Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

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Reinhard
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Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

Im letzten "Bienen&Natur" von 7/2020 ist eine interessante Variante zur Jungvolkbildung beschrieben.

 

Man bildet sie, indem man auf einen neuen Boden eine Zarge mit neuen Rähmchen und Mittelwänden samt einer neuen Königin im Zusetzkäfig stellt. Darüber kommt eine Bienenflucht und darüber die Honigräume samt Bienen von 2 Völkern.

Die Bienen aus den Honigräumen pilgern dann nach unten zur neuen Königin.

 

Man erhält dadurch einen neuen Ableger ohne Abkehren der Bienen von den Honigwaben und mit Nutzung dieser überschüssigen Bienenmasse nach dem Abernten.

 

Kennt bzw. praktiziert wer diese Variante schon?

Pfiati, Reinhard

thomasooe
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Re: Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

So kenn ich das nicht hört sich aber interessant an. Ich erstellenschon seit jahren nach der honigernte je einen saugling pro starken volk. Nach dem ausschleudern des honigraumes setze ich diesen wieder ueber absperrgitter auf und warte 7-8 stunden. Die honigfeuchten waben ziehen die bienen an. Dann nehme ich den honigraum ab, koenigin in käfig und futterteig dazu. Ein paar waben spruehe ich leicht mit wasser ein. Dann ab in die kellerhaft fuer 2 tage und anschließend am neuen standort aufstellen uen sofort mit oxalsäure behandeln. 
funktioniert recht gut und ist meiner meinung nach auch bienenschonend.

grüße aus dem innviertel!

thomas 

Bienen Sepp
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Re: Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

Hallo Reinhard!

 

Geht wunderbar, ich hab's vor Jahren das erste mal vom Wagner gehört.

Die neue Königin geb ich oft mitsamt des Begattungskästchens in die neue Beute.

Wichtig ist, die Kunstschwärme stark genug zu bilden, vier gut mit Bienen besetzte
Honigräume ergibt schöne Völker.

 

Gruß Sepp

Reinhard
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Re: Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

Bienen Sepp schrieb:

Hallo Reinhard!

 

Geht wunderbar, ich hab's vor Jahren das erste mal vom Wagner gehört.

Die neue Königin geb ich oft mitsamt des Begattungskästchens in die neue Beute.

Wichtig ist, die Kunstschwärme stark genug zu bilden, vier gut mit Bienen besetzte
Honigräume ergibt schöne Völker.

 

Gruß Sepp

Mit dem Kasterl? wie schaut dann die Wabenabfolge aus, das (Apidea-)kasterl nimmt ja viel Platz weg. Und wann entfernst du es dann?

Ich hab auch daran gedacht, die Begattungswaben in die Beute zu geben, ist ja schade um die neuen Bienen.

4 Honigräume? Ist schon sehr viel, wenn ich mir die Bienenbesetzung bei mir anschaue,.... da sollten 2 reichen. Gibt genug Bienenmasse (2 bis 3 kg) , kommt auf die Legeleistung der Königin an, was noch draus wird.

 

Gibst du unten eine Futterwabe oder Futterttasche hinein?

Pfiati, Reinhard

Bienen Sepp
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Re: Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

Hallo Reinhard!

 

Das sind viele Fragen, ich versuch's zu beantworten

 

Ich hab Flachzargen als Honigräume und natürlich hab ich's auch mit zwei gut besetzten Zargen probiert.

Die Völker haben sich gut entwickelt und den Winter überstanden. Jedoch brauchen diese kleine Einheiten 

sehr viel Pflege und du must öfter und länger füttern, als bei den anderen Völkern am Stand.

Die richtig starken Kunstschwärme haben die Mittelwände in kürzester Zeit ausgebaut, 

die Königin kann legen und es bleibt auch Platz fürs Futter.

 

Wenn ich um diese Zeit Begattungskästchen mit legenden Königinnen zur Verfügung habe,

stelle ich die Beute wie folgt zusammen:

- Bodenbrett

- Brutraumzarge mit Futtertasche, 2 Schieden, 6 Mittelwänden

- leere Flachzarge mit geöffneten Segeberger Kästchen

- Bienenflucht

- Honigräume

 

Die Begattungskästchen nehm ich nach einer Woche raus, die Leerzarge kommt runter, das Schied wird angepasst und auf die Milben nicht vergessen.

 

Wenn die Waldtracht noch läuft, oder die Hoffnung auf eine Tannentracht besteht

hohl ich die Milben mit Brutentnahme + Fangwabe raus. Von diesen Völkern entnehm ich

keine Bienenmasse für Kunstschwärme.

 

Schöne Grüße

Sepp

Reinhard
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Re: Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

Danke, Sepp. Nachdem du Flachzargen als HR hast, verstehe ich, dass du 4 nimmst.

Wieso nimmst du die Begattungskästchen schon nach einer Woche raus? Da kann ja noch jedem Menge offene Brut drinnen sein. Könnten diese kleinen Waben - falls noch beim Zusammenbau offnen Brut drinnen war - nicht als Fangwaben für die Milben fungieren? Somit könntest du mit dann verdeckelten kleinen Waben gleich die miteingebrachten Milben reduzieren und dann nur mehr die Winterbehandlung machen.

 

So war mein Gedanke, wie ich das Ganze angehe....Gegebenenfalls hätte ich die 4 bis 6 Miniwaben übereinander in den neuen Brutraum gestellt, damit sie als "Fangwabe" wirken.

Pfiati, Reinhard

Bienen Sepp
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Re: Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

Hallo Reinhard!

 

Der Gedanke mit der Fangwabe ist mir so gar nicht gekommen - es gäbe immer Potential zum besser machen.

Ich hab die Kästchen rausgenommen und das neue Volk mit Oxalsäure behandelt.

Mit der Brut dieser Kästchen hab ich dreizargige Überwinterungseinheiten zusammengestellt.

 

Vielleicht richt ich mir im Winter Trägerleisten, woran ich die Segeberger Waben anklipsen kann.

Aber wahrscheinlich ist der Winter wie so oft zu kurz.

 

Gruß Sepp

Ulicovsky
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Re: Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

Reinhard schrieb:

 

Man bildet sie, indem man auf einen neuen Boden eine Zarge mit neuen Rähmchen und Mittelwänden samt einer neuen Königin im Zusetzkäfig stellt. Darüber kommt eine Bienenflucht und darüber die Honigräume samt Bienen von 2 Völkern.

 

 

Funktioniert das auch, wenn ich das bei zwei Völkern am gleichen Stand mache?
Honigraum Volk A auf Volk B ohne Honigraum?
Damit könnte ich Volk B mit Bienen verstärken. Fliegen dann nicht die Bienen nicht nach Volk A zurück?

Zoom Zoom Zoom

Bienen Sepp
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Re: Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

Ulicovsky schrieb:

Funktioniert das auch, wenn ich das bei zwei Völkern am gleichen Stand mache?

Honigraum Volk A auf Volk B ohne Honigraum?
Damit könnte ich Volk B mit Bienen verstärken. Fliegen dann nicht die Bienen nicht nach Volk A zurück?

 

Zur Tracht kannst Bienenvölker über die Honigräume ausgleichen, jetzt

wo die Räuberei langsam zum Thema wird würd ich es nicht machen.

 

Gruß Sepp

Reinhard
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Re: Jungvolkbildung mit der Bienenflucht

Ich habe das Ganze gestern einmal mit einem Stock probiert. Vorgestern am Abend von 2 Völkern die HR über Bienenflucht aufgesetzt und gestern in der Früh die fast ganz leeren HR zum Schleudern entnommen.

Unten 2 Futtertaschen mit Feuchtfutter. Der Rest - in der Mitte ausgebaute Rahmerl und am Rand Mittelwände.Ein paar tote Bienen waren auf der Bienenflucht - das Resultat von Rangeleien 2 verschiedener Völker, von denen ich die HR entnommen habe.

Funktioniert aber doch ganz gut. Die Apidearahmerl habe ich als Starthilfe für den Zusammenhalt des neuen Gesamtvolkes mittig drinnen gelassen. Ich entferne sie nach dem Schlupf in ein paar Tagen und ersetze sie gegen ein ausgebautes Rähmchen.

Erste Polleneinträge gestern und heute zeigen mir Gutes. Gestern war das Volk noch unruhig, heute nicht mehr.

Zur Vermeidung von Räuberei, bis sich Wächterbienen gebildet haben, habe ich das Flugloch auf 1cm eingeengt.

Der Stand vom Apideakasterl (nur 10m entfernt) - wurde heute nur mehr von 5 Bienen beflogen.

 

Mir erscheint die Bienenmasse doch noch zu wenig. Ich werde einem starken Volk am Abend über Absperrgitter eine Zarge mit honigfeuchten Waben aufsetzen und diese Zarge mit Bienen dann (nach einer Stunde etwa) entnehmen und über Bienenflucht dem neuen Volk zur Verstärkung noch aufsetzen.

Pfiati, Reinhard