesem Fall nur Medizin Honig wie die Produkte Vivamel oder Revamil. Ein Handout von einer WundKrankenschwester  für die Behandlung bekommen sie auch dazu. 

Bei mir hat der eigene Honig die Heilung sehr gut unterstützt.

LG Manfred 

imkerhonig
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Re: Honig in der Wundversorgung

Dir selbst kannst draufschmiren was du willst nur deinen Kunden darfst dus nicht erzählen.

Immerhin leben wir ja Gott sei Dank in einem Rechtsstaat.

Imkerei Strasser Gutenstein

Reinhard
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Re: Honig in der Wundversorgung

imkerhonig schrieb:

Dir selbst kannst draufschmiren was du willst nur deinen Kunden darfst dus nicht erzählen.

Immerhin leben wir ja Gott sei Dank in einem Rechtsstaat.

Erzählen darf man es schon, dass man es selber verwendet oder der Onkel, die Mutter,...

EMPFEHLEN darfst du es nicht!

Pfiati, Reinhard

 

imker_neulichtenberg
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Re: Honig in der Wundversorgung

Auch bei der Apitherapie Tagung am 27.1.2019 gibt es ein Refarat zum Thema: Wundmanagement mit Honig von Dr.Magdalena Schlieber

https://www.apitherapie.at/images/documents/10%20Tagung%202019.pdf

LG Manfred 

Bergbiene
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Re: Honig in der Wundversorgung

Reinhard schrieb:

imkerhonig schrieb:

Dir selbst kannst draufschmiren was du willst nur deinen Kunden darfst dus nicht erzählen.

Immerhin leben wir ja Gott sei Dank in einem Rechtsstaat.

Erzählen darf man es schon, dass man es selber verwendet oder der Onkel, die Mutter,...

EMPFEHLEN darfst du es nicht!

Den Hinweis, dass honig ein altes hausmittel bei schlecht heilenden Wunden sowohl in der Medizin als auch in der Tiermedizin ist, und dass medizinischer Honig (durch Strahlung keimfrei gemacht) nachweislich gute Erfolge bei der Wundheilung zeigt, kann man aber schon geben.

lg 

rainer

pweichse
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Re: Honig in der Wundversorgung

Man darf alles sagen und auch empfehlen wenn man niemanden behandelt und nichts irgendwo draufsteht. Ich bin selbst dipl. Gesundheits-und Krankenpfleger und bin bei meinen Kunden sehr zurückhaltend bei medizinischen Themen im bezug auf Honig und Co. Meistens wissen die Kunden sehr gut bescheit und man braucht nur ein wenig zuhören und sie fühlen sich nach dem Gespräch sehr gut beraten.  

Freu mich wenn der Trennt in der Imkerei in Richtung Apitherapie geht. 

TolerantBee
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Re: Honig in der Wundversorgung

imkerhonig schrieb:

Antwort auf die Frage: (Ich habe eine Frage an die Forumsteilnehmer. Wer verwendet oder empfiehlt seinen Kunden die Verwendung von Honig zur Wundheilung?)

Ich hoffe, dass macht niemand. Wie wir wissen sind gesundheitsbezogene Angaben von Nichtmedizinern verboten und strafbar.

[/quote]

[quote=imkerhonig]

Antwort auf die Frage: (Ich habe eine Frage an die Forumsteilnehmer. Wer verwendet oder empfiehlt seinen Kunden die Verwendung von Honig zur Wundheilung?)

Ich hoffe, dass macht niemand. Wie wir wissen sind gesundheitsbezogene Angaben von Nichtmedizinern verboten und strafbar.

Richtig! 

Diese ganzen "Hausmittel", sind eine große Gefahr für,.............. ja, für die Pharmaindustrie. 

Für diese Lobby ist Honig sehr schädlich. 

Das man als Imker Honig ohne Beipackzettel, mit allen nicht getesteten "möglichen" Nebenwirkungen verkaufen darf, ist schon ein kleines Wunder. Also, da müsste doch auch ein EU-Gesetz her. Honig sollte nur noch in der Apotheke, wie Propolis, zu kaufen sein. 

Nachdenken erwünscht.

 

 

freebee16
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Re: Honig in der Wundversorgung

Zuerst war das ein Thema, welches ich wegklickte.

Nun wird´s allerdings etws heiss........

Ich schließe mich voll der positiven Wirkung von Honig in der Wundheilung Tolerantbee etc. an.

Insbesonders da ein Teil der Wirkung des Honigs einem stetgen produzieren von Wasserstoff, aus H²O², der Osmotischen Wirkung, und dem produzieren von Polyethylenglykol besteht, wobei jeder einzelne Punkt bereits zu eine gewissen Grad  Antibakteriell wirkt.

Soweit zumindest mein Wissenstand.

Somit sollte auch unbestrahlter Honig in unserem Glas keine:

Pilzsporen

Viren

Bakterien enthalten können...

Wenn man allerdings einer FRISCHEN  !!  Wunde, bei welcher die Barriere Mensch- Umwelt ( Haut) verletzt /  zerstört ist eines der drei oberen, durch diese zerstörte Barriere zuführe, weil, aus welchen Gründen auch immer, der PH-Wert, die H²O²-Produktion etc. nicht ausreichte, den Honig  durch sich selber ausreichend zu Desinfizieren, lege ich  diese "Erreger" auf eine offene Barriere, mit denen mein Körper vermutlich noch nie in intensiv in Kontakt gekommen ist, da ja die Barreriere im Regelfall besteht.

Dass natürlich, wenn der Honig die Wunde verschliesst, diese SOFORT von sämtlichen  anderen Umwelteinflüssen, wie Sporen, Viren, Bakterien abgedeckt ist, ist der positive Effekt.

Wie lange diese Barrerie ungeschützt ist, möchte bitte eine geschulte Wunderversorgern ( :-) ) bekanntgeben. ( Bis eine ausreichende, provisorische Barrerie  durch den Körper wieder hergestellt ist)

Conklusio: An sich selber: Kein Problem.

Schon bei einem Familienmitgleid kann aus meiner Sicht, wenn Sporen, Viren, Bakterien im Körper des versorgten nachgewiesen werden und "Probleme" machen, schon der Vorwurf der Körperverletzung im Raume stehen.

Ich stelle nicht, alleine aufgrun des H²O² die Wirkung, und vermutlich sehr effektive Wirkung des Honigs in der Wundversorgung in Frage.

Einzig die mögliche Problematik damit.

Der nächste Punkt, man legt Honig einem starken Pollenallergiker auf die offene, oder schlecht geschütze Barriere.

Wenn jemand den Garten nur mit einer Athemfiltermaske betreten kann wenn die Gräser blühen, obwohl er bereits Antihisaminika nimmt, und man legt Ihm diese Pollen in eine offene Wunde..........

Ich weiss nicht, ob diese nicht doch mit einer Immunreaktion reagiert.

Wiewohl:

Wenn nicht´s anderes wirkt, schadet´s auch nicht mehr und kann nur Nützen.....

Wenn man kein Allergiker ist.....

Einfach so... warum sollte man´s tun.

Ich schließe mich schon dem vorigen Threat an, dies sind allerdings die Punkte, warum ein Arzneimittel daraus gemacht werden sollte um SICHERHEIT bei der Anwendung zu erlangen......

Ich weiss, im Mittelalter.............

Da starb man allerdings auch mit Pech schon an einer Bakteriellen Infektion......

 

Würd ich´s bei mir machen: Ja, wenn eine Indikation besteht.

Bei einem Familienangehörigen ? Tja, Ja, wenn eine stärkere Indikation besteht....

Bei einem Fremden: Glas hinstellen, informieren. Selber machen lassen.

Einen Kunden darf man aus meiner Sicht, nicht darauf hinweisen.

Spricht er einen aktiv darauf an, dann sollte man dies alles zumindest schon einmal gehört haben, da man ja "Fachmann" eben Imker ist......

Dumm ist nur, dass man daruf hinweisen muss, dass etwas im Honig sein KANN.

Somit sein Produkt schlecht macht......

lg

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BHei
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Re: Honig in der Wundversorgung

Ich stimme Dir im Großen und Ganzen (Deiner Schlussfolgerung) zu,

aber wo hast Du das her mit dem Polyethylenglykol? Das wäre mir neu. Honig hat dieselbe Wirkung wie eine konzentrierte Lösung von Polethylenglykol (beide setzen die Wasseraktivität = Verfügbarkeit freien Wassers für Mikroorganismen) herab. Aber dass er im Honig enthalten ist?

vG

Berthold

pweichse
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Re: Honig in der Wundversorgung

Das Risiko das durch aufgebrachten Honig es zu einer allergischen Reaktion kommt ist verschwindent gering. Maximal tritt ein Jucken auf (Schweregrad 1)  Bevor selbiges eintritt ist der Honig schon nicht mehr auf Wunde ( zerflossen). Honig wird bei chronischen Wunden angewandt die ohnehin schlecht durchblutet sind, sonnst wären sie ja nicht chronisch. Ich würde ein Pollenallergiker im Ramen einer Hypersensibilisieren dazu raten Honig aus seiner Region anzuwenden.  

Allso lassen wir die Kirch im Dorf. 

Freue mich aber gerne über gegeinteilige Meinungen. 

imker_neulichtenberg
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Re: Honig in der Wundversorgung

Wunden richtig versorgt. 

von Imkerin Sabine Wolfmayr

Akademische Wundmanagerin im Kepler Universitätsklinikum, Neuromed Campus in Linz

http://www.bienenpoint.at/wp-content/uploads/2019/01/Wunden-richtig-vers...

LG Manfred 

claudia1
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Re: Honig in der Wundversorgung

Das ist sehr interessant zu lesen. Sie beschreibt auch die Schwierigkeit der Studien. Die einzig wirklich relevante, die ich auch kenne, ist die mit den Verbrennungen. Ansonsten verwendet sie ausschließlich zugelassene Medizinprodukte. und das ist eben nicht einfach Honig, den ich irgendwo draufschmiere.

LG

claudia1
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Re: Honig in der Wundversorgung

und sie geht in ihrem Skript noch weiter und handelt nur nach Anornung des Arztes aufgrund der Allergiegefahr. Sehr korrektes vorgehen der Dame !

LG

freebee16
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Re: Honig in der Wundversorgung

BHei schrieb:

 

aber wo hast Du das her mit dem Polyethylenglykol? Das wäre mir neu. Honig hat dieselbe Wirkung wie eine konzentrierte Lösung von Polethylenglykol (beide setzen die Wasseraktivität = Verfügbarkeit freien Wassers für Mikroorganismen) herab. Aber dass er im Honig enthalten ist?

vG

Berthold

Ich finde den Artikel nicht mehr(Das sch...... GOGGLE SUCHMASCHINENOPTIMIEREN.....)

Der Polyethylenglykol entsteht beim reagieren und ist nicht enthalten.

Wenn ich wieder am nicht optimierten Computer sitze kommt ein link.Ich war damals auch erstaunt dies zu lesen.

Lg

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imker_neulichtenberg
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Re: Honig in der Wundversorgung

Etwas Information von der Apitherapie Tagung vom 27.1.2019

Thema Wundversorgung mit Honig: Der französische Chirurg Bernhard Descottes von der Universität Limoges versorgte über 3000 Wunden nach Organtransplantationen und chirurgischen Interventionen mit Blüten, Lavendel und Thymianhonig. Es traten keine Infektionen und Komplikationen auf, zudem reduzierte Honig die Heilungszeit bis um die Hälfte gegenüber anderen medizinischen Behandlungen. Honig in Medizin von Stefan Bogdanov( Kapitel Honey and Wound Care von Keith Cutting) bestätigt diese Erfahrungsberichte: Obwohl sterilisierter Honig nur in Krankenhäuser verwendet wird, kann roher Honig auch unter Hausbedingungen ohne jegliches Risiko verwendet werden, da über keine Nebenwirkungen berichtet wurde.

Auszug aus dem Vortrag von Gabriela Nedoma

LG Manfred 

claudia1
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Re: Honig in der Wundversorgung

Es gibt auch Chirugen, die nach wie vor behauptet, dass bei Vollmond es mehr blutet bei OP`s Leider gibt es nachweislich auch dazu keine randomisierten Studien. Und genau diese fehlen leider auch bei der Anwendung von Honig auf Wunden.

LG

Reinhard
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Re: Honig in der Wundversorgung

Eine gute Zusammenfassung bisheriger Studien wird hier angegeben:

https://www.medizin-transparent.at/honig-zur-wundheilung#ref1

 

Daraus (am unteren Ende zu finden):

Die Studie im Detail

Eine systematische Übersichtsarbeit fasste die Ergebnisse aller hochwertigen Studien zum Thema Honig als Wundbehandlung zusammen, die bis 2014 veröffentlicht wurden. In Summe handelte es sich dabei um 26 randomisiert kontrollierte Studien [1].

In drei dieser Studien wurde Honig mit konventionellen Verbänden für kleine Wunden wie einem gezogenen Fußnagel oder Abschürfungen verglichen. Ob es hier Unterschiede in der Heilungsdauer oder bei den Nebenwirkungen gibt, konnten diese Studien nicht klären – dafür sind sie von zu geringer Qualität und Aussagekraft.

Honig hilft bei Verbrennungen

Elf Studien hatten Honig zur Behandlung von Brandverletzungen untersucht. Die Studienergebnisse zeigen, dass Verbrennungen zweiten Grades mit Honig im Durchschnitt vier bis fünf Tage schneller heilen als mit sonst üblichen Wundauflagen.

Sechs Studien zeigten, dass Honig gleich wirksam ist wie das bei leichteren Verbrennungen wegen seiner antibakteriellen Wirkung oft eingesetzte Silbersulfadiazin. Zudem kommt es hier bei der Honigbehandlung zu weniger Nebenwirkungen [1].

Chronische Wunden heilen nicht besser

Zehn Studien mit insgesamt über 800 Personen hatten die Behandlung verschiedener chronischer Wunden untersucht, etwa von Geschwüren am Bein (auch „Ulcus“ oder „offenes Bein“ genannt), von diabetischem Fuß oder bei Operationswunden, die sich infiziert hatten.

Den Ergebnisse zufolge scheinen schlecht verheilende Geschwüre an den Beinen jedoch nicht besser auf die Honigbehandlung anzusprechen als auf andere Methoden der Wundbehandlung. Zudem könnten möglicherweise bei der Honigtherapie öfter unerwünschte Nebenwirkungen wie Schmerzen auftreten [1].

Es gab Hinweise, dass sich ein diabetischer Fuß durch Honig ebenfalls nicht besser heilen lässt.

Aus den anderen Studien zu chronischen Wunden ließen sich keine Aussagen ableiten.

 

Die Studie in Englisch dazu ist hier:

https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD005083.pub4/...

 

Pfiati, Reinhard

 

freebee16
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Re: Honig in der Wundversorgung

 

"Es gab Hinweise, dass sich ein diabetischer Fuß durch Honig ebenfalls nicht besser heilen lässt.

Aus den anderen Studien zu chronischen Wunden ließen sich keine Aussagen ableiten.

 

Die Studie in Englisch dazu ist hier:

https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD005083.pub4/... "

 

Was auch sehr verwunderlich wäre, wenn man einem, durch überhöhten Gewebezucker geschädigte Gewebe durch auflegen von noch mehr Zucker helfen könnte......

Da wollte, scheint es mir jemand ein bestimmtes Forschungsergebnisse erhalten.....

Den Alkoholiker werden wir auch nicht durch Alkoholgaben von einer Sucht heilen können....

Bei Brandwunden..... Fast logisch, da dehydrierend.... fast schon Logisch einfach......

Wie bei der Diabetiker Wunde mit Honig.....

Lg,

 

Der "Bien" macht was er möchte. Wir können Ihn maximal beeinflussen.

imker_neulichtenberg
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Re: Honig in der Wundversorgung

Warum finden Honig und Bienenprodukte so wenig Berücksichtigung als medizinisch wirksame Heilmittel?

Honig und Bienenprodukte sind „Naturderivate“ und lassen sich patentrechtlich nicht schützen.

 

Somit ist das Interesse der Pharmaindustrie an diesen hoch wirksamen Heilmitteln gering!

(Text Quelle: Prof. Prof. h.c. M. Kunth (Fudan Univ. Shanghai), 85276 Pfaffenhofen)