Melissa 3. Zwischenbericht - mein Resumee

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Konrad
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Melissa 3. Zwischenbericht - mein Resumee

Hallo Leute,

ich hab nochmals die 108 Seiten des 3. Zwischenberichtes durchgearbeitet. So schaut es für mich aus:

"Melissa Seite 101" schrieb:
Mit den Auftraggebern und finanzierenden Bundesländern, sowie einem Konsortium der Saatgut- und Pflanzenschutzmittelwirtschaft wurde das Einvernehmen bezüglich Finanzierung des eingebrachten Arbeitsplanes zum Verlängerungsantrag hergestellt.[/quote]Welches Konsortium finanziert hier mit?
Wie hoch ist der Anteil der Kosten, die vom Konsortium übernommen werden?
Wie unabhängig kann so eine Studie sein, wenn die Hersteller der betroffenen Beizmittel involviert sind und auch mitfinanzieren?

"Melissa Seite 16 und 39" schrieb:
Die ursprünglich im Projekt „MELISSA“ vorgesehene Entwicklung und Validierung von Methoden zur Rückstandsuntersuchung – insbesondere von Parametern aus der Gruppe der Neonicotinoide - an toten Bienen, Bienenbrot und Pflanzenproben aus Vergiftungsverdachtsfällen, wurde aus wirtschaftlichen Gründen und nach Information der Projektauftraggeber in der AGES nicht umgesetzt. Stattdessen wurden diese Analysen (nach einer umfangreichen Ausschreibung an Laboratorien in der EU) an ein (verfügbares) akkreditiertes externes Labor (PTRL Europe GmbH, Helmholtzstraße 22, Science Park I, D-89081, Ulm) in Deutschland vergeben, das im Rahmen jüngst abgeschlossener Projekte entsprechende Methoden – insbesondere auch zum Rückstandsnachweis in Bienenbrot – entwickelt hatte.[/quote]weiteres zum untersuchenden Labor -> http://www.bio-pro.de/standort/5_bioregionen/bioregionulm/index.html?lan...
Großkunden des Labors sind wiederum jene Firmen, die die Beizmittel herstellen. Ein unschöner Zusammenhang.

"Melissa Seite 94" schrieb:
Wie die aus dem Jahr 2010 vorliegenden Daten zeigen, ließ sich das Risiko für die Bienen in einigen der 2009 von Bienenschäden betroffenen Gebiete durch strikte und lückenlose Einhaltung der von der Behörde vorgeschriebenen Maßnahmen und Vorgaben betreffend Beizqualität, sowie Umsetzung der geräte- und anbautechnischen Auflagen zur Risikominderung, nachhaltig reduzieren.[/quote]Zum Thema strikte und lückenlose Einhaltung bitte folgendes berücksichtigen.
"Melissa Seite 23" schrieb:
Für die Aussaatpraxis besonders beachtenswert sind die Pollenhäufigkeitswerte von Ahorn, Esche, Eiche auf manchen Bienenständen, da diese Pflanzen von den wenigsten Landwirten als Nektar- bzw. Pollenquelle eingestuft werden. Beim Maisanbau ist also unbedingt darauf zu achten, dass auch derartige Pflanzenbestände nicht mit insektizidem Beizmittelstaub kontaminiert werden.[/quote]Wie soll der Landwirt die Vorgaben bezüglich Pflanzenbestände in der Nachbarschaft strikt und lückenlos Einhalten, wenn er nicht alle eventuell von Bienen befolgenen Pflanzen berücksichtigt?
"Melissa Seite 27, 2009" schrieb:
Auf Basis der Fragebogenauswertung ist festzustellen, dass das Bewusstsein, Saatgutetiketten als „Garantiekarten“ aufzubewahren, schwach ausgeprägt ist. Somit sind nachfassende Recherchen anhand der Kontroll-, Partiennummern im Saatgut-Zertifizierungsverfahren nur eingeschränkt möglich.[/quote]
"Melissa Seite 74, 2010" schrieb:
In mehr als 42 % der Fälle wurde die Kontrollnummer der ausgesäten Saatgutpartie nicht bekanntgegeben oder ist auch nicht bekannt. Hier bestätigt sich wiederum die Problematik, dass in vielen Fällen vom Landwirt kein Saatgutetikett (Sackanhänger) aufbewahrt wird.[/quote]strikt und lückenlos
"Melissa Seite 81, allgemeine Witterungsbedingungen" schrieb:
Erstaunlicherweise war bei dieser - für den Bienenschutz sehr wichtigen Frage – von 264 Rückmeldern „unbekannt, keine Angabe“ angekreuzt worden. Somit erscheint fraglich, ob in diesen Fällen die Vorgaben für die Verwendung von insektizidgebeiztem Maissaatgut im Hinblick auf die Vermeidung einer Staubabtrift in blühende Pflanzenbestände im Nahbereich von Maisfeldern eingehalten werden konnten.[/quote]
"Melissa Seite 95" schrieb:
...dass vereinzelt die vorgeschriebenen behördlichen Auflagen hinsichtlich Ausstattung der verwendeten Sägeräte mit Deflektoren bzw. die anderen Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere die Vermeidung jeglicher Abtrift in blühende Pflanzenbestände, nicht in jedem Fall eingehalten wurden. Diese Vermutung wird dadurch erhärtet, dass vielen Landwirten – nimmt man die Angaben im Rahmen der Fragebogenerhebung zu den Aussaatbedingungen von Mais als Grundlage – die zur Zeit der Maisaussaat blühenden, für Bienen attraktiven Pflanzen gar nicht aufgefallen sind bzw. dazu keine Angaben gemacht werden konnten. Ohne Wahrnehmung bzw. Beachtung der blühenden Pflanzenbestände in der Nachbarschaft von Maisfeldern bzw. von anderen Flächen mit Pflanzenschutzmittelanwendung ist eine vollständige Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der Bienen von vornherein nicht möglich.[/quote]
"Melissa Seite 5, Zusammenfassung 2009" schrieb:
Verschiedene Beobachtungen vor Ort zeigten, dass in Bezug auf die Aussaatpraxis (z.B. Sämaschinenausrüstung mit Deflektoren, Einhaltung der Zulassungsauflagen hinsichtlich Aussaatbedingungen bei Wind bzw. Vermeidung einer Kontamination von blühenden Nachbarkulturen) noch erhebliches Optimierungspotenzial besteht.[/quote]
"Melissa Seite 8, Zusammenfassung 2010" schrieb:
...lässt sich der Schluss ziehen, dass vielerorts durchaus noch weiteres Optimierungspotenzial in Bezug auf die Aussaatpraxis (z.B. Sämaschinenausrüstung mit Deflektoren, Einhaltung der Zulassungsauflagen hinsichtlich Aussaatbedingungen bei Wind bzw. Vermeidung einer Kontamination von blühenden Nachbarkulturen) besteht.[/quote]Zwischen 2009 und 2010 wurde "noch erheblich" durch "vielerorts" ersetzt. Was berechtigt diese Einschränkung?
"Melissa Seite 49" schrieb:
Flugunfähige Krabbler traten 2010 in deutlich größerem Umfang und wesentlich länger auf als 2009.[/quote]
"Melissa Seite 95" schrieb:
Auch das geringere Ausmaß und die kürzere Dauer der Schäden bei der Mehrzahl der Fälle im Jahr 2010 – laut Mitteilungen von Imkern, die in beiden Jahren von Schadensfällen betroffen waren –, können als positive Zeichen für die Wirksamkeit der vorgeschriebenen risikomindernden Maßnahmen im Jahr 2010 gewertet werden.[/quote]Sind flugunfähige Krabbler nicht als Schäden zu beurteilen?

"Melissa Seite 53" schrieb:
Karte mit Bienenständen ohne Vergiftungsverdacht (=Monitoring)[/quote]Warum sind die Monitoring-Bienenständen (ohne Vergiftungsverdacht) nicht aus das gesamte Bundesgebiet verteilt?
Wie lassen sich hier dann Regionale Zusammenhänge klären?

"Melissa Seite 94 und 95" schrieb:
Als Beispiele dafür können jene Fälle und Bienenstände (Drauchen, Paldau, Eberstalzell) genannt werden, in denen es - im Gegensatz zum Vorjahr – trotz erneuter nachweislicher Anwendung von insektizidgebeiztem Maissaatgut im Jahr 2010 zu keinen Bienenschäden mehr gekommen ist. Auch für Kärnten kann der gleiche Schluss gezogen werden, wo es 2009 in Eitweg im Lavanttal zu einem Schadensfall gekommen war, aber im Jahr 2010 keine Bienenschäden mehr aufgetreten sind. Laut Mitteilung der Landwirtschaftskammer für Kärnten wurde 2010 im betreffenden Gebiet insektizidgebeiztes Saatgut angebaut. In den diabroticabefallenen Bezirken Kärntens betrug der Anteil laut Auskunft des Agrarproduktenhandels ca. 25 %. Die Ausbringung erfolgte laut Angabe der Landwirtschaftskammer zu 100 % gesetzeskonform, d.h. mit abdriftmindernder Sätechnik.[/quote]Waren die Voraussetzungen in beiden Jahren die selben?
Wurde die selbe menge an Flächen mit gebeiztem Saatgut bestellt?
Wurde die selbe Menge gebeiztes Saatgut verwendet?
Waren die selbe Anzahl Bienenvölker an den selben Stellen vorhanden?
Wie waren die Ergebnisse bezüglich nachweisbaren Pflanzenschutzmitteln im Bienenbrot, in Bienen sowie in Pflanzen bei den nicht mehr betroffenen Bienenständen?
Der Begriff 100% gesetzeskonform erscheint mir irreführend, da sich dieser augenscheinlich ausschließlich auf auf die abdrfitmindernde Sätechnik bezieht und diese nur ein Teil des gestzlichen Auflagen abdeckt. Die Mitteilung der Landwirtschaftskammer Kärnten, wie hier dargestellt, sagt nicht über die Itensität der Ausbringung des gebeizten Saatgutes aus. Der Agrarprodukthandel kann eine Angabe darüber machen, was in den betreffenden Bezirken an gebeiztem Saatgut verkauft wurde. Ist dadurch auch zu 100% abgesichert, dass dieses Saatgut in diesem Bereich im selben Anbaujahr auch ausgebracht wurde?

"Melissa Seite 40, Winterverluste 2009/2010" schrieb:
Dabei wurde angenommen, dass es durch kontaminierte Pollenvorräte zu Langzeitschäden kommen kann, wenn diese Vorräte zur Aufzucht der Winterbienen dienen.[/quote]
"Melissa Seite 43, Winterverluste 2009/2010" schrieb:
zeigten die Gesundheitsuntersuchungen, dass die Verluste mit Sicherheit auf einen zu hohen Varroabefall zurückzuführen waren. Varroabefallswertezwischen 17 % und 39 % in Bienenproben bzw. 24 % und 56 % in Brutproben sind dafür ein untrügliches Indiz.[/quote]Können sich langzeitgeschädigte Bienen noch in gleichem Ausmaß gegen Parasiten wehren, wie gesunde Bienen?

"Melissa Seite 57" schrieb:
Da in manchen Proben auch mehrere Wirkstoffe vorkamen,...
Wie wirkt sich ein solcher Giftcocktail gesamtheitlich aus?

Gifte die in Bienen, Bienenbrot und/oder Pflanzen nachgewiesen wurden:
Clothianidin
Thiamethoxam
Imidacloprid
Fipronil (nicht mehr zugelassen)
Fipronil-sulfon (nicht mehr zugelassen)
Acetamiprid
Azoxystrobin
Benalaxyl
Bitertanol
Boscalid (nicht im Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel)
Chlorfenvinfos (nicht im Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel)
Chlorpyrifos
Chlorpyrifos-Methyl
Cypermethrin
Cyprodinil
Deltamethrin
Dimethoat
Dimetomorph
Fludioxonil
Kresoxim-methyl
Mepanipyrim
Metamitron
Metconazol
Metolachlor (nicht im Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel)
Pendimethalin
Phosalone (nicht im Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel)
Piperonylbutoxid
Propiconazol
Prosulfocarb
Pyraclostrobin
Spiroxamine
Tau-Fluvalinate (nicht im Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel)
Tebuconazole
Terabutylazin
Thiacloprid
Trifloxystrobin

Folgende Gefahrenhinweise sind mit diesen Giften verbunden:
Achtung! Für Bienen gefährlich, blühende Kulturen nicht behandeln! Außerdem Behandlungen auch aller anderen Flächen, die sich in Stocknähe befinden oder in der Fluglinie von Bienen liegen, während des Bienenfluges unterlassen.
Achtung ! Gefährlich für Nützlinge; nur bedingt geeignet für den integrierten Pflanzenschutz.
Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben
Sehr gifitg für Regenwürmer.
Sehr giftig für Bodenorganismen.
Das Mittel wird als schädigend für Populationen relevanter Nutzorganismen eingestuft.
Das Mittel ist schädlich für Florfliegen.
Giftig für Vögel.
Schädlich für Kurzflügelkäfer.
Schädlich für Nützlinge.
Schädlich für Raubmilben und räuberische Blumenwanzen.
Kann das Grundwasser gefährden.
Abbauprodukte können ins Grundwasser gelangen.
Gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut.
Gesundheitsschädlich: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Verschlucken.
Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.
Reizt die Atmungsorgane.
Reizt die Augen und die Haut
Gefahr kumulativer Wirkung.
Gefahr ernster Augenschäden.
Gesundheitsschädlich: Kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen.
Wiederholter Kontakt kann zu rissiger oder spröder Haut führen.
Dämpfe können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.
Kann das Kind im Mutterleib möglicherweise schädigen.

[quote="Melissa Seite 61"]...Bienenschadensfälle waren zusätzlich noch Saatgutbeizmittel nachweisbar, so dass die betroffenen Bienenvölker in einem kurzen Zeitraum verschiedenen bienengefährlichen Insektiziden ausgesetzt waren.

Also ein Giftcocktail für kurze Zeit. Wie kurz ist kurz in Anbetracht der Lebenszeit einer Sommerbiene?

[quote="Melissa Seite 59"]Nicht in Abb. 22 enthalten ist eine weitere untersuchte Probe von Maisstängeln. Diese stammte von einem stark von Bienen beflogenen Maisfeld, wo an Maisstängeln, im Wurzelbereich und in den Blattachseln eine rege Sammeltätigkeit der Bienen beobachtet worden war. In dieser Probe waren Spuren von Thiamethoxam nachweisbar. Möglicherweise ist der positive Nachweis an den Maisstängeln auf während der Extraktion an der Schnittstelle ausgetretenen Pflanzensaft zurückzuführen. Der positive Nachweis ist jedenfalls ein Hinweis darauf, dass thiamethoxamhaltiges Saatgut ausgesät worden war. Aufgrund der systemischen Eigenschaften von Thiamethoxam war in diesem Fall von vornherein ein positives Rückstandsergebnis bei den Maisstängeln zu erwarten.

Warum wurde diese Pflanze nicht in die Statistik mit aufgenommen? Ist hier eine Vergiftung der Bienen durch Pflanzensaft und/oder Guttation fest zu stellen?

[quote="Melissa Seite 95 und 96"]Dass in den meisten Fällen von gemeldetem Vergiftungsverdacht primär nicht Krankheitserreger und Parasiten die Ursache für die beobachteten Symptome waren, wird einerseits durch den hohen Prozentsatz positiver Rückstandsergebnisse erhärtet. Diese belegen den Kontakt der Bienen mit insektiziden Saatgutbeizmitteln und die richtige Einschätzung der Lage durch die betroffenen Imker aufgrund der beobachteten Symptome an den Bienenvölkern.

Dass Imker das erkennen ist eine Pauschalbehauptung und lenkt von der Dunkelziffer der Vergiftungsfälle ab.

[quote="Melissa Seite 96"]Für die Praxis ergibt sich aus diesen Ergebnissen in Einzelfällen offenbar Informationsbedarf hinsichtlich der Zulassungssituation bestimmter Wirkstoffe und den bestehenden Vorschriften bezüglich des Bienenschutzes.

Wie wird dieser Informationbedarf gedeckt? Wer ist davon betroffen? Bis wann wird das gemacht? Wie wird informiert? Wer informiert?

[quote="Melissa Seite 97"]Handhabung des Saatguts: Zur Vermeidung von mechanischer Belastung des Saatgutes, Säcke nicht werfen oder stürzen.

Wie kann dies gewährleistet erden?

[quote="Melissa Seite 97"]Die Verwendung der Deflektoren wird durch Kontrollen der Behörde überprüft.

Sollte wohl vor der Ausbringung des Saatgutes überprüft werden.

[quote="Melissa Seite 97"]Staubabdrift in benachbarte blühende Pflanzenbestände während des Sävorganges vermeiden. Beim Befüllen der Säbehälter ist darauf zu achten, dass Staub aus dem Saatgutsack nicht eingebracht oder in angrenzende Pflanzenbestände (insbesondere blühende Randstreifen, Feldraine usw.) verfrachtet wird. Allfällig vorhandenen Reststaub im Saatgutsack belassen, nicht in das Sägerät füllen oder den Sack ausschütteln. Säcke zusammenrollen und für fachgerechte Entsorgung sammeln. Bei der Ausbringung des Saatgutes mit pneumatischen Sämaschinen (Saugluftsysteme) ist ein Befahren von an das Feld angrenzenden Flächen mit blühenden Pflanzenbeständen mit eingeschaltetem Gebläse nicht zulässig. Keine Aussaat des behandelten Saatgutes, wenn Gefahr der Staubabdrift in benachbarte blühende Pflanzenbestände besteht. Nicht neben in Windrichtung liegenden Flächen mit blühenden Pflanzenbeständen säen. Keine Ausbringung des behandelten Saatgutes bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s (18 km/h). Beim Ausbringen des Saatgutes darauf achten, dass das Saatgut vollständig eingearbeitet bzw. mit Erde abgedeckt wird. Beim Ausheben der Säschare Dosiereinrichtung rechtzeitig abschalten, um Nachrieseln zu vermeiden. Saatgut nur in feinkrümelig zubereitetes Saatbeet ablegen, nie in klumpigen und steinigen Böden. Verschüttetes Saatgut sofort zusammenkehren und entfernen.

Wie kann dies gewährleistet werden?

[quote="Melissa Seite 97"]Vorschriften betreffend Fruchtfolge für die Indikation Maiswurzelbohrer in Mais: Keine Ausbringung des behandelten Saatgutes zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers auf Flächen im ersten Anbaujahr (erstmals Mais bzw. neuerlich Mais nach einer anderen Vorfrucht). Für Mais nach Vorfrucht Mais beachten Sie die Vorgaben der Maiswurzelbohrer-Verordnungen der Bundesländer.

Ist der Maiswurzelbohrer in Oberösterreich ein anderer als der in der Steiermark? Warum gibt es hier je Bundesland eigene Verordnungen?

Wo steht geschrieben was der Landwirt nach Beendigung der Säarbeit mit dem Sägerät machen soll? Meine Bienen stehen 50m vom Mais und 300m vom Landwirt entfernt, der für alle Bauern im Bezirk die Säarbeit übernimmt. Selbst wenn die umliegenden Felder nicht mit gebeiztem Saatgut bestellt werden, muss ich davon ausgehen, dass das Sägerät im Flugbereich meiner Bienen mit gebeiztem Saatgut in Berührung kommt. Wie reinigt der Landwirt das Sägerät? Welche Risikomindernden Vorschriften gelten hier?

[quote="Melissa Seite 98 und 99"]Ziel dieser Verordnung ist es, Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier und für die Umwelt, die von Saatgut ausgehen, welches mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde, zu minimieren, sodass ein hohes Schutzniveau für die Gesundheit von Mensch und Tier und für die Umwelt bei gleichzeitig ausreichender Verfügbarkeit von behandeltem Saatgut gewährleistet ist.

Wie soll das geforderte hohe Schutzniveau erreicht werden, wenn nicht genau bestimmt werden kann, was beim Zusammentreffen von verschiedenen Pestiziden passiert? Wie soll das hohe Schutzniveau erreicht werden, wenn in der Proben Gifte erkannt wurden, die bereits seit Jahren nicht mehr zugelassen sind?

[quote="Melissa Seite 99"]Viele Betriebe könnten ihre derzeitige Bewirtschaftungsform ohne den Einsatz von Saatgutbehandlungsmitteln gegen den Maiswurzelbohrer nicht aufrechterhalten.

In welchem Verhältnis steht eine Änderung der Bewirtschaftungsform der betroffenen Betrieb zu den Schäden die durch deren bodenausbeutende, naturfeindliche Bewirtschaftungsform entstehen?

[quote="Melissa Seite 99"]Landwirten ist aus der langjährigen Praxis bewusst, dass durch Abdrift von Pflanzenschutzmitteln an Nachbarkulturen (z.B. Maisherbizid an Zuckerrüben, Leguminosen etc.) Schäden verursacht werden können.

Diese Bewusstsein ist in Bezug auf Schäden bei Nichtzielorganismen nicht so ausgeprägt, wie es zum Schutz dieser erforderlich ist.

[quote="Melissa Seite 99"]Begleitende Untersuchungen während der Aussaat 2010 bestätigen die Wirksamkeit der erteilten Auflagen.

Bezieht sich dies auf jene vier Gemeinden in denen 2010 "keine" Bienenschäden mehr gemeldet wurden? Gibt es Details zu den Untersuchungen, welche während der Aussaat 2010 gemacht wurden? Oder sind diese im 3. Zwischenbericht bereits enthalten? Wenn ja, in wie fern bestätigen diese die Wirksamkeit? Weil sich die Dosis in an Giften verändert hat? nicht nur zum positiven? weil die Anzahl gemeldeter Völker 2010 höher war als 2009? weil 32% aller Proben von Völkern ohne Vergiftungsverdacht Gifte enthalten haben? weil in 69% der Proben von Völker mit Vergiftungsverdacht Gifte enthalten sind? Sind dies mindere Risken?

[quote="Melissa Seite 99"]Für die Sicherheit der Bienen ist eine flächendeckende Umsetzung und Einhaltung der folgenden Maßnahmen unabdingbar!

[quote="Melissa Seite 99"]...eine Aufrechterhaltung der Zulassungen von insektiziden Beizmitteln in Mais möglich und vertretbar unter der Voraussetzung, dass diese vorgeschriebenen Maßnahmen und Auflagen in der Praxis lückenlos umgesetzt und eingehalten werden.

Wie kann eine lückenlose Einhaltung gewährleistet werden?

[quote="Melissa Seite 95"]Ohne Wahrnehmung bzw. Beachtung der blühenden Pflanzenbestände in der Nachbarschaft von Maisfeldern bzw. von anderen Flächen mit Pflanzenschutzmittelanwendung ist eine vollständige Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der Bienen von vornherein nicht möglich.

Wahrnehmung wäre schon mal ein Ansatz, der nicht erfüllt wird. Interesse und Pflichtbewusstsein dann der nächste Schritt. Weder das Bundesamt für ErnährungsSICHERheit noch die Agentur für Gesundheit und ErnährungsSICHERheit kann unter diesen Voraussetzungen in irgendeinerweise eine Sicherheit für die Gesunderhaltung unserer Bienen bieten.

[quote="Melissa Seite 101"]Dies gilt sowohl für die Zulassungauflagen betreffend der Saatgutverwendung als auch die Fruchtfolgemaßnahmen zur Reduktion der verwendeten Menge an insektizidgebeiztem Mais- und Ölkürbissaatgut.

Wird als risikomindernde Maßnahme jetzt doch an die Reduktion der Gifte gedacht? Wäre Fruchtfolge eine anzustrebende Lösung? Sind die Gifte doch nicht so sicher in den Griff zu bekommen wie angekündigt?