Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

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missbeehive
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Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Liebe Imkerkolegen,

was haltet ihr davon, freistehende Bienenstöcke im Winter zusätzlich zu isolieren, wie z.b. mit Jutesäcken oder dgl einzuwickeln? Man hört ja immer wieder davon, aber macht das Sinn, oder schadet es sogar?

Danke für Rückmeldungen!

lg

Reinhard
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Das hat keinen Sinn, nur eine mögliche Beruhigung für den Imker.

Messungen haben gezeigt, dass bereits in 2 bis 3cm Entfernung von der Wintertraube die gleiche Temperatur herrscht, wie außerhalb der Beute.

Somit würdest du damit keinerlei zusätzliche isolationswirkung auf die Bienen erreichen, da die Bienen die Traube und nicht die Beute erwärmen.

Pfiati, Reinhard

Opinion
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Hallo Rosmarie !

Meine Bienen überwintern sogar grundsätzlich  über dem offenen Gitterboden.( Zander Flachzarge) und das war auch noch kein Problem. Im Gegenteil, ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Beuten bzw. die Rähmchen kaum schimmeln. Wenn es allerdings wirklich bitterkalt geworden ist, habe ich die Stockwindeln für ein paar Tage eingelegt, was aber wahrscheinlich auch keinen Sinn macht, weil es in der Beute deswegen auch nicht wärmer wird.

Die Deckel sind ohnehin isoliert. Schlecht wäre nur, wenn der Wind übermäßig in die Magazine blasen könnte, da würde ich einen Windschutz anbringen.

Gruß aus der Steiermark 

Edgar

 

 

missbeehive
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Danke für die schnellen Antworten!

Werde ich mir das mühseelige Einpacken wohl sparen :)

Habe bei meinen Beuten auch einen offenen Boden, da hatte ich auch schon die Überlegung im Winter die Varroatasse gegen eine Styroporplatte zu tauschen. Der Windschutz ist ein guter Tipp, kann auf jeden fall nicht schaden.

lg, Rosi

guenther
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Gegen übermässige Zugluft zu sichern ist glaub ich auch das Wichtigste.

Damit ist die Kühlwirkung auf die Wintertraube grösser und der Futterverbrauch steigt.

 

Viehbader
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Oben sollte halt isoliert sein (Futterzarge mit Styrodur tut da gute Dienste).

Also: Kalte Füße, warmer Kopf.

 

Wenn er geht und Honigwaben holt
kann sein, dass er Honig haben wollt

Bienenwerkstatt
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

missbeehive schrieb:

Liebe Imkerkolegen,

was haltet ihr davon, freistehende Bienenstöcke im Winter zusätzlich zu isolieren, wie z.b. mit Jutesäcken oder dgl einzuwickeln? Man hört ja immer wieder davon, aber macht das Sinn, oder schadet es sogar?

Danke für Rückmeldungen!

lg

Hallo miteinander,

Da möchte ich auch wieder mal meinen "Sernf" dazu geben - man verzeihe mir wenn ich das etwas relativiere.

Es ist schon komisch wie die imkerlichen Gewohnheiten immer wieder von einem Extrem ins Andere pendeln.

Einpacken der Völker ist derzeit - out. Es ist umständlich und ausserdem lockt es Mäuse an. Aber sinnlos ist es keineswegs.

Das Ideal liegt wie so oft in der Mitte und kann mit - kalt ein - und warm auswintern - kurz beschrieben werden.

Das dzt. bis zum umfallen verwendete Argument - dass nur die Traube gewärmt wird, stimmt zwar, aber es wird dabei übersehen dass eben diese Traube ab einsetzen der Brut gelockert wird. Und das beginnt immerhin schon im Jänner.

Mit der wachsenden Brutfläche wird die Traube immer lockerer und lockerer - damit verbunden ist eine Bruttemperatur von 35 Grad. In der brutlosen Traube haben 20 Grad gereicht - aber jetzt nicht mehr. Wenn die Temperatur unter 30 Grad abfällt (in der Randzone der Traube MIT Brut) - stirbt die ab und wird ausgeräumt.

Jeder der z.B. noch Pultständer verwendet - und die Völker darin etwa ab Anfang Februar warm einpackt wird im Vergleich von freistehenden Völkern einen Entwicklungsvorsprung beobachten können. Der ist um so markanter je tiefer die Feb. Temperaturen sind. In einem warmen Winter wie heuer wird der Unterschied sehr flach ausfallen. Aber das Wetter wissen wir eben nicht im Voraus.

Bei jedem Kälteeinbruch nach vorheriger Wärme verlieren wir Brut - und merken es in der Regel garnicht. Je vorgerückter die Jahreszeit - um so mehr. Wir stellen dann nur lapidar fest dass diese Völker oder Ableger eben sehr schwach ausgewintert haben - falls überhaupt noch am Leben. Aber die meisten verschwenden keinen einzigen Gedankan an das WARUM.

Besonders die besten Frühbrüter werden so am falschen Fuß erwischt - und ein wenig Hilfe hätte sie in manchen Fällen den grünen Bereich gebracht.

LG Heinz

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Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Warum lassen wir denn dann den Boden offen? Ich will das Argument nicht bis zum Umfallen - wie Heinz schreibt, verwenden. Aber Holz isoliert nicht und wir haben keine isolierten Bienenstöcke. Und nahe der Traube hat es eben auch einen Minus, wenn es draußen kalt ist. Aber ich lass mich gerne überzeugen, dass das alles Unsinn ist mit den offenen Böden. Wenn es so ist.

Grüße von der Sommerbiene.

blub27
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Also uns haben Sie im Imkerkurs folgendes vorgeschlagen.

Im, Spätsommer und Herbst sollen wir einfüttern und Varroa bekämpfen, die Restentmilbung kann, wenn der Frost auf sich warten lässt vielleicht auch erst im Winter geschehen.

Nun zum Thema, ansonsten sollten wir den Bien möglichst in Ruhe lassen, wenn alles passt sollte sich die Wintertraube an einer Seite der Beute zunächst sammeln, und sich im Verlauf des Winters nach innen vorarbeiten.

Sobald im frühen Frühjahr wieder in die Brut gegangen wird, sollten wir bei schönem Wetter natürlich, ganz kurz reinschauen, und die Traube, so sie nicht schön da ist, in die Mitte verschieben und Futterwaben an den Seiten der Traube aufhängen.

Die Begründung da war, dass wenn sie jetzt in der Brut sind, dass dann die Bruttätigkeit wichtiger ist als alles andere und es bei einem Kälteeinbruch zu einem verhungern des Volkes kommen würde, und das obwohl 2 Waben weiter noch Futter wäre.

Nach diesem Eingriff, soll man zumindest den Deckel oben zB. mit einer Styroporplatte etwas isolieren, nach der Devise kalte Füße, warmer Kopf.

Bei dem Thema sieht man wieder, 3 Imker, 5 Meinungen. :-)

 

LG

Bienenwerkstatt
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Sommerbiene schrieb:

Warum lassen wir denn dann den Boden offen? Ich will das Argument nicht bis zum Umfallen - wie Heinz schreibt, verwenden. Aber Holz isoliert nicht und wir haben keine isolierten Bienenstöcke. Und nahe der Traube hat es eben auch einen Minus, wenn es draußen kalt ist. Aber ich lass mich gerne überzeugen, dass das alles Unsinn ist mit den offenen Böden. Wenn es so ist.

Der offene Boden im Herbst soll einerseits einen rascheren Brutstopp einleiten und anderseits die Möglichkeit bieten das Flugloch beliebig einengen zu können ohne dass ein Sauerstoffmangel auftritt.

Mit Beginn der stärkeren Brutphase, die natürlich auch wetterabhängig ist, wird die Stockwindel wieder eingeschoben. Gleichzeitig werden die Fluglochrechen kontrolliert ob sie nicht verlegt sind. Da sich die Wintertraube gelockert hat und die Temperatur von den Bienen hochgefahren wurde, ist jetzt Zugluft der größte Feind.

Isolierte Beuten z.B. Styroporbeuten müssen länger unten offen bleiben wegen dem Kondenswasser, welches wie eine Kälteplatte wirkt. Holzbeuten sind trockener weil sie Wasser aufnehmen und nach aussen ableiten.

Eine wichtige Hilfe ist zudem eine leichte Neigung der Beute nach vorn, weil hier Kaltluft (und somit Taunässe) abfließen kann. Davon kann sich Jeder selbst leicht überzeugen wenn er wirklich völlig dichte Beuten mit einer Neigung nach hinten stehen hat. Der wird hier einen Sumpf finden mit vielen toten Bienen.

Es geht also nicht nur um die Temperatur selbst, sondern auch um die trockene Luft in Bodennähe.

Packt man (Holz) Beuten im Frühjar ein so wird der Taupunkt weiter nach aussen verlegt - und die Beute ist trockener.

LG Heinz

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guenther
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Sommerbiene schrieb:

Aber Holz isoliert nicht 

 

Das stimmt so nicht!

Holz ist zumindest bauphyskalisch gesehen längst nicht der schlechteste Isolierstoff.

Vor Allem trockenes Holz enthält viel Luft und ist daher ein schlechter Wärmeleiter.

Nur wenn es in den Beuten durchziehen kann wie in einem Vogelhaus dann hilft das bisschen Holz der Beutenwandstärke natürlich auch nichts.

 

Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

guenther schrieb:

Sommerbiene schrieb:

Aber Holz isoliert nicht 

 

Das stimmt so nicht!

Holz ist zumindest bauphyskalisch gesehen längst nicht der schlechteste Isolierstoff.

Vor Allem trockenes Holz enthält viel Luft und ist daher ein schlechter Wärmeleiter.

Nur wenn es in den Beuten durchziehen kann wie in einem Vogelhaus dann hilft das bisschen Holz der Beutenwandstärke natürlich auch nichts.

OK, das habe ich also falsch formuliert. Ich meine, dass wir immer von Isolation sprechen, obwohl wir einen offenen Boden haben. Und selbst wenn der Boden geschlossen wäre, ist Holz von 2cm Stärke nicht in der Lage, zu isolieren, also den Taupunkt nach außen zu bringen.

Grüße von der Sommerbiene.

Bienensepp
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?
edlwolf
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Reinhard schrieb:

 

Somit würdest du damit keinerlei zusätzliche isolationswirkung auf die Bienen erreichen, da die Bienen die Traube und nicht die Beute erwärmen.

Ja schon, aber genau diese Traube wird natürlich in einen gut Isolierten Kasten leichter warm gehalten

Und es ist ein Märchen das in der Beute die gleiche Temperatur herrscht wie draussen, Natürlich ist da kein grosser Unterschied, aber 1 bis 2 Grade durchaus

Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

 

Also draußen beispielsweise minus 14 und drinnen minus 12 bis minus 13. Was bringt das?

Grüße von der Sommerbiene.

Paule
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Sommerbiene schrieb:

Also draußen beispielsweise minus 14 und drinnen minus 12 bis minus 13. Was bringt das?

 

Genau, was hat die Entwicklungsgeschichte unseren Biens u.a. dazu über viele Millionen Jahre gelehrt?

 

Gruß

Paule

sapere aude
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wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Desto besser die Behausung, um so sicherer das Überleben ( Überwintern ) !!!!

Grüße Wolfgang

Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

wolfgang schmeißl schrieb:

Desto besser die Behausung, um so sicherer das Überleben ( Überwintern ) !!!!

Grüße Wolfgang

Was ist für Dich eine sehr gute Behausung und wie meinst Du, sollten die herkömmlichen Bienenbehausungen hinsichtlich Überwinterung verbessert werden, Wolfgang?

Grüße von der Sommerbiene.

Paule
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

 

Den Biens ist die Bahausung ziemlich wurscht. Zu schaffen machen ihnen Züchteleifolgen von Bienenverstehern, bis hin zu denen von "Mumien"züchtern.
So wurden mittels Züchtelei, in Verbindung mit der Zuckerfütterung und der zunehmenden Völkerbefummelung, unbewusst ihre genetisch gespeicherten Fallinfos/Grundlagen für notwendige Reaktionen darauf vernichtet.
Auf daraus resultierende Folgen können die Bien-Züchter mittels Selektions- oder Kompensationsversuchen reagieren. Dabei müssen sie aber wissen, was sie auch damit jeweils langfristig anrichten (wollen).

 

Gruß
Paule

sapere aude
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wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Hallo Sommerbiene,

ich weiß das die Bienen im Notfall auch eine Felsspalte oder freihängend im Baum usw.  zu Überleben versuchen, ein hohler Baum wäre ihnen sicher am liebsten, den desto besser die Behausung um so größer die Überlebenschancen. Sind wir uns da einig ?

Für mich ist eine Beute aus 24er Bretter jedenfalls Holz aber kein hohler Baum, aber das Thema hatten wir ja schon.

Grüße Wolfgang

wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Hallo Paule,

als Mann der schönen Worte bin ich ziemlich überrascht, das du ein Wort wie " wurscht " verwendest.

Ich glaube nicht, das ihnen ein gute Behausung wurscht ist, an sonst würden sie nicht die unmöglichsten Hohlräume nützen, sondern was für sie eine Notlösung ist, wenn sie nichts geeignetes finden,  in den Bäumen herum hängen.

Was die Zucht betrifft ist viel schief gegangen, von der Vergrößerung bis zur degeneration zur Stubenfliege usw. Ich bin kein Züchter und betreibe mit meiner Landbiene nur Auslese, auf Zucker kann ich nicht verzichten, da bei mir kein Schlarafenland für Bienen ist und ich auch meinen Anteil haben möchte. Ich betreibe aber keinen Raubbau und nehme ihnen nicht alles und ergänze mit Zucker.

Grüße Wolfgang

 

Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

wolfgang schmeißl schrieb:

... denn desto besser die Behausung um so größer die Überlebenschancen. Sind wir uns da einig ?

 

Na ja, diese Deine Angaben sind mir allzu vage, um mit Dir einig zu sein.

 

Was Du unter "je besser die Behausung" verstehst, ist mir nicht klar. Ich denke, dass die Bienen mit den gebotenen Beuten kein Problem haben und diese Beuten (im Vergleich zur Baumhöhle) ihre Überlebenschancen keinesfalls verringern, die vom Menschen gebotenen Umweltbedienungen und Pestizide sowie die eingeschleppten Schädlinge wie Milbe und Beutenkäfer verringern hingegen ihre Überlebenschancen gewaltig.

Grüße von der Sommerbiene.

wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Hallo Sommerbiene,

Ich weiß, das es DIR klar ist, und das für mich eine Bretterbeute nur ein mindeststandart ist. Und wenn du schon die ganzen Probleme ansprichst, mit denen sich unsere Bienen herumschlagen müssen, dann kann es nicht falsch sein, dort zu helfen, wo es leicht möglich ist und das ist bei einer isolierten Behausung, richtige Schädlingsbekämpfung und Fütterung vorausgesetzt.

 

Grüße Wolfgang

 

 

 

Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

 

Wolfgang, was verstehst Du bei Bienenstöcken unter einer isolierten Behausung? Abgesehen von Styroporbeuten kenne ich keine derartigen Behausungen.

Grüße von der Sommerbiene.

wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

[quote=Sommerbiene

 

Wolfgang, was verstehst Du bei Bienenstöcken unter einer isolierten Behausung? Abgesehen von Styroporbeuten kenne ich keine derartigen Behausungen.

[/quote]

Hallo Sommerbiene,

 

das ist eine von vielen und meiner Meinung bei Freiaufstellung die Beste!

Es geht bei entsprechender Volksstärke natürlch auch ohne Isolierung, natürlich mit einer entsprechend schlechteren Volksentwicklung, das ist aber alles nichts Neues, warum haben die Imker früher die Hinterbehandler zusammen gerückt, mit alten Lumpen zugedeckt und alles eingeengt ? sicher nicht um den Mäusen eine kuschelige Behausung zu schaffen.

Warum engen Dadantimker ihre Völker im zeitigen Frühjahr auf die benötigte Rämchenzahl ein, und geben teilweise Seitlich und im Deckel eine Isolierung ?  Natürlich um ihre Völker zu unterstützen.

Warum verwenden manche Imker heute eine Beutenheitzung ? Was ich davon halte schreibe ich nicht !

Warum wird mir fragwürdigen Eingriffen wie Reitzfütterung versucht die Bruttätigkeit anzukurbeln, anstat den Bienen bei ihren Wärmehaushalt zu helfen ?

Warum fahren viele Berufsimker mit ihren Volkern im zeitigen Frühjahr in den Süden (Frankreich, Italien, usw.) ? bestimmt nicht, um uns den Beutenkäfer um einige Jahre früher zu bringen.

Und das beste an der Sache ist, das die Berufsimker als gutes Beispiel für dünnwandige Beuten herangezogen werden, jedoch nicht, das sie sowieso in begünstigten Lagen imkern und teilweise tausende km für eine bessere Entwicklung ihre Völker transportieren.

Es soll sich jeder seine Gedanken darüber machen, ich verkaufe nichts und brauche auch niemanden zu irgend etwas bekehren, ich schreibe meine Meinung und entscheiden muß jeder für sich selbst!

 

Grüße Wolfgang 

 

Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

wolfgang schmeißl schrieb:

..... Warum engen Dadantimker ihre Völker im zeitigen Frühjahr auf die benötigte Rämchenzahl ein, und geben teilweise Seitlich und im Deckel eine Isolierung ?  Natürlich um ihre Völker zu unterstützen.

Warum verwenden manche Imker heute eine Beutenheitzung ? Was ich davon halte schreibe ich nicht !

Warum wird mir fragwürdigen Eingriffen wie Reitzfütterung versucht die Bruttätigkeit anzukurbeln, anstat den Bienen bei ihren Wärmehaushalt zu helfen ?

Warum fahren viele Berufsimker mit ihren Volkern im zeitigen Frühjahr in den Süden (Frankreich, Italien, usw.) ? bestimmt nicht, um uns den Beutenkäfer um einige Jahre früher zu bringen ....

 

Es ist die Gier nach mehr Honig.

 

Grüße von der Sommerbiene.

wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Hallo Sommerbiene,

So manches ist sicher Gier, aber ich lasse mich, weil ich meine Bienen gut versorge sicher nicht als Gierig hinstellen, allerdiengs wenn jemand für seine Arbeit und Einsatz nichts haben will, ist er ein Samariter oder ???

 

Grüße Wolfgang

Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

wolfgang schmeißl schrieb:

Hallo Sommerbiene,

So manches ist sicher Gier, aber ich lasse mich, weil ich meine Bienen gut versorge sicher nicht als Gierig hinstellen, allerdiengs wenn jemand für seine Arbeit und Einsatz nichts haben will, ist er ein Samariter oder ???

Grüße Wolfgang

Ich wollte Dich nicht als gierig darstellen. Du schreibst ja beispielsweise selbst von "fragwürdigen Eingriffen". Allzu viele Imker sind mir schon als Schnorrer begegnet. Aber das muss wohl sein, wenn man seinen Honig ohne Respekt vor dem "Wunder Bien" verschleudert.

Grüße von der Sommerbiene.

Paule
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

 

Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Ein Beispiel für im Freien befindliche "Bienenstöcke": http://tree-beekeeping.org/wordpress/wp-content/uploads/201509BienenJour...

Dort beträgt die mittlere Temperatur, von Dezember an, bis einschließlich Februar -10°C.
Über zusätzliche Isolation macht sich keiner Gedanken.
Wie mag es dort in den Baumhöhlen um Temperatur und Luftfeuchtigkeit wohl bestellt sein odrer um den Totenfall?

Gruß
Paule

 

 

sapere aude
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Manfred
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Grüß Euch,

 

Zumindest, was die Temperatur betrifft wurde das gemessen:

Zitat;

"David tells me of some research recently done by Derek & Elaine Mitchell, who put a 20 watt heat source into a variety of hives and natural cavities and measured the maintained temperature rise:

  • Natural tree cavity (6 inch thick walls) – 60degrees C
  • Skep, sealed with cow dung – 22C
  • Polystyrene hive (various types) – 22C
  • Warré, walls just over 1 inch thick, 4 inch thick sawdust quilt on top – 16C
  • Kenyan TBH with thick top bars, directly under a flat roof – 14C
  • Wooden National – 7C to 10 C" (http://beethechangeproject.org/blog/)

HG Manfred

wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Paule schrieb:

 

Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Ein Beispiel für im Freien befindliche "Bienenstöcke": http://tree-beekeeping.org/wordpress/wp-content/uploads/201509BienenJour...

Dort beträgt die mittlere Temperatur, von Dezember an, bis einschließlich Februar -10°C.
Über zusätzliche Isolation macht sich keiner Gedanken.
Wie mag es dort in den Baumhöhlen um Temperatur und Luftfeuchtigkeit wohl bestellt sein odrer um den Totenfall?

Gruß
Paule

Hallo Paule,

 

du sprichst immer von der Natur, und was die Bienen zum Überleben nicht brauchen,  alles eitle Wonne.

Lassen wir einmal die Varroa bei Seite, wie sind die Überlebenschancen wirklich? Es wird immer ein auf und ab bei den Ausfällen geben und die richtet sich nach der qualität der Nistmöglichkeit, Versorgung, Witterung, Krankheiten, Feinde, usw. und ein Verlust übers Jahr von ein bis zwei drittel ist sicherlich bei Naturvölker realistisch.

Da keiner von uns Imker einen Ausfall jährlich von1 bis 2/3 haben möchte, müssen wir helfend eingreifen und desto bessere Bedinnungen wir den Bienen bieten, um so besser ist die Entwicklung.

 

Grüße Wolfgang

 

Paule
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

wolfgang schmeißl schrieb:

Da keiner von uns Imker einen Ausfall jährlich von1 bis 2/3 haben möchte, müssen wir helfend eingreifen und desto bessere Bedinnungen wir den Bienen bieten, um so besser ist die Entwicklung.

 

Tja, Wolfgang, in Übereinstimmung mit der Natur oder mit der Sichtweise des Imkers?
Wo sind wir aktuell mit den den üblichen Hilfsaktionen angekommen?
Worin unterscheiden sich Querulaten davon?

 

Gruß
Paule

sapere aude
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wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Paule schrieb:

wolfgang schmeißl schrieb:

Da keiner von uns Imker einen Ausfall jährlich von1 bis 2/3 haben möchte, müssen wir helfend eingreifen und desto bessere Bedinnungen wir den Bienen bieten, um so besser ist die Entwicklung.

 

Tja, Wolfgang, in Übereinstimmung mit der Natur oder mit der Sichtweise des Imkers?
Wo sind wir aktuell mit den den üblichen Hilfsaktionen angekommen?
Worin unterscheiden sich Querulaten davon?

 

Gruß
Paule

 

Tja, Paule, welche Hilfsaktionen meinst du ? Eine gute Versorgung und Unterkunft ist für mich keine Hilfsaktion sondern Grundvoraussetzung für jede Tierhaltung und das ist meine Sichtweise.

Grüße Wolfgang 

 

 

Paule
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

wolfgang schmeißl schrieb:

Tja, Paule, welche Hilfsaktionen meinst du ? Eine gute Versorgung und Unterkunft ist für mich keine Hilfsaktion sondern Grundvoraussetzung für jede Tierhaltung und das ist meine Sichtweise.

Wolfgang, das ist nur Ersatz für das, was du ihnen nahmst.
Da muss mehr sein, etwas, was du ihnen nimmsst.

Etwas, was dir als gut erscheint, muss nicht gut sein.
Etwas, was dir als schlecht erscheint, muss nicht schlecht sein.
Falls du Kinder hast, halte es mit den Biens wie mit den Kindern; lasse sie selber entscheiden. Lasse sie erkennen, was Erfolge und Fehler sind; so lernen sie. Auf diesem Weg darfst du auch Biens wohlwollend unterstützen und so selber Freude daran empfinden.

 

Gruß
Paule

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Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

wolfgang schmeißl schrieb:

... Eine gute ... Unterkunft ist für mich keine Hilfsaktion ...

 

 

Um wieder mehr zum Thema zurück zu kehren: Ich bin der Ansicht, dass die herkömmlichen Beuten unserer Bienen keine schlechte Unterkünfte sind und dass zusätzliche Isolation maximal im Deckel Sinn macht. Ich glaube, dass in den allerwenigsten Fällen die Kälte bzw. eine zu geringe Isolation des Bienenstockes für unsere bisherigen Winterverluste verantwortlich war. 

Grüße von der Sommerbiene.

wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Isolation macht immer Sinn und nicht nur im Deckel,das sieht man ja bei der Volksentwicklung im Frühjahr. Dei, die in begünstigten Regionen ihre Völker stehen haben können leicht Wasser predigen, den sie trinken ja sowieso Naturwein. Das die Varroa der Hauptschuldige an den Völkerverlusten ist, sehe ich genau so, aber hier geht es um eine bessere Volksentwicklung und ein kräftiger Organismus hält auch mehr aus!

 

Grüße Wolfgang

wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Hallo Paule,

Natur ist geben und nehmen und der Tod des einen, bedeutet leben für den anderen, das jedes Lebewesen seine Überlebenschancen zu obtimieren versucht gehört genauso dazu. Die Bienen machen es ja auch nicht anders, indem sie sich Höhlen als Behausung suchen, um ihre Überleben zu sichern usw. 

Da der Mensch gezielte Landwirtschaft seit tausenden von  Jahren betreibt, hat er seine Überleben besser abgesichert. Die heutigen Auswüchse lehne ich genau so ab.

Grüße Wolfgang

 

Paule
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

wolfgang schmeißl schrieb:

...Da der Mensch gezielte Landwirtschaft seit tausenden von  Jahren betreibt, hat er seine Überleben besser abgesichert. Die heutigen Auswüchse lehne ich genau so ab...

Hallo Wolfgang,

 

vielen Dank für die Vorlage. Da die Imkerei zur Landwirtschaft zählt, folgt daraus für uns Imker die Überlegung, welches die heutigen Auswüchse in der Imkerei sind.

 

Gruß

Paule

sapere aude
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wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Die Auswüchse nur auf die Imkerei zu beschränken wäre zu Einseitig, da ja alles ineinander greift und jede Aktion eine Reaktion zur Folge hat.

 

Grüße Wolfgang

Paule
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

wolfgang schmeißl schrieb:

Die Auswüchse nur auf die Imkerei zu beschränken wäre zu Einseitig, da ja alles ineinander greift und jede Aktion eine Reaktion zur Folge hat.

 

Richtig, Wolfgang,

 

das sehe ich ähnlich und das, was wir von den anderen verlangen, müssen wir auch bei uns selber zu verändern bereit sein, unabhängig vom Tun der anderen. Oder, wir sollten besser die Klappe halten.
Wie wurde es sinngemäß in http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=64110 so treffend formuliert, die Schädlinge seien vermutlich die Veranlasser für die Evolution.

 

Gruß

Paule

sapere aude
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wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Hallo Paule,

was verlangst du von mir ? Soll ich so wie du Holzzargen verwenden, nicht behandeln, Honig könnte ich auch keinen schleudern, da sie die gesamte Ernte bei uns zum überleben bräuchten, usw. Ich kenne auch einige falsch und Nichtbehandler wo sich das Rädchen so auf Sparflamme dreht und zum Teil auf die Schwärme der Behandler angewiesen sind, die bei ihren Beuten einziehen. Als kleines Dankeschön bekommt man zu einen späteren Zeitpunkt wieder Milben zurück.

 

Sei mir bitte nicht böse, aber ich glaube das ist nichts für mich und halte die Klappe.

 

Grüße Wolfgang

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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Und ich trage noch mein naturwissenschaftliches Scherflein bei. Wenn es in der Beute kälter ist (warum auch immer, abhängig von Beute, Isolation, Wintertemperaturen,...) brauchen die Bienen eben mehr Energie zum Heizen. Mehr Futter, also. Dreht man an einem Schräubchen, ändert sich ein anderes.

Mindestens eins :-)

Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

beeyourself schrieb:

... Wenn es in der Beute kälter ist (warum auch immer, abhängig von Beute, Isolation, Wintertemperaturen,...) brauchen die Bienen eben mehr Energie zum Heizen. Mehr Futter, also. Dreht man an einem Schräubchen, ändert sich ein anderes.

Ich habe jetzt doch schon einige Jahre Bienen und ich wüßte nicht, an welchem Schräubchen ich drehen und warum es sinnvoll für die Bienen sein sollte, wenn es in der Beute statt minus 13 Grad nur minus 11 Grad hat.

 

Grüße von der Sommerbiene.

Paule
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

 

2004 verfasste Thomas Kober, den ich persönlich kannte und sehr schätze, die Monatsbetrachtungen in der ADIZ.  Darin sprach er im Januar, auf der S. 4 der Zeitung auch die Beuten-Isolierung an: http://www.bienenundnatur.de/wp-content/uploads/2004/12/Kober_01.pdf

 

Gruß
Paule

sapere aude
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beeyourself
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Durchaus möglich, dass es eh nicht sinnvoll ist. Mehr Futter braucht man wenn es kälter ist, rein energietechnisch betrachtet, aber das macht ja auch nix. Und vielleicht ist es gut, wenn es ordentlich friert in der Beute, gegen Wachsmotten, Beutekäfer (wenn die mal aus der Traube rausgeschnissen werden), und was da sonst noch so alles mitüberwintert.

wolfgang schmeißl
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

Wenn man Isolierte Beuten ablehnt aus welchen Gründe auch immer ist das eine Sache, wenn man Volksverblödung betreibt eine andere! 

Es ist eine alte Weisheit, was vor Kälte schützt, schützt auch vor Hitze.

Genau so ist es bekannt, das bei gleichmäßiger Temperatur auch im Minusbereich im Stockinneren die beste Überwinterung stat findet, was bei einer dünnwandigen Holzbeute bei Sonnenbestrahlung zu Mittag nicht der Fall ist und die Bienen vorzeitig ausfliegen und bei Schnee und Wind um kommen, vorzeitig Brut anlegen und diese bei Wetterrückschläge einige Probleme bekommen.

Vieles in der Imkerei ist eine Frage des Hausverstandes, leider glänzt er oft durch Abwesenheit.

 

Grüße Wolfgang

 

Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

wolfgang schmeißl schrieb:

Wenn man Isolierte Beuten ablehnt aus welchen Gründe auch immer ist das eine Sache, wenn man Volksverblödung betreibt eine andere! 

Es ist eine alte Weisheit, was vor Kälte schützt, schützt auch vor Hitze.

Genau so ist es bekannt, das bei gleichmäßiger Temperatur auch im Minusbereich im Stockinneren die beste Überwinterung stat findet, was bei einer dünnwandigen Holzbeute bei Sonnenbestrahlung zu Mittag nicht der Fall ist und die Bienen vorzeitig ausfliegen und bei Schnee und Wind um kommen, vorzeitig Brut anlegen und diese bei Wetterrückschläge einige Probleme bekommen.

Vieles in der Imkerei ist eine Frage des Hausverstandes, leider glänzt er oft durch Abwesenheit.

Weder dünnere noch dicke Wände von Holzbeuten vermögen gleichmäßige Temperaturen im Stockinneren zu erzeugen, haben doch bereits der überweigende Teil der Beuten einen offenen Boden, der ebenfalls nicht zu gleichmäßigen Temperaturen im Stockinneren beiträgt. Der offene Boden trägt vielmehr dazu bei, dass Bienen sehr gut über die Außentemperatur in Kenntnis sind. Mein Hausverstand sagt mir, dass meine Bienen trotzdem gut geschützt sind, sofern der Deckel gut isoliert ist und keine Zugluft entstehen kann. Mag sein, dass sie vielleicht etwas später die Volksstärke erlangen als in einer Styroporbeute. Womit wir wieder bei den Interessen des Imkers sind, die möglicherweise in einigen Bereichen nicht deckungsgleich mit den Interessen unserer Bienen sind.

Grüße von der Sommerbiene.

Paule
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

 

Wenn das so ist, wie Wolfgang es schreibt, werden spätestens jetzt isolierte Beuten zum Renner. Schließlich hat er genug hineingedacht, dass jenes nunmehr auch erkennbar ist, eben auf seiner Welle.   

 

Gruß
Paule

 

sapere aude
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Sommerbiene
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

 

Wir sprechen hier von "isolierter Bienenbehausung", von "Taupunkt nach außen verlegen" und "besseren Bedienungen für die Bienen".

 

Fakten sind:

Es gibt keine isolierten Beuten, wir sollten eher von Dämmung sprechen. Auch Baumhöhlen sind nicht isoliert, sondern möglicherweise nur gedämmt, wenngleich auch dort der Taupunkt bei entsprechenden Temperaturen nicht außen liegt und eine Öffnung dazu beiträgt, dass im Inneren ebenso Minusgrade herrschen.

 

Wir können den Taupunkt in einer Beute nicht nach außen verlegen, das wäre meiner Ansicht nach auch völlig kontraproduktiv für den Flüssigkeitshaushalt im Stock.

 

Bessere Bedienungen mag ein Bienenstock aus Styropor jedenfalls dem Imker bieten, ob er sie auch den Bienen bietet, wage ich nicht zu beurteilen, zweifle es jedoch an.

 

Bis zuletzt ist uns Wolfgang leider konkrete Aussagen schuldig geblieben, was er denn konkret unter "isolierten Bienenstöcken" bzw. "besseren Bedienungen für Bienen" hinsichtlich Dämmung versteht. Es wäre ein Leichtes, diese konkret zu benennen, wenn er das wollte. Ich muss daher davon ausgehen, dass er damit ausschließlich Styroporbeuten meint. Bei diesem Thema geht es jedoch um zusätzliche Isolierung von Bienenstöcken, damit scheinen Styroporbeuten wohl nicht gemeint zu sein. 

Grüße von der Sommerbiene.

Paule
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

 

In "bienen&natur 01.2017" berichtete Dr. Neumann unter der Überschrift "Bienenvölker kaltgestellt" u.a.:

 

"... dass Völker die früher und länger brüten, etwa durch einen milden Winter, oder an sehr milden Standorten, keinesfalls stärker sind im Frühjahr. Im Hinblick auf die Varroaproblematik und vermutlich auch auf die Vermehrung der Darmparasiten, wie Nosema, spricht alles dafür, Bienenvölker möglichst kühl zu überwintern...."

 

Gruß
Paule

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beeyourself
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Re: Zusätzliche Isolation für freistehende Bienenstöcke?

sagt der hausverstand :-)