Maiswurzelbohrer - Bekämpfung 2011 ändert sich

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Konrad
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Maiswurzelbohrer - Bekämpfung 2011 ändert sich

[qoute=Landwirtschaftskammer Oberösterreich]

Maiswurzelbohrer - Bekämpfung ändert sich

Innerhalb der EU gibt es Richtlinien zur Verhinderung der Ausbreitung des Maiswurzelbohrers.

Umrüstsatz © zVg

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Im Wesentlichen schreiben sie die Einhaltung einer Fruchtfolge oder chemische Maßnamen vor. Eine Möglichkeit dafür ist die Verwendung von gebeiztem Saatgut, was auch am häufigsten angewandt wird. Am häufigsten wird gebeiztes Saatgut angewandt. Da es im Jahr 2010 einige Verdachtsfälle von Bienenschäden im Zusammenhang mit der Anwendung von insektiziden Mais- und Ölkürbissaatgut gab, soll die Bekämpfung des Maiswurzelbohrers, welche in der NÖ Pflanzenschutzverordnung festgeschrieben ist, für die Anbausaison 2011 geändert werden.
 
Um die Fläche mit gebeiztem Saatgut zu reduzieren, darf der einmalige Anbau von Mais auf Mais auf einem Feldstück ohne Bekämpfung des Maiswurzelbohrers erfolgen. Ab dem dritten Jahr hintereinander Mais auf der gleichen Fläche muss eine chemische Bekämpfung des Schädlings erfolgen. Diese Bekämpfung kann entweder durch die Anwendung von Saatfurchengranulaten, einer Insektizidspritzung gegen die Käfer oder der Anwendung insektizider Beizmittel erfolgen. Diese Regelung gilt ab 2011, von den vorhergehenden Jahren wird nur das Jahr 2010 berücksichtigt. Deshalb ist 2011 auf keiner Fläche eine Bekämpfung des Maiswurzelbohrers verpflichtend vorgeschrieben.

 

Umrüstung Pneumatischer Sämaschinen – verstärkte Kontrolle

Seit der Anbausaison 2010 gibt es für die Ausbringung von insektizidgebeizten Mais- und Ölkürbissaatgut verschärfte Auflagen. Die Einhaltung dieser Vorschriften, vor allem die Umrüstung der pneumatischen Sämaschinen mit staubabdriftmindernder Technik, wird beim Anbau 2011 verstärkt kontrolliert und Verstöße geahndet. Die Umrüstung der Sämaschinen dient nur der Umwelt, sondern auch dem Anwenderschutz.
 
Folgende Vorschriften gelten für die Saatgutbeizen Poncho, Criuser 350 FS, Gaucho 600 FS und Mesurol flüssig: Die Ausbringung des Saatgutes mit pneumatischen Sämaschinen ist ausschließlich nur mit staubabdriftmindernder Technik bezüglich der Abluftführung zulässig. Für diese Umrüstung sind nur jene Umrüstsätze erlaubt, welche in der Liste der staubabdriftmindernden pneumatischen Einzelkornsägeräte angeführt sind. Diese Liste finden Sie im Internet unter www.lk-noe.at/Pflanzen/Pflanzenschutz oder erhalten Sie in der BBK. Wollen Sie Saatgut ausbringen, müssen Sie den jeweiligen Umbaurüstsatz bei den Landmaschinenwerkstätten bzw. Händlern rasch bestellen, um diese noch vor dem heurigen Anbau montieren zu können. Bei der Ausbringung des Saatgutes mit pneumatischen Sämaschinen ist ein Befahren von angrenzenden Flächen mit blühenden Pflanzenbeständen mit eingeschaltetem Gebläse nicht zulässig. Beim Befüllen der Säbehälter ist darauf zu achten, dass Staub aus dem Saatgutsack nicht eingebracht oder in angrenzende Pflanzenbestände (insbesondere blühende Randstreifen oder Feldraine) verfrachtet wird. Beim Umgang mit behandeltem Saatgut sind Schutzhandschuhe zu tragen. Eine Anwendung des Mittels auf bereits gebeiztes Saatgut ist nicht zulässig. Keine Ausbrinung des behandelten Saatgutes bei Windgeschwindigkeiten über fünf Meter pro Sekunde (18 km/h). Es darf nicht gesät werden, wenn Gefahr der Staubabdrift in benachbarte blühende Pflanzenbestände besteht. Es darf auch nicht neben in Windrichtung liegenden Flächen mit blühenden Pflanzenbeständen gesät werden. Säcke und Sackteile sind fachgerecht zu entsorgen. Da alle Saatgutsäcke in Österreich lizenziert sind, können diese beim Händler zurückgegeben werden. Ist dies nicht möglich, können sie über die jeweiligen Gemeindeabfallsammelzentren entsorgt werden. Zur Vermeidung von mechanischer Belastung des Saatgutes, dürfen die Säcke nicht geworfen oder gestürzt werden. Behandeltes Saatgut darf nicht als Lebens- oder Futtermittel verwendet werden. Die Beizung des Saatgutes darf nur durch autorisierte Saatgutaufbereiter erfolgen.

 

Insektizidgebeiztes Saatgut vorbestellen

Seitens der Industrie wurde angekündigt, dass insektizidgebeiztes Saatgut nur mehr bei rechtzeitiger Bestellung durch den Landwirt ausgeliefert wird. Daher ist es wichtig, sich zu überlegen welche Menge an insektizidgebeiztem Mais- und Ölkürbissaatgut man benötigt, und diese auch früh genug bestellt.

 

Fruchtfolge ist die beste Bekämpfung

Es ist im Interesse der ganzen Branche, dass diese Auflagen eingehalten werden. Gibt es auch 2011 Bienenschäden, sind erneute Diskussionen über die Zulassung der Beizmittel in Österreich vorprogrammiert. Der Verzicht auf die Beizmittel würde aber die Bekämpfung des Drahtwurms bzw. des Maiswurzelbohrers erheblich erschweren. Somit müsste die Bekämpfung mit Bodengranulaten (derzeit ist Force 1,5 G mit nur einer Anwendung in zwei Jahren auf der selben Fläche zugelassen) oder mit einer sehr aufwändigen und teuren Insektizidspritzung gegen die Käfer erfolgen, oder ein Fruchtwechsel verpflichtend eingehalten werden. Der Fruchtwechsel ist dort, wo die betrieblichen Voraussetzungen dies ermöglichen, jedenfalls die geeignetste Maßnahme zur nachhaltigen Bekämpfung des Maiswurzelbohrers und sollte jedenfalls der Beizung vorgezogen werden. Die Beize sollte nur dort verwendet werden, wo es unbedingt nötig erscheint. Beim Anbau von Mais nach einer anderen Ackerkultur kann aus fachlicher Sicht und aus Kostengründen jedenfalls auf die Sonderbeize verzichtet werden.

 

Warum diese neue Regelung?

Ziel dieser neuen Regelung ist es, die Anwendung von insektizidgebeiztem Maissaatgut auf ein unbedingt notwendiges Maß zu reduzieren. Das reduziert das Risiko für Bienen. Andererseits wird damit eine chemische Bekämpfung des Maiswurzelbohrers und auch des Drahtwurms ermöglicht.[/quote]

http://www.lk-ooe.at/netautor/napro4/appl/na_professional/parse.php?id=2...